hat der pilot potential?
ich denke
ja.
trotz der vielen eher gammligen vorschusslorbeeren, die ich bisher las, versuchte ich ohne vorbehalte ranzugehn. ich denke, das hab ich ganz gut geschafft. so kann ich sagen, dass enterprise sicherlich nicht genial ist. leider keine serie wie ds9, farscape oder b5. bestimmt solls das gar nicht sein. doch ich will nicht ins übliche geschwalle über diese serie verfallen. davon gabs im forum bereits mehr als genug.
deshalb umreiße ich besser kurz einige vor- und nachteile:
vorteile
scott bakula
schon seit "zurück in die vergangenheit" in meinen augen eines der sympathischsten gesichter, das das ami-fernsehn hervorbrachte. ich fand ihn bisher in keiner seiner rollen wirklich schlecht. besonders als harry d'amour in clive barkers "lord of illusions" gefiel er mir. diese role hätte man kaum besser besetzen können. genauso sehe ichs mit seiner rolle als archer. er passt einfach rein und stellt nicht im entferntesten den stumpfen, vor patriostismus strotzenden grusel-ami dar als der er in manchen "kritiken" bezeichnet wurde.
klingonen
sind mir immer noch das liebste volk. diese urigen haudegen haben für mich was derart gemütliches. sie sind das, was man als den rustikalen part der scifi bezeichnen könnte. kein von hochtechnologie aufgepeppeltes cyber-volk, keine überzogenen pseudo-aliens -einfach eine rasse von kämpfern mit einem unverwechselbaren, äußerst sympathischen charisma. das dunkle, schmutzige klingonen-design mit seinen scharfen kanten, den prähistorisch wirkenden schriftzeichen und der überall anwesenden kargheit ließ für mich in enterprise seit langem mal wieder "echtes" star-trek-feeling aufkommen. selbst wenns nur recht bescheiden und von kurzer dauer war.
temporaler krieg
ist gleichzeitig garant für den berühmten roten faden. vielleicht wird er nicht so konsequent und facettenreich gesponnen wie beispielsweise in farscape, potential steckt auf jeden fall drin und ich bin gespannt was draus wird.
präsentation (regie, musik...)
weitgehend gelungen und über dem durchschnitt einer gewöhnlichen scifi-serie. sollte natürlich zu erwarten sein, schließlich durfte das team rund um star trek bisher genügend erfahrungen damit sammeln. dass sie in meinen augen für eine serie wirklich herausragende szenen schufen, bedarf trotzdem meines lobes. die kampfszenen auf diesem verschneiten planeten und später die verzerrten auf dem raumschiff fand ich überaus gelungen.
suliban
interessantes design, gut dargesellt. ein volk, das sehr in die anfangsphase der star-trek-historie passt. schlicht, aber dank vieler geheimnisse trotzdem interessant. die geschichte mit den evolutions-geilen bösewichtern ist zwar nicht neu, aber gut in die story eingebunden. eine etwas frischere idee hätte allerdings wirklich nicht geschadet.
special effects
durchweg beeindruckend und sehr "realistisch". gehören zum besten, was im serienformat bisher zu sehen war. aber nicht nur die qualität der technik beeindruckt, sondern auch das design. z.b. die fliegenden kugeln der suliban fand ich obwohl sie zuerst wie mini-borg-kubusse anmuteten, eine gut umgesetzte idee.
t'pols titten
sind nunmal klar im vorteil. warum sollte ich drumrumreden? die masche, die dahinter steckt ist völlig eindeutig, aber ich kenne keine einzige serie, in der nicht mit sexuellen anspielungen geliebäugelt wird. dass für diesen part derartig herausragende titten gecastet werden, ist schon irgendwie eine leistung. in welchem sinne auch immer... wär der rest der serie wirklich ungemein schlecht, wären diese beiden argumente jedoch nicht genug für mich, um einzuschalten. in einem porno mit miss blalock als darstellerin sicherlich, aber nicht in enterprise.
usw.
nachteile
nostalgie-mangel
klar, durch die anspielungen auf die jungfräulichkeit der neuen technik (beamen...) kommt schon manchmal nostalgie-feeling auf. auch die konflikte nach den ersten 100 jahren mit den vulkaniern finde ich ganz nett. doch wenn ich mir die kulisse. die geräte (phaser, kommunikator...) anschaue, frag ich mich, ob die nicht auch wie der bösewicht aus der zukunft kommen. sie sind ein bisschen zu modern. mehr schlichtheit und zumindest der versuch, sich auf das design der original series zu besinnen, hätte ich freudig begrüßt. ebenso gehts mir mit den uniformen. die sind zweifellos gelungen. jedoch haben sie mit dem, was wir aus frühen star-trek-tagen kennen, nichts zu tun. klar besteht die gefahr, der serie mehr comedy als ernsthaftigkeit zu verleihen, wenn ein paar leute in engen balett-kostümen rumhoppsen und in eine aufklappbarer fusselbürste quatschen. dass man das jedoch auch glaubwürdig und zeitgemäß umsetzen kann, zeigten die ersten star-trek-filme.
die crew
außer t'pols titten gibts da wenig, das hängenbleibt bzw. wie fast jeder bereits rausfand, sind mayweather und hoshi so gut wie jeder kanonenfuttertaugliche crew-man, der normalerweise über 2 folgen nicht hinauskommt. bei den beiden glaub ich nicht, dass noch wirklich mehr rauszuholen ist. ihre ausstrahlung lässt sich nicht mit mehr charakter füllen. trip und den andern typ hab ich ständig verwechselt. die beiden sind sich äußerlich wie innerlich viel zu ähnlich. da muss mehr passieren oder einer von beiden sollte immer einen lustigen hut tragen oder tentakel wachsen lassen. dieser doktor schnucksipucksi ist ein langweiliges, völlig fehlbesetztes plagiat aller eigenschaften langweiliger fehlbesetzter tv-doktoren, die man bisher in unzähligen serien bewundern durfte. diese gekünstelte faszination ödet nur an, sonst nix.
charaktertiefe
mehr als die übliche ich-wills-meinem-papa-beweisen-tagträumerein (in wievielen serien kam sowas schon vor??) ist da nicht passiert. klar, ein paar andeutungen, dass archer was mit vulkaniern hat. beim rest der charaktere is so gut wie gar nix rübergekommen. sicher lässt sich nicht jeder in einem pilot ausführlich vorstellen, aber ein paar mehr eigenschaften als fleischeslust im doppelten sinne wär bestimmt drin gewesen.
rick berman / brannon braga
was hätte enterprise ohne diese beiden sein können? was wärs mit herrn behr? viiiiel mehr. mehr humor, mehr bizarres, mehr tiefgang, mehr von allem. vielleicht ein bisschen weniger sex, obwohls den bei ds9 stellenweise auch gab. natürlich nicht derartig plakativ, aber nicht zu übersehn. berman und braga sind sicherlich keine vollstümper. sie schafften es, enterprise besser starten zu lassen als voyager. allerdings ließen sie ebenso wenig neues zu. es sind eben altbewährte zutaten, nur etwas gekonnter umgesetzt.
zu gehetzte dramaturgie
der klingone lässt sich zu schnell überwältigen und vertraut plötzlich einer rasse, die ihn anschoss, gefangen nahm, an ihm rumspielte usw.
die handhabe fremder flugobjekte gelingt unrealistisch schnell. beim rückflug wird butterweich durch den kugelhagel gesteuert. neeeee -das geht nun wirklich nicht.
usw.





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