is zwar wieder ziemlich viel text, aber für alle die´s interessiert, hier noch ein paar interessante forschungsergebnisse:


Schlafforschung
Sommerzeit stört nur
(http://www.nationalgeographic.de/php...eographica.htm)

Wenn Ende Oktober auf Winterzeit umgestellt wird, erleben wir einen Tag, der unserer biologischen Uhr optimal entspricht: einen 25-Stunden-Tag. Das ist das einzige Positive, was der Regensburger Schlafforscher Jürgen Zulley zur Zeitumstellung herausgefunden hat: "Sie bringt sonst nur Nachteile." In seinem Schlaflabor überwachen Computer die Körperfunktionen von Patienten während der Nacht: Hirnströme, Atmung, Muskelspannung (Foto). Am Tag der Umstellung im Frühling wird unser Biorhythmus auf einen 23-Stunden-Tag verkürzt, viele Menschen kämpfen danach mit einem Mini-Jetlag. Eine Folge sind Konzentrationsmängel: Am ersten Montag der Sommerzeit geschehen etwa acht Prozent mehr Verkehrsunfälle als sonst. "Energie wird auch nicht gespart", sagt Zulley. Das Berliner Umweltbundesamt gibt ihm Recht: Beim Licht spart man nur rund 0,01 Prozent Strom ein, das frühere Aufstehen kostet aber mehr Heizenergie. Dr. Jürgen Zulley Schlafmedizinisches Zentrum am Bezirksklinikum Regensburg

Umstellung der Sommerzeit - Auswirkungen Umstellung der Sommerzeit - Auswirkungen auf die Innere Uhr?

(http://www.innovationsreport.de/spec...-1026-mesz.htm)

Am Sonntag, 29. Oktober, endet mit dem Zurueckstellen der Uhren von 3.00 auf 2.00 Uhr die Sommerzeit. Mit moeglichen Auswirkungen der Zeitumstellung beschaeftigt sich der nachfolgende Text. Autor ist Professor Dr. med. Dr. h.c. Bjoern Lemmer, Direktor des Instituts fuer Pharmakologie und Toxikologie an der Fakultaet fuer Klinische Medizin Mannheim der Ruprecht-Karls-Universitaet Heidelberg. Er befasst sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit unter anderem mit der Chronobiologie und damit gleichsam mit der "Inneren Uhr" der Lebewesen.

In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober geht die Sommerzeit zu Ende, die Uhr wird um eine Stunde zurueckgestellt. Obwohl der Energiespareffekt durch die Einfuehrung der Sommerzeit als aeusserst gering eingeschaetzt oder gar bezweifelt wird, greift diese abrupte Zeitumstellung in biologische Strukturen aller Lebewesen ein. Alle Lebewesen - vom Einzeller ueber die Blumen bis zum Menschen - verfuegen ueber Innere Uhren, die die Koerperfunktionen rhythmisch steuern. Beim Menschen befindet sich die Haupt-uhr in einem bestimmten Kerngebiet des Gehirns, dem Nucleus suprachiasmaticus. Am bekanntesten ist unser innerer Rhythmus in der Koerpertemperatur und im Wach-Schlafverhalten. Aber auch die Ausschuettung koerpereigener Hormone, die Aufmerksamkeit und die Konzentrations- und Leistungsfaehigkeit unterliegen solchen rhythmischen Ablaeufen. Ja, sogar das Auftreten von Krankheitssymptomen wie Asthma- oder Angina pectoris Anfaelle und des Herzinfarktes ist nicht gleichmaessig haeufig ueber den Tag verteilt, sondern unterliegt vorraussagbaren tagesrhythmischen Schwankungen. Heute sind sogar die Gene bekannt, die fuer die Ausbildung der Inneren Uhren bei verschiedenen Lebewesen - ob Fruchtfliege, Schleimpilz, Hamster oder Mensch - verantwortlich sind. Innere Uhren haben "vorausschauenden" Charakter, das heisst der Organismus "weiss" bereits nachts, was am naechsten Morgen mit seinen Koerperfunktionen passieren wird. Damit kommt den Inneren Uhren eine ganz wesentliche Rolle fuer eine der aeusseren Umwelt angepasste zeitliche Strukturierung der Koerperfunktionen zu: Sie helfen allen Lebewesen, sich besser an die Umwelt anzupassen - und damit, besser zu ueberleben. Da die Inneren Uhren biologische Nervenstrukturen sind, lassen sie sich nicht sofort umstellen wie eine Armbanduhr. Dies wird fuer den Menschen deutlich, wenn sich seine Umweltbedingungen schnell aendern, so bei Schichtarbeit, nach Fluegen ueber mehrere Zeitzonen nach Osten oder Westen - dabei tritt die Jet-lag Symptomatik auf - oder auch, wenn die aeusseren Uhren im Verhaeltnis zu den Inneren Uhren des Koerpers abrupt umgestellt werden, wie bei der Umstellung auf Sommer- beziehungsweise Winterzeit. Untersuchungen nach transkontinentalen Fluegen, zum Beispiel von Frankfurt nach New York ueber sechs Zeitzonen, haben gezeigt, dass im Durchschnitt sechs Tage vergehen, bis eine Anpassung der Koerperrhythmen an die New Yorker Zeit geschehen ist, mit einer erstaunlichen Variation von Mensch zu Mensch zwischen zwei und 17 Tagen. Dies verdeutlicht erneut: Innere Uhren sind lebende Strukturen, die Zeit zur Anpassung an eine Zeitumstellung brauchen. Von den meisten Menschen wird eine Zeitumstellung von einer Stunde kaum wahrgenommen. Aufgrund der geschilderten grossen interindividuellen Empfindlichkeit koennen jedoch "zeitsensiblere" Personen zwei bis drei Tage brauchen, um den "inneren" Uebergang von der Sommer- auf die Winterzeit zu vollziehen. Aus England liegen Daten vor, die nachweisen, dass in den ersten beiden Tagen nach Zeitumstellung vermehrt Verkehrsunfaelle zu verzeichnen sind. Wenig bekannt ist, dass wir vor kaum mehr als hundert Jahren noch im Einklang mit dem Sonnentag lebten. Erst 1893 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Zeitzone einer Mitteleuropaeischen Zeit eingefuehrt, vor allem bedingt durch die nun den Kontinent durchquerenden Eisenbahnen. Ein verlaesslicher Reisezeitplan bedingte die Abschaffung der lokalen Kirchturmzeit, die der Sonnentag vorgab. Ein Reisefuehrer der Schweiz (Tschudi's Schweiz) gibt noch 1888 minutengenau die Uhrzeiten europaeischer Grossstaedte im Vergleich zur den Schweizer Bahnen an. Demnach entspricht 12:00 Uhr in der Schweiz 12:04 in Karlsruhe, 12:07 in Stuttgart, 12:24 in Berlin, 11:58 in Koeln und 11:30 in London und 12:54 in Warschau. So sollten wir auch bei der kleinen Zeitumstellung von der Sommerzeit auf die Winterzeit tolerant mit unseren Inneren Uhren umgehen und deren langsame Umstellung respektieren. Quelle: Pressemitteilung Universitaetsklinikum Mannheim vom 26.10.2000


Energieeinsparung
Hamburger Abendblatt: Frau E. Loewe fragt: "Spart die Sommerzeit wirklich Energie?"
(http://www.abendblatt.de/contents/ha...sommerzeit.htm)

Die Antwort lautet "Nein". Die 1980 gehegte Hoffnung, dass man weniger Energie benötigen würde, weil man das Tageslicht mit der Sommerzeit besser ausnutze, hat sich nicht erfüllt. "Wir können messtechnisch keinen Unterschied zwischen der Sommer- und der Winterzeit feststellen", sagt Johannes Altmeppen, Sprecher der HEW.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes ergaben Untersuchungen Mitte der 90er-Jahre sogar, dass sich der Energieverbrauch durch die Zeitumstellung erhöhe. Der Grund ist vor allem die Verlängerung der Sommerzeit vom letzten Sonntag im September auf den letzten Sonntag im Oktober, die 1996 erfolgte. Denn abends wird zwar Beleuchtungsenergie eingespart, doch morgens wird bereits geheizt.
Unter dem Strich wird deshalb mehr Energie benötigt. Dadurch wird auch mehr Kohlendioxid produziert. Das Umweltbundesamt schätzt, dass etwa eine halbe Million Tonnen des Treibhausgases zusätzlich frei werden. Pro Kopf werden in Deutschland etwa 11 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr erzeugt.
Dem kann man aber entgegenwirken, indem man die Heizung drosselt. Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart Energie und senkt die Heizkosten um etwa sechs Prozent. Das schont Umwelt und Haushaltskasse. Und man kann die langen Sommer- und Herbstabende auch mit gutem Umweltgewissen genießen. Denn eigentlich ist es sehr schön, dass es länger hell ist. (ANGELA GROSSE)

+++ gemoppst von http://www.realzeit.org +++
auf der seite, von der ichs gemoppst habe, kann man übrigens auch an einer initiative gegen die zeitumstellung teilnehmen.