Als Nerd hat man nachmittags nicht viel zu tun. Indiana Jones IV war ausgespielt, nichts neues in Sicht. Was bietet sich da schon anderes an, als auf Sat 1 den Charakteren von Star Trek nachzu(g)eifern?
Im gesamten Star Trek Universum hab ich am allermeisten Folgen von TNG gesehen. Das war zwischendurch ganz witzig und auch nicht weiter schwierig, schließlich bot jede Folge für sich eine geschlossene Handlung, am Ende immer das obligatorische "Energie" aus Picards Mund. Ich erinnere mich nur an wenige, wirklich gute Folgen, wie jene, in der Geordi LaForge mit verschiedenen virtuellen Realitäten konfrontiert wird (Namen sind Schall und Rauch...).
Auf FarScape bin ich gestossen, als die Serie nur noch morgens um Eins lief. Ich war arbeits- und schlaflos, letzteres ein chronisches Merkmal, das immer mal wieder auftritt. Die erste Folge, die ich sah, war "Till the blood runs clear". Das Endzeitszenario in dieser Folge hat mich irgendwie sofort in den Bann gezogen, Sat.1 hatte dann noch ein paar Folgen bunt durcheinander geworfen, die nächste Folge, an die ich mich erinnere, war "Through the looking glass".
Wie Sternenfee auch hat mich "Nerve" dann richtig gefesselt. Noch nie hatte ich eine Serie erlebt, in der so schonungslos ein Mensch gebrochen werden sollte, wie in dieser Folge. Fast schon schockiert starrte ich darauf, was da auf der anderen Seite der Mattscheibe ablief. Überhaupt wird in FarScape kaum was geschönt. Aufgebrachte Personen überzeugen durch äußerst flüssige Aussprache. Manchmal wird sogar rückwärts gefrühstückt. Diese oftmals erschreckend eklige Art macht FarScape zu etwas besonderem. Aber nicht nur das, FarScape schafft es wie keine andere Serie im futuristischen Bereich, Komik und Tragik so nah zusammen zu bringen und dennoch nicht aufgesetzt wirken zu lassen. Zuletzt nocht sind es Folgen wie "Crackers don't matter", "Revenging Angel", "John Quixote" und "A Constellation of Doubt", die FarScape in Innovation und Atmosphäre vom Rest des Sci-Fi-Breis meilenweit erheben. Weil FarScape, wie schon viele hier vor mir erläutert haben, eben viel mehr als nur Science Fiction ist.









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