Schon wieder geht es um Kirche und Verbrechen. Hey, es gibt viele die meinen das Deutschland seine Vergangenheit überwinden soll um zufrieden in die Zukunft zu marschieren. Muss man der Kirche dann nicht dasselbe zugestehen?

Deswegen, und weil mir „Kirche treten“ so viel Spaß macht, mal ein aktueller Grund:

Die EU hat im letzten Jahr irgend so ein Papier verabschiedet wonach Menschen in der EU vor Gericht gehen können wenn sie meinen das sie Aufgrund Rasse, sexuelle Neigung, Geschlecht etc. diskriminiert worden sind. Klingt gut, oder? D. h. nämlich dass das Schwule dann nicht mehr vom Vermieter abgelehnt werden dürfen weil sie Schwul sind, Muslime mit guten Noten nicht mehr wegen dem Kopftuch eine Jobabsage kassieren, denn es droht ja eine Klage.

Das birgt natürlich die Gefahr das sich Menschen diskriminiert sehen die das gar nicht sind. Darüber kann man natürlich streiten. IMO überwiegt aber der Vorteil wenn sich Rot / Grün zu einem deutlichen Antidiskriminierungsgesetzt entschließen sollte. Eben nicht zuletzt weil es abschreckt.

Kommen wir nun zur Kirche. Die ach so heilige Kirche, deren Vertreter in jedes Mikrofon die eine Predigt über Toleranz halten, ist gegen ein solches Gesetz. Man hat nämlich angeblich Angst unterwandert zu werden.

Ich habe mal in einem christlichen Haus gearbeitet. Dort arbeiteten nur Christen. Wir haben immer Witze darüber gemacht weil beim Bewerbungsgespräch soviel Wert auf die Konfession gelegt wurde. Die Kirche ist vor allem im sozialen Sektor ein großer Arbeitgeber. Ich glaube es ist nicht zu leugnen das vielen Menschen eine Absage erteilt wurde weil sie z. B. ein Kopftuch tragen. Hätte Rot / Grün Mut zum Streit, dann hätten sie das Gesetz durch gedrückt und nicht für die Kirche verwässert. Aber wie es aussieht kann die Kirche auch weiterhin an ihrer Diskriminierungspraxis festhalten.

RocketMan: Wenn Du so willst, "telefoniere" ich mit ihm nicht bloß sonntags, sondern immer dann, wenn ich ihn im Gebet "anrufe". Im Gebet wird mir so einiges klarer, denn man erhält tatsächlich Antwort auf seine Fragen. Nicht ausdrücklich, aber schon so, daß man es versteht. (Er gibt uns nicht, was wir wollen, sondern was wir brauchen. Wie ein Vater eben.)

Sicherlich ist Gott uns so weit voraus, daß er seine Handlungen und Aussagen so stricken könnte, daß wir ihn nicht verstehen. Klar, da sind wir Amöben. Der Unterschied ist nur, daß er als Vater tatsächlich zu uns reden möchte, und sich deshalb zu Kommunikationswegen herabläßt, die wir sehr wohl verstehen.
So etwas ähnliches hat mir schon mal jemand erklärt. Und schon damals habe ich voller Unverständnis den Kopf geschüttelt. Ich weiß zu so einer Äußerung schweigt man besser, aber für mich klingt das danach als würde man Verantwortung abgeben. Es gibt halt ein größeres Ganzes, man selber ist halt nur ein kleines Rädchen. Unwichtig halt. Denn Trost aus dieser traurigen Erkenntnis holt man sich dann halt aus dem Wissen das der Übervater schon für einen sorgt.

Bei Kriegen o. ä. Ereignissen strömen die Menschen immer in die Kirchen und fragen: Warum? IMO ist die Antwort ganze eindeutig, weil wir wie immer selber Schuld sind. Es existiert niemand der das große Ganze steuert. Spätestens seitdem sich jeder Mensch ein Teleskop leisten kann, man sich also selber davon überzeugen kann das dort draußen kein bärtiges Gesicht auf einen wartet, sollte das jedem klar sein. Ich finde es vor allem deswegen wichtig das Gott nicht in der Verfassung erwähnt wird. Den Menschen wurde es zu lange, zu einfach gemacht, sich ihrer Verantwortung für ihr Leben zu entziehen.

Ich weiß, war zu viel Pathos im letzten Satz. Außerdem hat DerBademeister das schon erwähnt. Wenigstens hat das was mit dem Thema zu tun.