Originally posted by Falcon@02.10.2003, 22:56
Ich kann die Aussgae, dass B5 schlecht ist, was die Ausarbeitung der Charaktere betrifft einfach nicht nachvollziehen. Meiner meinung nach hat man gerade in B5 keine 08/15-Charaktere, wie man sie in vielen anderen Serien antrifft. In kaum einer Serie machen die Personen eine derartige Wandlung durch wie bei Babylon 5.
Was ich meinte: In B5 gibt es keine wirklich gelungenen Charakterepisoden (Darunter verstehe ich Sachen wie (sry, kann nur ST wirklich genau als Beleg vorzeigen) TNG: Sarek, DS9: Visitor oder auch VOY: Meld), also Folgen, die sich wirklich in erster Linie mit Charakteren beschäftigen. Das Beste, was B5 in der Hinsicht bisher war meiner Ansicht nach ...And the Sky Full of Stars. Als was besser als die Folge war hatte andere Dinge im Zentrum als Hauptcharaktere zu betrachten.
Die Charaktere selber sind in B5 bisher durchaus in Ordnung bis wirklich gut. Der Großteil ist insgesamt gut charakterisiert und bekommt ab und an eine neue Facette.


Vielleicht mache ich mich ja jetzt bei dem ein oder anderen ST-Fans unbeliebt (was eigentlich nicht mein Anliegen ist, da ich von irgendwelchen Feindschaften à la ST gegen B5 nicht viel halte), aber ich denke nicht das irgendeine ST-Serie, B5, auch was die Charaktere betrifft, das Wasser reichen kann.
Wie der Zufall so will, bietet gerade die Serie die besten Charaktere, die einem auch generell am besten gefällt.


Jetzt erst mal weiter mit den Folgen...
2.15 And now for a word/36 Stunden auf Babylon 5:
Als Zuschauer, der pausenlos nach neuen Ideen verlangt hat mir die Folge natürlich besonders gut gefallen. Die Idee war und ist wirklich neu, zumindest für mich, und die Musik ganz rauszulassen war wirklich eine mutige und richtige Entscheidung.
Leider muss ich aber auch hier meckern und zwar bei der Umsetzung der Fernsehreportage. Diese hat leider jegliches visionäres Element vermissen lassen. Anstatt irgendwelche Ideen für das Fernsehen der Zukunft zu entwickeln hat JMS nur eine extrem konservative Extrapolation des TV der frühen 90er gebracht. Deswegen ‚nur’



2.16 In the Shadow of Z'ha'dum/Das Geheimnis von Z'ha'dum:
Sehr holprig inszenierte und dramaturgisch unzureichende Schlüsselepisode. Im Gegensatz zu den drei ersten wichtigen Folgen wird hier viel falsch gemacht.
Der Geschichte um die Narnflüchtlinge und Dr. Franklin fehlt ein wirklicher emotionaler Kern. Wenige kurze Szenen, die das Gesamtbild am Ende vielleicht verfeinern, aber hier nur stören.
Sheridans Wahn kommt dem Zuschauer nicht Nahe genug, bzw. wirkt etwas übertrieben, da die Beziehung zu dem ‚Neuen’ noch nicht da ist. Garibaldis Rauswurf und Wiederkehren wird so kurz gehalten, das auch hier der emotionale Bezug fehlt.
Virs Überlegenheit gegenüber Morden ist auch nicht nachvollziehbar genug. Ich will nicht sagen, es sei unverständlich, aber es ist doch etwas ‚überraschend’ das er sich auf einmal so stark gibt. Sowieso Morden, was wird hier aus ihm? Bisher dominierte er jede Szene und jetzt wird er viel zu schnell klein gemacht.
Eine Frage noch zu einem Dialog zwischen Garibaldi und Sheridan:
Sheridan: Das sind die Daten der Icarus, das Schiff mit dem meine Frau umkam. (Sinngemäß)
Garibaldi: Ja, ich weiß alles darüber. Kann ich die Daten mal sehen?
Wieso will er die Daten sehen, wenn er alles weiß?
Dennoch wird in der Folge viel vorangetrieben, vorherige Dinge erklärt, Bezüge untereinander geklärt und somit ist permanent für Spannung und Interesse gesorgt.




Ich meine es ist ja Dein gutes recht Kritik zu äußern und anderer Meinung zu sein, aber ich würde mich freuen, wenn Du das weiter erklären/ausbauen könntest.
Meine Meinung zu In the Shadow of Z'ha'dum kann man durchaus als Erklärung sehen. Mehrere Storyteile, bei denen etwas auf der Strecke bleibt, aber da die Folge nicht als eine übliche B5-Folge zu sehen ist, nehme ich jetzt mal GROPOS als Beispiel:
Die Idee Soldaten auf B5 kommen zu lassen ist gut und passt in die Rahmenhandlung.
Daraus werden drei eher belanglose Geschichten entwickelt:
Dr. Franklin und sein Vater sind im Streit, welcher allerdings nicht unglaubwürdig dargestellt wird. Leider gibt die Folge der Beziehung zwischen den beiden nur wenig Zeit, was eine wirkliche Loslösung vom Klischee-Vater/Sohn-Konflikt verhindert.
Garibaldis Affäre mit der Frau wird noch weniger Zeit gegeben. Der Teil schreitet zwar schnell voran, lässt aber den Zuschauer emotional auf der Strecke, da die Frau nur eine 08/15-Rolle bekommen kann.
Warrens Teil mit zwei einfachen Soldaten ist schlicht eine Ansammlung von Klischeeszenen, welche beinahe komplett die Nähe zu irgend einem Charakter verfehlen, da nicht mal Warren ein wirklicher ‚Bekannter’ ist.
Damit haben wir drei Storys, die drei Hauptcharaktere in mehr oder weniger ungewöhnliche Situationen mit mehr oder weniger guten Gastdarstellern verstricken und dabei eher weniger den Zuschauer betreffen. Daraus ergibt sich dann das dem ohnehin überhasteten Ende jeglicher Bezug zum Zuschauer fehlt.

Das müsste doch eigentlich gut verständlich sein.