O-Ren Ishii - I love you
Tarantino is back...

...endlich, er ist wieder unter uns mit seinem neusten Streifen Kill Bill und was war das für ein genialer Film!

Rache ist ein Gericht, dass am besten kalt serviert wird.

Ein Film voll poetischer Bilder, endlosen Anspielungen, genialen Kampfkunsteinlagen, witzigen Momenten und einer bombastischen Musikuntermahlung machen diesen Streifen zu dem Highlight dieses Jahres.

Und das erste Bild, was man von dem Film sieht ist schwarzweiß. Eine Braut blutüberströmend auf dem Boden niederliegend und um Gnade bittend, neben ihr stehend Bill, der um den sich der ganze Film dreht und endet mit einem Schuss. Und mit dieser Szene beginnt der Film, wieder mit einer für Tarantino schon so typischen Erzählstruktur.

Ein paar Jahre später, die Braut, der Star des Films, gespielt von Uma Thurman, arbeitet nun ihre Deathlist ab, um sich an ihren Attentätern zu rächen. Der Zuschauer begleitet sie durch Schießereien, Messerstechereien, Schlägereien, Beißszenen, Kopfabschlagen, Bauchaufschlitzen, Gliederabhacken, Augenausdrücken, Amputationen und eine Prügelszene. Dazu ein paar schmutzige Wörter und so makaber das ganze auch sein mag, es macht riesig Spaß ihr dabei folgen zu dürfen.
Dabei ist eine 15 minütige Szene der Höhepunkt dieses Streifens, in dieser Viertelstunde sieht man unsere Braut gegen 88 Yakuza kämpfen, bei dem das Blut aus Hals- und Armstümpfen hervorspritzt, dabei ist das Blut nicht in Rot zu sehen, sondern in Schwarz. Und das erhebt diese 15 minütige Kampfeinlage zur Kunst, genial gefilmt, mittendrin ein Übergang ins blaue und man sieht plötzlich nur noch schwarze Silhouetten vor blauem Hintergrund bis alles im blutroten Schnee endet. Aber bevor alles im blutroten Schnee endet, sieht man vorher noch Go Go Yubari in Action. Ah Go Go, das kleine niedliche Ding, kommt daher in einer süßen Schuluniform und in Action dürfen wir sie mit ihrer niedlichen Eisenkugel an der Kette beobachten, und Hölle war diese Szene geil. Bis dann endlich der Höhepunkt eintritt, endlich O-Ren Ishii in Action, aber vorher gibt's noch ein paar nette Dialoge und dann einen poetischen Zweikampf im Schnee. O-Ren Ishii wird verkörpert von der wunderbaren Lucy Liu, man ist die süß, Cottenmouth. Liu bringt es dabei fertig dieser Figur mit ihrem Lächeln ein Zauber der Unwiderstehlichkeit abzuringen, das man ihre Figur einfach lieben muss, noch mehr als Uma.

Im Verlauf des Filmes wird einem auch ein wenig die Vergangenheit und der Aufstieg von O-Ren Ishii zur Chefin aller Yakuza Clans erzählt. Dabei bedient sich Tarantino der Kunst des Anime und erzählt uns O-Rens brutale Vergangenheit und dieser Film im Film ist wieder ein genialer Kunstgriff.

Die Kampfeinlagen und die vielen blutigen Szenen, über die immer gesprochen wurde, sind nicht stupide, einfach nur absurd brutal, sondern dermaßen gestaltet, das es nicht einzig brutal wirkt, sondern vielmehr als märchenhafter Samuraiepos verstanden werden sollte, dabei gibt es viel zu lachen. Die Charaktere des Films sind sorgsam ausgesucht und stehen alle symbolisch für verschiedenste Genre: Samurai-Epen, Martial-Arts-Filme, Spaghettiwestern und Road Movies.

Und dann das Ende des Films, wiedereinmal sehen wir Bill, nun nicht ganz, aber man sieht in doch und er gibt einen "dezenten" Hinweis, der in Volume II noch große Bedeutung erhalten wird, geniales Ende, eines genialen Films.

Fazit: Der Film ist ein echter Tarantino und für mich auch sein bester Streifen, man muss sich aber schon mit den absurden Abschlachtszenen anfreunden können und dieses als Tarantinos künstlerisches Stilmittel sehen und dann wirkt der ganze Film einfach herrlich als Satire mit unglaublich genialen Kampfeinlagen, tollen Charakteren und der wirklich gelungenen Musikuntermalung machen diesen Film zum Ereignis. Nur Tarantino kann es sich erlauben, während eines Martial-Arts-Kampfes die Musik eines Italowestern zu spielen und es wirkt. Also, unbedingt ansehen, das Filmhighlight des Jahres.


Kurzinfo: Den gelben Overall den Uma trägt, stammt aus dem letzten Bruce Lee Film "Game of Death". Und unsere japanischen Freunde dürfen sich auf eine spezielle Nippon Version freuen, dabei sollen die Szenen noch brutaler und länger ausfallen, aber eben nur für die japanischen Kinos, leider.


MfG

K.K.