BERLUSCONIS EKLAT IM EUROPAPARLAMENT

"Ich schlage Sie für die Rolle des Lagerführers vor"

Unter tumultartigen Protesten im Europäischen Parlament hat der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi den EU-Vorsitz übernommen. Nach seiner Antrittsrede musste er sich zahlreiche Zweifel an seinem Demokratieverständnis anhören. Auf die Kritik reagierte er mit Nazi-Witzen.

Straßburg - Auslöser dieser Ausfälligkeiten waren Äußerungen von Martin Schulz, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament. Der 47-jährige SPD- Abgeordnete hatte sich über Berlusconis Politik ereifert und von einem "Virus der Interessenkonflikte" gesprochen.

Auch die Äußerungen des an der Regierung beteiligten Liga-Nord-Chefs Umberto Bossi, man sollte mit Kanonen auf Flüchtlingsschiffe schießen, seien mit den Grundwerten der EU nicht vereinbar.

Da platzte dem Italiener der Kragen: "In Italien wird gerade ein Film über die Nazi-Konzentrationslager gedreht, ich schlage Sie für die Rolle des Lagerchefs vor", sagte er zu Schulz.

Der gelernte Buchhändler aus Alsdorf ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Sein Respekt vor den Opfern des Faschismus verbiete es ihm, dazu Stellung zu nehmen. Es sei allerdings problematisch, dass ein EU- Ratspräsident, wenn er mit der geringsten Debatte konfrontiert sei, "seine Contenance in dieser Art verliert".

Darauf bemerkte der italienische Ministerpräsident noch, Schulz tue ihm leid, wenn er keine Ironie verstehe. Seine Bemerkung zog Berlusconi nicht zurück, weil er zuvor selbst beleidigt worden sei. Schulz habe ihn ernsthaft angegriffen, er selbst dagegen sei nur ironisch gewesen, sagte Berlusconi. Die meisten Abgeordneten stellten sich mit demonstrativ langem Applaus hinter ihren deutschen Kollegen.

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Restmüll
Schon witzig. Dabei ist Silvio doch kein Rechter, sondern vielmehr dafür bekannt das er keinerlei politische Ansichten hat. Aber daran sieht man halt auch das er die Roten aus anderen Ländern ebenso wenig leiden kann wie die im eigenen Land. Aber er kann ja eh niemanden leiden der ihm wieserspricht.

Ein wirklich würdevoller, erster Auftritt des neunen EU – Ratspräsidenten. Wenigstens wird es die nächsten 6 Monate nicht langweilig. Die Hoffnung auch Anti – Berlusconi Demonstrationen habe ich aber schon längst verloren..