Ein absoluter genialer Science Fiction Film!
Ich habe ihn mittlerweile jetzt auch endlich auch auf deutsch gesehen. Auf englisch ist er doch für mich recht schwer verständlich gewesen, aufgrund des "Slangs".

Bevor ich den Film sah, war ich etwas skeptisch. Zum Einen Steven Spielberg als Regisseur, der mich bei A.I. doch etwas enttäuschte. Zum Anderen Tom Cruise in der Hauptrolle, der zwar immer wieder ein paar Lichtblicke als Schauspieler hat, aber eben nicht zu meinen Lieblingsschauspielern gehört. Besonders wichtig ist es aber, daß es wieder eine Verfilmung einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick gibt. Als Fan seiner Geschichten war ich sehr gespannt. So hoffte ich auf einen guten Film.

Und ich wurde in meinen hohen Erwartungen bestätigt. Steven Spielberg überzeugte mich seit langem wieder als ein guter Regisseur. Abgesehen von dem etwas zu positiven Ende (dicker Bauch...). Auch Tom Cruise brachte seine Rolle sehr gut rüber. Die Spezialeffekte waren sehr gut gemacht, welche mit sehr vielen Details gespickt waren. (Augenscan mit Werbung, die "Internet-Zeitung" in der U-Bahn, Form der Autos und die Straßenführung, etc.). Auch den Logikfehler mit den Augen (es kann mir keiner weiß machen, daß die Augen ohne Kühlung so lange halten, d.h. sie hätten schon längst verwest sein müssen; spätestens beim zweitenmal wo sie benutzt wurden) fand ich nicht so schlimm, denn es kam gut und witzig rüber, wie er z.B. die Augen verliert und gerade noch vor dem "Gully" rettet. Schlimmer fand ich hingegen, daß er so unbehelligt wieder in das Gebäude konnte, obwohl er sich auf der Flucht befand. Normalerweise müßten alle Zugänge für ihn gesperrt sein. Gut man könnte sagen, daß es einfach menschl. Versagen war, diese nicht zu sperren. Spätestens aber beim zweitenmal, als seine Frau die Augen benutzt und er ja schon im Knast war, hätte alles gesperrt sein müssen. Dieses tritt für mich aber in den Hintergrund, da der Film eine wunderbare Zukunfts-Atmosphäre (sei es im schlechten oder im guten) verbreitet.

Zu den Drogen kann ich noch anführen, daß gerade Philip K. Dick seine Hauptfiguren gerne mit Drogen herumexperimentieren ließ und dies eben für den Film so von ihm übernommen wurde. Die Idee finde ich aber immer noch passender als z.B. Genexperimente und da schließe ich mich meinen beiden Vorrednern an. Daß aber gerade bei Philip K. Dick viele Drogenerfahrungen in seinen Romanen einfließen, liegt in der Tatsache des immensen Konsums von Aufputschmitteln in den 1960ern, um eben viel schreiben zu können. Er lebte immer am Rande des Existenzminimums und mit Science Fiction konnte man damals so gut wie kein Geld verdienen. So brauchte er die Masse an Geschichten, um überleben zu können. Wobei zu beachten ist, daß die Qualität nicht unbedingt darunter zu leiden hatte. Im Gegenteil sind gerade in dieser Zeit viele seiner Meisterwerke entstanden. Auch verwendete Philip K. Dick gerne den Begriff der Präkogs für diese bestimmte Art der Hellseherei. Ein Begriff, der gerade in der früheren Science Fiction gerne verwendet worden ist.

Sehr zu empfehlen ist übrigens die kleine Kurzgeschichtensammlung, die zum Film herausgekommen ist. Für den, der noch nichts von Philip K. Dick gelesen hat, ist dies ein guter Einstieg in die Welt von Philip K. Dick. Hier finden sich auch die Kurzgeschichten zu Total Recall und Screamers.