Auch ich hatte gestern die Gelegenheit, Revolutions im Kino zu sehen und muss sagen, ich bin mehr als nur enttäuscht.
Contains Spoiler:
Bislang war ich ein Verfechter von Reloaded, weil ich es gut fand, dass der Spannungsbogen in den dritten Teil hinübergeschlagen wurde. Also befinde ich mich auf letzterem um sicher in den dritten Teil zu gleiten, um an dessem abrupten Ende einfach in die Tiefe zu fallen. Die ohnehin schon in Reloaded dünn gesäten Story-Elemente werden in Revolutions nicht ansatzweise aufgegriffen. Dazu zählen zum Teil schon gestellte Fragen wie:
1) Wer ist der Merowinger
2) Warum kann Neo in der wirklichen Welt Wundertaten vollbringen?
3) Welche Rolle spielt der Kuss von Persephone
4) Wo sind die Twins hin
5) beliebig erweiterbar.
Während des Films tun sich noch mehrere Plotholes auf. Wurden im Matrixuniversum bisher esoterische Ansätze auf eine wissenschaftlich - technische Basis gestellt, so dreht sich dies in Revolutions komplett um. Genau den wissenschaftlichen Ansatz des ersten Teils fand ich so faszinierend. Plötzlich jedoch kann Neo trotz verbrannter Augen sehen und Maschinen stoppen. Eine Erklärung für diese Wundertaten erhalte ich nicht. Wurden in Reloaded Neos Fähigkeiten noch als gewollter Teil der Kontrolle erklärt, setzen mir jetzt die Wachowskis in Revolutions einen Echtwelt-Messias vor, wie es esoterischer nicht sein kann. Und ich werde mit diesen Tatsachen völlig in der Luft hängen gelassen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Matrix eben doch keine Trilogie hätte werden sollen. Erst als dieses zweifellose Meisterwerk als DVD-Edition boomte, hieß es plötzlich, es wäre schon immer eine Trilogie geplant gewesen.
Seit gestern jedenfalls zähle ich mich zu den Trilogie-Verleugnern. Für mich hat es Reloaded und Revolutions nie gegeben. Lang lebe die Matrix!
P.S.: Echt das lächerlichste waren die Szenen Trinity/Neo und die Endszene:
1) Neo wurden gerade die Augen verbrannt. Trinity stürzt sich in Besorgnis auf Neo und frägt ihn was passiert sei. Darauf Neo: "Es wird schon gehen."
2) Trinity stirbt einfach nicht. Minutenlang warte ich auf den teathralischen letzten Hauch und die obligatorische Seitwärtsdrehung des Kopfes. Erst als im Kino schon "Stirb endlich" gerufen wird, folgt Trinity unserem Ruf.
3) Das Ende ist echt der Witz. Der Grünstich ist weg. Die Sonne taucht alles in bunte Farben und plötzlich dürfen die, die es wollen, die Matrix verlassen. Voilá - happy end á la Hollywood.









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