Wow, ihr seid ja wahrlich enthusiastisch was Equilibrium angeht. Dabei ist es doch lediglich ein B-Movie, der gut zitiert, einen guten Star hat, aber bei der Story versagt.
Wo wird zitiert? Im wesentlichen ist das von euch schon beantwortet: Fahrhenheit 451, vielleicht wegen der Funktion von Bale als Kleriker. 1984 wegen der Grundstimmung. Wir als Ursprung des Genres ist mir allerdings präsentierter gewesen. Matrix im visuellen, besonders im Kampf, sowie Metropolis im Design der Welt.
Aber wo ist der eigene Impuls? Equilibrium zeichnet eine Welt, die von der ersten Sekunde an verhasst ist, aber versucht z.B. in den Gammatron Kleriker-Kämpfen etwas Positives zu zeichnen. Der Hintergrund der Kampftechnik bleibt allerdings schwammig und mir war es schleierhaft wie Christian Bale den Tag rettet.
Vielleicht hätte etwas mehr Hintergrund allgemein gut getan. Und den Hintergrund nicht nur im Vorspann zu enthüllen. Und die Story nicht am Ende ohne Erklärung andauernd zu drehen (Die Kinder haben mich z.B. nicht überzeugt). Und nicht einfach nur den Emotions-Raum des Obermackers zu zeigen, sondern auch jemanden dazu etwas anmerken zu lassen.
Überhaupt, die Tatsache das der Ratstyp mit den Vollmachten des Vaters, sowie sein Kleriker-Helfer permanent Gefühle gezeigt haben, degradiert die Welt irgendwie. Denn so wird sie von einem Versuch einer emotionslosen Welt zu einer Diktatur, deren oberste Ebene die Bevölkerung mit einer Droge unterdrückt, die sie selbst nicht anwendet. Das ist ungefähr so konsequent, wie in einem Diskurs über eine emotionslose Welt Sex auszuklammern.
Inkonsequenz ist dann auch das, was mich an Equilibrium erinnern wird. Ein ordentlicher B-Movie mit nem überzeugenden Hauptdarsteller, der aber lieber klug klaut, als selber Tiefe zu entwickeln (also der Film jetzt; Bale habe ich nichts vorzuwerfen, er macht seinen Job).

Anmerkung: Ist der Name des Klerikers, der Yeats lesend stirbt wirklich Palmer Eldritch? Findet Preston den Weg zum Widerstand wirklich durch ein Zimmer was im Titel eine 42 hat?