Gestern im Kino drin gewesen und ich muss mich Erzwo anschliessen:

WOW! Wieder mal ein guter Emmerich, ganz wie man es gewöhnt ist. Die Effekte jagen einem Schauer über den Rücken:
New York versinkt in den Fluten und dann im Schnee, Hollywood wird weggewirbelt und Europa ist schon lange unter einer Schneedecke verschwunden. Schon allein da sträuben sich die Nackenhaare.

Absolut geile Optik in den Katastrophenszenen, Emmerich wird immer besser darin, NY in Schutt und Asche zu legen. Leider hatte ich schon so viele Vorschauen gesehen, dass die nichts wirklich neues für mich waren, aber trotzdem beeindruckend auf so ner riesen Kinoleinwand.

Ein paar Sachen haben mich dann aber doch gestört, allerdings konnte man über die dank dem überragenden Gesamteindruck hinwegsehen.
Die Handlung war etwas flach und am Ende etwas zu schmalzig, aber alles in allem trotzdem überraschend erträglich.
Seltsamerweise werden im Film statt der hölzernen Tische lieber Bücher verbrannt, aber nun gut. Und leider waren die computeranimierten Wölfe nicht so lebensecht wie die riesigen Flutwellen. Auch wenn vorher etwas anderes behauptet wurde, ich finde den Film trotz allem doch noch zu patriotisch.

<font class='spoiler'> Die Freiheitsstatue schaffts trotz der Wassermassen, und es überleben jede Menge Leute, die natürlich sofort "da rausgeholt" werden, einfach weils Amerikaner sind. Und dann noch diese schmalzige Rede des Präsidenten am Ende...Naja, alles Geschmackssache, aber ich fand das Ende immer noch zu positiv, zu Happy- end mässig. Aber dafür liebe ich den letzten Satz des Astronauten "Die Luft war noch nie so klar". Kritik an den Industrieländern oder doch Anspielung, dass jetzt wieder alles gut wird? </font>

Einige witzige Momente, vor allem, dass Amerikaner illegal nach Mexico einwandern wollen bringt einen dann schon zum Schmunzeln. Und natürlich super gewählte Schauspieler. Auch wenn Jake Gyllenhall wieder mal sehr an Donnie Darko erinnert mit seinem leicht psychotischem Grinsen

Und eins bleibt nach dem Film: Fragen über Fragen. Weniger über den Film als mehr über einen selbst. Sollte ich mich mehr im Umweltschutz engagieren? In den Süden auswandern?
Aber als erstes fällt einem natürlich das obligatorische "Wo wirst Du sein? ein.
Hmm, macht einem doch Kopfzerbrechen ob der heimische Kamin genug Feuerholz hat... Oder ob man auf dem Weg um den Lidl zu plündern erfriert.. Oder was man am besten da klauen sollte wenns soweit ist...Oder was man mit seinen Haustieren machen würde....Oder wo Muttern den Schlitten verstaut hat... Oder ob der Bruder genug Munition fürs Luftgewehr hat um Wölfe zu erschiessen....Brrrr, ganz schön kalt heute... Aber diesen Effekt haben Katastrophenfilme immer auf mich, ich schweife ab.
Aber vielleicht sind diese Fragen auch genau das, was Emmerich erreichen wollte. Bei mir hat ers auf jeden Fall geschafft.