Weil mir da gerade nach ist, und ich glaube du hast mal dasselbe erwähnt, hier mal was aus der zeit.de:
Der Artikel, auch wenn man nicht mit der Meinung einverstanden ist, ist eigentlich recht lesenswert.antisemitismus
Altes Gift im neuen Europa
Laut einer Umfrage gibt es einen europäischen Antisemitismus. Wieder einmal sollen die Juden an allem schuld sein
[...]
In den neunziger Jahren sind in Tschetschenien in dem immer noch anhaltenden Krieg zwischen Moskau und islamischen Separatisten Schätzungen zufolge 100000 Menschen ums Leben gekommen. Der Krieg des islamischen Regimes im Sudan gegen die christlichen und animistischen Stämme im Süden des Landes hat schätzungsweise ein bis zwei Millionen Tote gefordert. Auch der Kampf zwischen den Hutu und den Tutsi hat Millionen Menschenleben gekostet. Horrende Zahlen, die um ein Vielfaches höher sind als die Zahl der Palästinenser, die während der beiden Intifadas bei israelischen Militäraktionen ums Leben kamen. Das besondere Augenmerk, das Europa auf Israel richtet, hat also nichts mit dem Ausmaß der von Israel verübten Gräuel zu tun, denn diese Gräuel sind anderswo um etliches schrecklicher. Und auch mit seiner Größe oder seinem Bevölkerungsumfang oder der Art seiner Bodenschätze ? die es praktisch nicht besitzt ? kann es nicht zu tun haben, dass man Israel so viel Beachtung schenkt.
Wie sehen die konkreten Zahlen aus? Die unabhängige israelische Menschenrechtsorganisation B?tselem veranschlagt die Zahl palästinensischer Toter während beider Intifadas und der Zeit dazwischen, also innerhalb von 16 Jahren, vom Dezember 1987 bis einschließlich Juni 2003, auf 3544, das sind 0,6 pro Tag (auf israelischer Seite gab es mehr als 1100 Tote). Anders ausgedrückt: Obwohl der israelisch-palästinensische Konflikt auf tragische Weise nahezu täglich Opfer fordert, wird das Ausmaß der Gewalt dort von der Gewalt in anderen Teilen der Welt übertroffen ? weit mehr Tote forderte allein der heiße Sommer 2003 in französischen Altersheimen.
Wenn also offenbar nicht Fakten, sondern Emotionen zählen, gilt es, die Quellen für diese Emotionen zu finden. Der damalige CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann weist den Weg dorthin. In seiner bekannten Rede in seinem Wahlkreis erklärte Hohmann den Zuhörern in der Nähe von Fulda am 3. Oktober dieses Jahres, dass man einmal die Mitschuld der Juden an der Entstehung und am Terror des bolschewistischen Sowjetregimes zur Sprache bringen müsse. Er berief sich dabei auf zwei dubiose Bücher, die bei empfänglichen Lesern einen tiefen emotionalen Hunger stillen. Genau darauf zielt auch Hohmann. Er hat, wie schon andere vor ihm, nach einer Gelegenheit gesucht, um im jüdischen Volk Täter und Schuldige ausfindig machen zu können.
Das Bedürfnis, Israel und damit auch andere Juden (einschließlich der militanten Bolschewiken, die ihre einstige Religion und Kultur hassten) als Täter bezeichnen zu können, hat nach den Massenmorden in Sabra und Schatila 1982 eine ganz eigene Dynamik gewonnen und durch die große Empörung der Medien über Israels Umgang mit den Palästinensern zu einer immer größeren Dämonisierung Israels geführt.
spiegel
Übrigens ist eben das mit der CDU und Hohmann wohl ein Fall von übertriebener political correctness, oder? Eben weil man denkt das viele CDUler anders denken als das sie abstimmen. Und Merkels zögern hat wohl viel dazu beigetragen. Gerade wenn man was wie sie geschimpft hat als unsere ehemalige Justizministerin Bush und Hitler in einen Satz gequetscht hat.





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