Sorry für die Verspätung! Freut mich sehr, dass es euch gefällt!

H2O

Teil 5 v. 6

"Plan B?!" rief er John hinterher. Dieser war schon einige Motras voraus gelaufen, bevor auch D'Argo wieder zu rennen begann. Er hatte ja keine andere Wahl.
Nur einige Male blieb John stehen, um an einer Computer-Konsole nach dem Weg zu fragen. Das ging so lange gut, bis sie in einer Sektion landeten, die deutlich anders aussah, als der Rest des Schiffes. Die Konsolen wollten auf Johns Aufforderung nicht mehr reagieren. Mit leicht entsetztem Blick wandte er sich an seine keuchenden Gefährten, "Sie wissen, wo wir sind... Aber es muss hier irgendwo sein", fügte John schnell hinzu und war schon wieder ein Stück weitergelaufen.
Schließlich gelangten die Drei zu einer großen Wand. Es blieb nicht viel Zeit, um Johns Plan in die Tat umzusetzen. In der Ferne war deutlich das Aufmarschieren der Alien-Wachen zu hören. "Gib mir die Waffe", schrie John Aeryn an. Schnell forderte er die beiden auf, über eine Konstruktion auf der gegenüberliegenden Seite in einen Schacht zu klettern, der etwas weiter höher gelegen war. "Was hast du vor?" rief Aeryn zurück, auch wenn sie es schon längst ahnte. Als die Wachen in Sichtweite gelangten, bemühte auch sie sich, so schnell wie möglich auf das Gerüst zu klettern.
Während sich die Wachen in einiger Entfernung positionierten, begann John auf eine Naht in der Stahlwand zu feuern. Das fremde Geschoss bewies dabei einige Durchschlagskraft. Trotz der dicken Ummantelung schaffte er es, ein kleines Loch in die Naht zu schießen. Das Wasser schoss heraus. Erst spärlich, doch der Wasserdruck begann die Naht immer weiter aufzureißen.
"Waffe fallen lassen!" John sah mehrere Mündungen auf sich gerichtet. Er leistete der Aufforderung folge - aber nur damit er freie Hände hatte, um in Windeseile auf das Gerüst zu klettern. Während John die Konstruktion hoch sprang, begannen die Wachen zu schießen. Mehrmals trafen sie das Gerüst . Gerade als John mit den Händen den Schacht erreichte, brach das Gestänge unter ihm zusammen. Mit den Füßen in der Luft baumelnd, war er ein leichtes Ziel. Doch genau in dem Moment begann hinter ihm die gesamte Wand aufzubrechen. Tausende Liter Wasser schossen mit einem ohrenbetäubenden Lärm hinaus. Kurz bevor John mitgerissen wurde, konnte ihn D'Argos starke Hand festhalten. Eine große Welle rauschte mit ihm in den Schacht hinein und John warf sich schützend über Aeryn.
Da sich das Wasser nun seinen Weg durch die Korridore des Schiffes bahnen konnte, drang kein weiteres zu den Dreien im Schacht vor. John blickte auf Aeryn hinab, die unter ihm lag und ein Lächeln auf den Lippen hatte, "Tja.. dein Plan hat funktioniert." Auch John lächelte und nickte. Sie waren erst einmal in Sicherheit. Einen für D'Argo unendlich langen Moment, starrten sich die beiden in die Augen. Aber auf die darauf folgende Unterbrechung hätte auch er gerne verzichtet.
Ein wohlbekanntes Alarm-Geräusch durchfuhr das Schiff... "Selbstzerstörung in 800 Microts". John riss seine Augen weit auf. "Nein... Neeiin!" Die Erklärung folgte prompt, als der Captain über das Comm-System verkündete, dass sich das Schiff in der Hand von Feinden befinde, und er gezwungen sei die Selbstzerstörung einzuleiten, um sie am Diebstahl ihrer Technologie zu hindern.
Mit einem Ruck machten sich John, Aeryn und D'Argo wieder auf den Weg zurück in Richtung Transport-Pod und folgten dem Verlauf des Schachtes so schnell es ging. Aber auch in den Korridoren war das Fortkommen beschwerlich, da es nur noch einige wenige gab, die nicht von Wasser durchflutet wurden. An allen Ecken und Enden begannen die Lichter zu flackern, Wände und sogar Decken durchzubrechen.
Hinter D'Argo und John löste sich plötzlich eines der Bauteile von der Decke und fiel auf Aeryn hinab. Mit einem lauten Aufschrei ging sie zu Boden. Sofort eilten die beiden Männer zu ihr und betrachteten schockiert die Situation. Zwar konnte sich Aeryn aufrichten, doch ihre Beine waren unter dem Bauteil eingeklemmt. Mit aller Kraft versuchten D'Argo und John sie von der Last zu befreien - vergebens. Mit schmerzverzerrter Mimik schrie Aeryn sie an: "Verschwindet hier!" Der Countdown zählte unaufhörlich weiter. John stand das blanke Entsetzen im Gesicht, doch er sprach ruhig, als er sich zu Aeryn niederkniete: "Nein, ich bleib hier." Aeryn liefen die Tränen über die Wangen.
Schließlich wandten sich die beiden D'Argo zu. Ohne dass Worte ausgetauscht wurden, verstand dieser die Aufforderung zu gehen. Er wusste, dass es keine Zeit mehr für einen langen Abschied gab. Nach einem anerkennenden Nicken drehte er sich um und rannte davon.
John half Aeryn vorsichtig sich an die Wand zu lehnen. Auch in seinen Augen formten sich Tränen, "Es tut mir so leid.." - "Schon gut..", schluchzte Aeryn, "..es tut schon gar nicht mehr weh.." John wusste, dass es eine Lüge war. Plötzlich hörten sie ein Poltern. Mit riesigem Druck kam die Wasserwelle auf sie zu geschossen und begann, in Windeseile den Korridor zu füllen. John und Aeryn verschwanden unter den rauschenden Wassermassen.
Auf der Hälfte des Weges blieb auch D'Argo nichts anderes übrig als durch die Gänge zu schwimmen, die immerhin noch einen kleinen Luftraum nach oben zuließen. Er traf auf wenig Widerstand - den Schreien nach zu urteilen, schienen die Aliens nicht gerade gute Schwimmer zu sein. Mit den Gedanken bei seinen Freunden, traute er seinen Augen nicht, als an einer Ecke plötzlich inmitten einiger Trümmerteile sein Qualta-Schwert und die beiden Pulse-Pistols angeschwommen kamen. Nachdem er überrascht sein Hab und Gut entgegennahm, schaute er in die Richtung, in der er John und Aeryn zurückgelassen hatte. Könnte er mit seiner Waffe das Bauteil in Stücke sprengen und Aeryn befreien? Nein, die Zeit um zurück zu schwimmen und dann wieder zum Transport-Pod zu gelangen würde niemals reichen. Mit wehmütigem Blick nahm D'Argo seinen ursprünglichen Kurs wieder auf...

TBC