Pitt's Standardstimme ist ja Tobias Meister (momentan als Jack Bauer in "24" zu hören), der seine Stimme wirklich herrlich variieren kann, sowohl verrückt-komisch (wie John Cage aus Ally McBeal) als auch finster-bedrohlich (Pitt in "Fight Club" und eben Kiefer Sutherland in "24". Warum man ihn ausgewechselt hat kann ich nicht verstehen... Jedenfalls hat mir Petersen so teilw. den Film verdorben...

Hier mal meine Meinung, jedoch möchte ich warnen: Das ist NOCH kein Review! Ich habe hier nur "kurz" meine Gedanken aufgeschrieben, um so 'nen Freund meine Meinung zu schildern. Das geschah gestern um 0:30, ich bitte demnach etwas erbärmliche Formulierungen (insbesondere häufige Wortwiederholungen) und Tippfehler zu entschuldigen:

"der Film hat 4 Hauptprobleme:
1.) Der Soundtrack. Eigentlich schätze James Horner, der Mann hat in seiner Karriere schon ein paar wirklich geniale Scores abgeliefert... um so ungläubiger habe ich gestaunt, als ich bei den Credits seinen Namen als Verantwortlichen für den abgekupferten Mist gelesen habe... Was ist nur in ihn gefahren? Der Soundtrack war eine Mischung aus Zimmer's Gladiator Score und David Arnolds Stargate. Vor allem letzteres Theme hat er derart dreist geklaut, dass ich an Arnold's stelle klagen würde... echt, es ist sowas von schlecht für die Atmosphäre eines Films, wenn das hauptthema einsetzt, und man wird aus dem Film gerissen, da man an einen anderen Film bzw. Serie denken muss... doch noch schlimmer als diese schamlose Kopie war die Sängerin... sollte wohl arabischen Flair reinbringen, singt aber so gequält, dass es einem selber in den Ohren weh tut... man stelle sich vor, da passiert auf der Leinwand gerade etwas sehr tragisches, man sollte eigentlich mitfühlen, und dann fängt ihr gejaule an, und man vergisst aufgrund der Schmerzen völlig die Szene, und bringt so keine anständigen Emotionen aufgrund des Geschehens zusammen... Der Soundtrack hat IMHO den Film stellenweise wirklich vernichtet...

2.) Die Synchronisation: Ok, man war so klug, Orlando Bloom (im Gegensatz zu Fluch der Karibik) wieder seine HDR-STimme zu geben, udn auch Sean Bean hat den aus HDR bekannten Sprecher... super, klasse, genial... nur hilft das alles nichts, wenn man bei der Hauptrolle den Standardsprecher austauscht... Nicholas Cage's Stimme hat mri so schon einmal einen Film verdorben (mal abgesehen davon dass ich seine Stimme ohnehin weniger leiden kann), nämlich bei Galaxy Quest, als Tim Allen nicht seine HMWDH-Stimme hatte. Diesmal spricht (im Gegensatz zum Trailer) nicht der geniale Tobias Meister Brad Pitt, sondern eben Cage's Standardstimme (spricht ab und an mal auch Vin Diesel), und auch wenn der Sprecher für seine Verhältnisse eine tolle Performance abgeliefert hta... es ist keine Szene vergangen, wo ich mir nicht Pitt's Standardstimme gewünscht habe... auf diese weise wurden mir auch schon (wie angesorchen) Galaxy Quest, Hannibal und Stirb langsam 3 verdorben... ich bin nun mal anfällig und sensibel für sowas... und bei Troja hat es mich, trotz des an und für sich guten Ersatzs, fast noch mehr gestört... immerhin ist Tobias Meister nun wirklich schon seit ewigkeiten Pitt's stimme... das ist so, als würde man Whoopy's Stimme austauschen, oder die von Bruce Willis, oder Mel Gibson etc... es nervt einfach...

Problem Nr. 2 der Synchronisation: Helena's absolut grauenhafte Stimme. Die Schauspielerin ist ja deutsche, möglicherweise hat sie sich selbst synchronisiert, wie auch immer... das Ergebnis ist absolut grauenhaft... jedesmal wenn sie den Mund aufgemacht hat, hätte ich mir am liebsten die Ohren zu gehalten, so genervt hat ihre Stimme... Dies ist wirklich wieder mal ein Film, bei dem ich mich auf die Original-Version freue... jedoch kommt mir die DVD nur ins Haus, wenn sie ungeschnitten veröffentlicht wird...

3.) Der Herr der Ringe: Du weißt, dass ich die Massenschlacht im 3. Teil einfach aufgrund der fehlenden Emotionalität nicht so berauschend fand... aber in jeden fall war sie deutlich beeindruckender als alles, was in Troja gezeigt wurde... vor ein paar Jahren hätten einen diese Szenen noch aus dem Sessel geworfen... heutzutage wirkt es wie eine billige HDR-Kopie. Apropos HDR-Kopie: Es gab 2 Einstellungen, die frappant an ROTK erinnert haben... 1x sieht Helena hinunter auf die feindlichen Truppen, und ein anderes mal der trojanische König auf seine brennende Stadt... beide male fühlte ich mich an Denethor erinnert... und noch eine ähnlcihe Szene gab es, die ist mir aber grade entfallen...

4.) Man weiß eigentlich nicht, zu wem man halten soll... und wenn ich zu keiner Seite eine Verbindung aufbaue, kann mich der Film emotional nicht packen und fesseln... und genau das ist eines der Hauptprobleme von Troja. Hector und sein Bruder sind jetzt auch nicht unbedingt die strahlenden Heldne, uva. Brad Pitt's Achilles, der eigentlich der tragische Held des Films hätte sein sollen, kommt teilwiese so unsympatisch rüber, dass er bei mir sämtliche Sympathien verspielt hat (ja, ich weiß, Wortwiederholung... aber es ist spät, und ich bin nicht mehr fähig, lange herumzuüberlegen und zu formulieren *g*). Gleiches gilt für Hector's Bruder... einzig Hector konnte mich begeistern, doch selbst sein Schicksal hat mich kalt gelassen... die anderen waren ohnehin zumeist leere, klischeehafte Hüllen...

Weitere kleinere Probleme: Die Dialoge sind manchmal unterirdisch, teilweise schleichen sich ein paar Längen ein, und ein paar Schnitte sind einfach soooo auffällig, dass sie die Wirkung einer Szene oftmals richtiggehend zerstören.

Die Stärken: Während die Schlachten größtenteils weniger beeindrucken konnten, gibt es dennoch ein paar wirklich geinaie udn absolut beeindruckende Einstellungen, wie der aus den Trailern bereits bekannte Shot mit den hunderten von Schiffen etc. Generell ist Petersen's Regie und Inszenierung (obwohl ich sonst kein so fan von ihm bin) einer der größten Vorteile des Films... es gibt ein paar wirklich tolle und geniale Kamerafahrten, und auch sonst schafft er es, seinen Bildern eine gewisse Größe zu verleihen.

Weiters toll: Die Zweikämpfe. Va. Hector gegen Achilles war einfach nur klasse... zwar für meine Verhältnisse ebenfalls ein wenig zu hektisch geschnitten, aber im Gegensatz zu Kill Bill I hat man trotz der rasanteren Szenenfolge nie die Übersicht verloren... man sah immer, was gerade passiert... wirklich toll.

Stärke Nr. 3: Die Schauspieler. Alle, wirklich alle, liefern eine herausragende Performance ab, ganz egal ob Pitt, Bloom, Bana, Cox, Burrows, Kruger... und gesondert hervorheben muss ich den glänzenden PEter O'Toole, der seine jungen Schausipelerkollegen in jeder Szene an die Wand spielt... was angesichts deren glänzender Leistung wirklich ein großes Kompliment darstellt.

Alles in allem ist Troja leider für mich nicht das Highlight, auf das ich gehofft hatte. Ein Film mit einen teilweise etwas schwächelnden Script (va. die Dialoge... und jeder, der sich in griechischer Mythologie besser auskennt, wird bestimmt unzählige Unstimmigkeiten erkennen), der neben kleineren Schwächen va. aufgrund des grauenhaften Soundtracks, der zwar von der Performance her gut gelungenen Synchronisation (von Helena mal abgesehen), aber einer teilweise katastrophalen Stimmenauswahl, und insbesondere der fehlenden emotionalen Bindung zu den Figuren, weshalb einen das Geschehen nie berührt. (oder mich zumindest nicht). Demgegenüber stehen tolle Kamerafahrten, tolle Zweikämpfe und glänzende Schauspieler... ein recht gutes "Historien"-Epos, aber leider nicht der erhoffte würdige Ersatz für HDR...
Wertung: schwanke zwischen 6 und 7 von 10... mehr wird's wohl nicht werden, weniger aber auch nicht... aber genau kann ich es dann erst sagen, wenn ich das Review fertig habe...