Troja - Kein wirkliches Glanzlicht!
Vielleicht hätte Her Petersen mal jemand Fragen sollen, wie man sowas richtig macht!?!?

So, ich schreib dann auch mal mein Kommentar dazu, hab den Film ja schon letzte Woche gesehen, aber konnte mich jetzt erst zu nem Standpunkt aufraffen...

Der Film hat mich ehrlich gesagt dann doch sehr enttäuscht, denn ich hatte mir sehr viel mehr von diesem "Prachtwerk" versprochen und wurde leider enttäuscht, ich ertappte mich sogar dabei, während der Film lief, dass ich des öfteren auf die Uhr sah, um zu sehen, wie lange ich da noch durch muss, leider.
Natürlich zeigt uns der Film Troja prachtvolle Bauten der Antike, die wirklich herrlich ausschauen, besonders das alte Troja. Die Ausstattung der Charaktere, mit ihren Rüstungen sieht einfach opulent aus. Die riesige Flotte der Griechen, die auf Troja zu rast, einfach gigantisch und sie flösst einem ne Gänsehaut ein, auch die wirklich sehr gut einstudierten Kämpfe, bei denen sich die Hauptakteure, Pitt und Bana, nicht doublen lassen haben, sehen einfach genial aus. Man sieht wirklich klasse Kämpfe. Da macht das zusehen wirklich Spaß, denn man sieht, da wurde sich echt Mühe gemacht.
Tja, aber wo viel Licht ist, da fällt auch irgendwo Schatten, aber dieser ist dann so gewaltig, das der ganze Film doch damit bedekt wird, leider...
Kommen wird doch mal zur Geschichte des Films, sie stützt sich weitestgehend auf Homers Gedichte "Iliad" und Odyssey Erzählungen, leider hat der Film dabei die Götter ausgespart... Die Götter finden oft Erwähnung in Troja und Achilles stellt einige interessante Fragen, tjoa er ist nicht unbedingt ein "Freund" der Götter...
Aber mal weiter im Kontext...
Wolfgang Petersen hat es über den ganzen Film hinweg einfach nicht geschafft die Geschichte tiefgehend zu gestalten, als Zuseher fühlte ich mich nicht einen einzigen Moment mitgerissen vom Geschehen, das liegt zum einen daran, da sich die gesamte Geschichte dermaßen lang zog, das oftmals ziemliche Langweile herrschte, ab und zu wird man dann doch aufgeweckt, durch dramatische Ereignisse, wie die Erstürmung des Strandes oder der Angriff auf Troja, aber eben sind diese opulenten Elemente einfach zu rar gesetzt. Störend sind auch die wirklich schlechten Schnitte während der Kämpfe, das wirre Hin- und Herwechseln der Kamera nervt irgendwann.
Auch sind die ganzen Charaktere in Troja meist nur oberflächlich gezeichnet, einzig Achilles und Hector weisen hier noch ein wenig daraufhin, dass ihre Charaktere doch etwas tiefgehender sind als der Rest. Aber auch Achilles Wandlung vom "Ich" bezogenen Antiheld zum mitfühlenden Menschen, der im Schlachtgetümmel um Troja nicht aufs Morden aus ist, sondern nur seine Liebe sucht, vollzieht sich einfach zu schnell, man nimmt ihm das nicht so einfach ab, zu schnell, zu einfach wechselt sein Charakter die Prioritäten. Hectors Charaktere ist dabei dann doch noch der tiefgehenste, aller, man hat mit ihm Mitgefühl, als er sich dem Kampf gegen Achilles stellen muss, man sieht im einfach an, als der das die Treppen und das Tor durchläuft, das es seine letzten Momente sein werden. Hector ist hier die tragische Figur, er hielt zu seinem Bruder, als er erfuhr, das Helena von seinem Bruder entführt wurde, er stellte sich im Kampf für seinen Bruder Paris, damit er ihm das Leben rettet und unabsichtlich tötet er Patroclus, dies ruft wiederrum Achilles auf den Plan, der Blind vor Wut seine Rache an Hector fordert und diese bekommt. Man hat Mitleid mit eben diesem Hector, der sogar bis in den Tod für seine Familie und eben sein Königreich geht, er berührt einen.
Leider kommt der Rest der Charaktere eher schlecht rüber, Paris (Orlando Bloom) hasst man ganz einfach, aber muss hier auch wieder sagen, Bloom bleibt wie schon in Fluch der Karibik auch in Troja wieder sehr blass, er langweilt irgendwie. Agamemnon wird als geistloser und hinterhältiger Schlächter dargestellt, man macht sich das zu einfach, den König der Griechen so darzustellen. Dagegen wird dann König Priamos als gutherziger und barmherziger König dargestellt, der mit den "armen" Trojanern die Übermacht aus Griechenland Iabwehren muss. Die "schöne" Helena, um deren Vorwand ja der Angriff auf Troja erfolgt, ist einfach ein total Ausfall. Diane Kruger spielt einfach nur schlecht und irgendwann nervt sie einen tierisch und irgendwie schaut die, immer wenn sie zu sehen ist, total komisch in die Kamera, sie nervte einfach nur, und das war schrecklich, einfach nen total Ausfall.
Odysseus findet kaum Erwähnung und taucht ab und an mal im Bild auf, großer Fehler meiner Meinung...
Naja, mich lässt der Film ziemlich emotionslos zurück, für mich ist es kein Film, den ich zweimal schauen muss!!! Leider kommt Troja nicht annähernd an die Glanzlichter, wie Braveheart oder auch Gladiator ran. Ein interessanter Film, aber mit vielen Schwächen und leider überwiegen die zu stark und machen den Film kaputt!


K.K.