Nach langem Warten ist der neue David Twohy Film endlich auch bei uns in den Kinos.

Ich hör jetzt schon die Kritiker die dem Film eine unglaubwürdige und konstruierte Story unterstellen (wenn sie dem Film überhaupt eine Story zugestehen ), Vin Diesel einmal mehr aufgrund seines mangelden Talents und seiner weiteren wortkargen-von Onelinern strotzdenden Rolle in der Luft zerreissen und sich an den esoterischen Einschüben stören.
...und ich muss sagen sie alle werden recht behalten.

Trotzalldem und vorallem dank meiner Symphatie gegenüber dem Regisseur mag ich den Film.
Die Geschichte ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig, vorallem die Grösse des von Twohy kreierten neuen Universums und die Menge an neuen Namen und Orten ist schon etwas verstörend. Lässt man sich aber einmal in die Welt ein hat sie doch einen gewissen Reiz.
Ich empfehle aber allen unbedingt vor dem CoR-Besuch sich nochmals Pich Black und das Anime "Dark Fury" der nahtlos an Pitch Black anschliesst anzusehen. Ausserdem wäre es ratsam sich zumindest inhaltlich über das XBox Spiel "Escape from Butchers Bay" zu informieren.
Denn all diese Elemente ergeben zusammen die Chroniken von Riddick und lassen den grossen Handlungsbogen erkennen den Twohy geplant hat.
Mit diesen Vorkenntnissen macht die Geschichte etwas mehr Sinn und wie ich meine auch mehr Spass.

Zurück zum eigentlichen Film:
Schauspielerisch darf man trotz Judio Dench's Mitwirkung nicht viel erwarten. Es spielen alle ihre Rolle glaubhaft und selbst Diesel fällt nicht aus der Reihe da die Rolle von Riddick bekanntlich mehr durch seine Präsenz und visuellen Coolness als durch irgendwelche schauspielerischen Kniffe lebt Mehr ist aber nicht drin.
Erwähnenswert finde ich die Neubesetzung von Jack/Kyra gespielt von Alexa Davalos. Sie ist imho insofern interessant weil ich einen Tag vor dem Kinobesuch die 4. Angelstaffel geschaut habe und sie mir dort bereits auffiel, ohne jedoch den Namen zu kennen. Das gleiche bei CoR, und ich erkannte erst später dass es sich um die selbe Person handelte

Bezüglich Riddick sollte aber etwas richtiggestellt sein:
Der Charakter Riddick wird zwar als böse und unberechenbar vorgestellt, aber ähnlich wie in PB ist das nicht wirklich der Fall. Das liegt weniger an Diesels mangelndem Talent sondern mehr an Twohys Script. Auch ohne zuviel vorwegzunehmen kann man sagen dass auf Riddick ein vorherbestimmtes Schicksal fürs Gute wartet das im XBox Spiel den anfang nimmt und im dritten Chronikenfilm sein Ende findet sollte.
Es ist aber äusserst fraglich ob überhaupt der zweite Teil der Chroniken-Trilogy gedreht wird. Die Box Office Einnahmen sind sehr ernüchternd und sofern die DVD Auswertung nicht ausserordentlich erfolgreich ausfällt sehe ich da nicht viel Hoffnung.

Die Effekte, die Ausstattung und das Production Design sind wie erwartet beeindruckend.
Bei den digitalen Effekten gibt es aber (was auch nicht sonderlich überrascht) qualitative Unterschiede. Vorallem <font class='spoiler'>die Bestien im Höhlengefängnis </font>sind etwas gewöhnungsbedürftig, obwohl die Animation tadelos ist.

Der Soundtrack gefällt mir ausserordentlich gut. Ich bin eigentlich kein besonderer Fan von Greame Revell, aber bereits das Thema von Pitch Black hat mir gefallen und das hat er in überarbeiteter Form übernommen und erweitert.
Hinzugekommen sind mehrere Percussioneinlagen à la Elfman und einige schön tiefe Bläserthemen für die Necromonger.
Nichts weltbewegendes, im Film ziemlich imposant und auf CD ein sehr nettes Hörvergnügen.

Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer Film mit mehr oder weniger gravierenden Schwächen. Da mich aber das neu gestrickte Universum rund um Riddick aber schon längst gepackt hat, kann ich mit den Schwächen leben.
Ich hoffe zwar das die Geschichte auf irgendeine Art noch fortgesetzt wird (wenn nicht im Kino vielleicht auf DVD, Comic oder in Buchform) aber die die Chancen stehen wie gesagt ziemlich schlecht.
Von mir gibts für Chronicles Of Riddick eine aufgerundete 7/10, für den spannenden Storybogen rund um Riddick 9/10.

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