Um auf die Musikproblematik einzugehen (das habe ich ja bisher ausgelassen): Das große Problem dabei ist, dass ich im Radio ein Lied höre, das mir gefällt. Für die Single (also ein einziges Lied, hin und wieder ist zugegebenermassen auch noch mehr drauf) blättere ich 7-8 Euro hin. Für das Album 16-20. Und das, obwohl ich nicht mal weiß, ob mir die Songs überhaupt gefallen.

Niemand würde auf die Idee kommen, ein Auto zu kaufen, dass er sich nicht zuvor genau angeschaut hat. Die Musikindustrie erwartet von uns aber genau das.

Schon vor Jahren hätte man die Möglichkeit gehabt, "CD-Erstellungs-Stationen" in Supermärkten aufzubauen, in der der Konsument aus einer Vielzahl verschiedener Titel sich seine ganz persönlcihe CD zusammenstellen kann. Doch diese Gelegenheit (Versuche gab es in dieser Hinsicht ja schon) wurden durch die Uneinigkeit der Musikkonzerne aufgehalten und schließlich vom Internet überholt.

Und darauf folgte gleich das nächste Versäumnis: Anstatt möglichst schnell eine Plattform auf die Beine zu stellen, wo man sich einzelne Songs ziemlich günstig runterladen kann, hat die Musikindustrie jahrelang gegen Napster gewettert, ehe dieser schließlich geschlossen wurde. Das Problem wurde damit aber in keinster Weise gelöst, da schon bald Ersatz durch KaZaA und Konsorten da war.

Doch selbst hier hätte man das Ruder noch rumreißen können, durch Preissenkungen (denn was CD's betrifft haben sich die Preise in den letzten 10 Jahren (!&#33 nicht wesentlich verändert) bzw. eben durch ein eigenes, kostenpflichtiges (jedoch UNKOMPLIZIERTES! Daran scheitern nämlich die momentanen Systeme noch) Downloadsystem. Stattdessen hat man ständig das Ende der Musikindustrie heraufbeschworen (schon mal daran gedacht, dass die Rückgänge bei den CD-Verkäufen einerseits auf die Konjunktur und andererseits auf die Einführung neuer Formate wie DVD-Audio zurückzuführen ist? Gerade der Verkauf letzterer hat in den vergangenen Jahren überproportional zugenommen, und dürfte durch die nicht allzu höheren Produktionskosten in Verbindung mit im Vergleich zu CD's doch nochmal deutlich gesteigerten Preisen die Verluste im CD-Bereich ziemlich ausgleichen) und die Downloader extrem kriminalisiert wurden. Sorry, aber einer Firma, die mich am liebsten hinter Gitter sehen will, schiebe ich das Geld natürlich erst recht nicht hinterher.

Es stimmt schon, dass das Herunterladen von Musik und/oder Filmen eine Straftat ist. Da soll sich niemand etwas vormachen. Aber solange das nicht kommerziell betrieben bzw. in absolut überzogenem Masse genutzt wird, sollte man die Leute nicht gleich als Schwerverbrecher hinstellen.

Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass ich mir schon vor 15 Jahren Lieder kostenlos besorgt habe, in dem ich mir die Songs einfach im Radio aufgenommen habe. Das Internet ist einfach eine andere Quelle mit zugegebenermassen besserer Qualität und größerer Auswahl, doch gratis-Zugang zu Musik hat es grundsätzlich eben auch schon vorher gegeben. Nur als kleiner Denkansatz...

HAVE A NICE DAY
cornholio1980