ich weiß nicht, was das gejammer soll. coverversionen sind nix neues. dieses prinzip funktioniert bereits seit jahrzehnten sehr erfolgreich. also kein symptom der heutigen musikindustrie, sie sind genausowenig marktbeherrschend. objektiv betrachtet. denn schaut euch doch mal die jahrescharts oder sowas an. da wird der geringste teil durch coverversionen vertreten. die erfolgreicheren titel vom letzten jahr, die mir noch im ohr sind... "in the shadows" von rasmus, "hey ya" von outkast, "unrockbar" von den ärzten ...oh mann, mir fallen die grad nicht alle ein.

jedenfalls wird für mich nach objektiver betrachtung deutlich, dass es in den charts nach wie vor gute und gleichzeitig erfolgreiche musik gibt. schaut eudch doch mal allein den erfolg von grönemeier an. der hat mit seinem mensch-album aller cover-stars verdrängt.

zur entwicklung auf die promi-schiene, also auf die schiene einer musikwelt, bestehend aus künstlichen stars, trägt jeder von uns selbst bei. man braucht nur ins forum zu schauen und sehen, wieviel aufmerksamkeit "phänomenen" wie superstars, tatu, ich bin ein star, holt mich hier raus! usw. gewidmet wird.
da sich von der industrie aus diesem erfolg der schluss ziehen lässt, schein-promis kann man besser und flexibler vermarkten, wird sie sich natürlich stärker auf solche gestalten wie kübelböck u.ä. konzentrieren.
schließlich braucht es genügend prominentes kanonenfutter, um es für den nächsten quotenbringer rekrutieren zu können.

trotzdem findet diese entwicklung nicht in der gesamten musikwelt statt. es gibt keine gute musik mehr? wie bitte? hä? habt ihr was aufn ohren? es gibt massen guter musik. bzw. gibt es massig musik, die eine möglichkeit bietet, darin was gutes zu entdecken.
wer sich dabei auf die dauerpromoteten sachen verlässt und nicht über den tellerrand schauen möchte, ist selbst schuld. radiosender spielen nur noch hitparade? na sicher doch... gaaaanz sicher. schon mal den sender gewechselt? versuchts einfach. ja, das geht wirklich.
und ich gehe jede wette ein, dass jedes radio in deutschland und auch österreich wenigstens bis zu 3 sendern hat, die ein anderes programm bieten als es die hitparaden vorschreiben.
als ich in den ruhrpott zog, machte ich mich gleich daran, radiosender zu suchen, die mir gefallen. ich fand einige. z.b. funkhaus europa / radio multikulti. da kommt internationale musik vom feinsten. türkisch, indisch, russisch... ich mag folklore sehr und war von dem sender sofort begeistert. wiederum gibt es sender, die vieles aus der sogenannten "guten alten zeit" spielen. oldies eben. für ewig gestrige eine weitere alternative. mit ewig gestrigen müssen sich übrigens nicht die angesprochen fühlen, die musik von damals mögen. die mag ich auch. ewig gestrig sind für mich die, die meinen, es hat nur damals gute musik gegeben und heutzutage ist ALLES nur mist.

dass ALLES mist ist im musikbereich ist nämlich eine wirklich dumme, kurzsichtige behauptung, die besonders jene bands trifft, die mühevoll versuchen, ihr ding durchzuziehen ohne auf charts-ettikette zu achten.
ja, denn sogar die gibts.
ach, is doch drauf geschissen. ich kann einfach nicht glauben, dass jemand so schlecht informiert ist und die gebotene vielfalt im musikbereich nicht erkennt. da hocken hier einige stundenlang im internet und schaffen es anscheinend nicht mal, ein paar interessante musikseiten zu finden. allein ein besuch in der review-abteilung von amazon kann helfen. in irgendeinem buch stand, heutzutage haben wir zwar alle möglichkeiten, alle informationen und daten, die wir brauchen, jedoch schaffen es die meisten nicht, diese flut zu bewältigen.

jaja, wir sind alle opfer. wir können gar nicht anders. bevor wir selbst versuchen auf grund unseres verstandes, der uns im gegensatz zu tieren die möglichkeit des komplexen differenzierens und individuellen entscheidens gibt, aktiv zu werden, lassen wirs doch lieber. machen wirs wie die sau vorm fressnapf: fressen.
bzw. konsumieren.

der einzig menschliche zug, der bei diesem verhalten über bleibt, ist der des jammerns. jammern dürfen ist doch was schönes. sonst wüssten wir gar nicht, worüber wir uns unterhalten sollen. und das thema coverversionen z.b. wäre scheißegal.