Christoph Waltz spielt in "Inglorious Basterds" den interessantesten Nazi seit Ralph Fiennes' Amon Goeth aus "Schindlers Liste". Wie auch Goeth ist Waltz' Hans Landa ein vordergründig weltgewandter, charmanter Mann hinter dem sich die Fratze eines leidenschaftlichen Sadisten verbirgt. Besonders augenscheinlich in der Eröffnungsszene eines französischen Bauernhauses, die auch zugleich das beste Kapitel des Films darstellt.

"Inglorious Basterds" übertrifft nicht "Pulp Fiction", stellt für mich aber Tarantinos beste Arbeit seit seinem Geniewerk dar. Es ist schön zu sehen dass er es nach eher durchwachsenen Streifen wie "Jackie Brown" oder "Kill Bill II" noch vermag wirklich einprägsame Charaktere wie Hans Landa zu erschaffen. Dabei sind die Basterds auch nicht frei von Kritikpunkten, denn ich hatte das Gefühl dass eben jene Basterds um die sich der Film eigentlich drehen sollte, viel zu wenig im Mittelpunkt stehen. Dabei kann ich die Spielzeit für die wunderbare französische Neuentdeckung Mélanie Laurent (Shoshanna) noch eher verzeihen als den Auftritt von Diane Heidkrüger, die so blass bleibt wie in jedem anderen Film auch. Brad Pitt bekommt wenig Gelegenheit seinem Aldo Raines Farbe zu verleihen - am Ehesten noch in der witzigen Verkleidung als Italiener - und die anderen Basterds tauchen kaum bis gar nicht auf.

So bleibt "Inglorious Basterds" nicht der große Wurf den Tarantino-hörige Fans in IMDBs Top 50 gepusht haben, aber ein sehr unterhaltsamer Film.

Ich vergebe 8 von 10 Sternen.