Ich bin seit ca. 11 Jahren beruflich u.a. auch mit dem Thema "häusliche Gewalt" befaßt. In der ganzen Zeit hatte ich zwar viele Fälle von Gewalt gegen Frauen und Kinder, allerdings nur 3 Fälle von Frauengewalt gegen Männer, wobei von diesen 3 Fällen ein Paar zweimal beteiligt war. Allerdings erhebt das keinen Anspruch auf Repräsentativität.

M. E. ist es auch so, daß Männer in der Regel (aber natürlich nicht immer) aufgrund der körperlichen Voraussetzungen einfach "kräftiger hinlangen" können, weshalb die Folgen auch deutlich gravierender sind. Mal angenommen die Durchschnittsfrau verliert die Beherrschung und trommelt dem Mann wütend auf die Brust, dann hat das bei weitem nicht solche Folgen, als wenn der Durchschnittsmann seiner Frau eine Ohrfeige einschenkt. Nach meiner Erfahrung zumindest schlagen Männer übermäßig häufig in das Gesicht ihres Gegenübers (egal ob Mann oder Frau). Häufige Verletzungen sind dann die sog. Monokelhämatome (zu deutsch "Veilchen") und Nasenbein-, Jochbein- und Orbitabodenfrakturen. Und diese Frakturen müssen ärztlich behandelt, häufig auch operiert werden. Damit wird es dann halt auch aktenkundig. Ein paar blaue Flecken am Oberkörper brauchen dagegen ja nicht unbedingt einen Arzt...

Leider wird häusliche Gewalt - egal ob gegen Frau, Mann,Kind - von der Gesellschaft immer noch zu sehr toleriert.