Es mag sicherlich ein wenig übertrieben erscheinen, wenn man bei einem Fall von 0,3 Punkten die Serie ein wenig in Frage stellt, doch ist, wenn man die Quoten betrachtet, die US-Zuschauerschaft im Moment sehr unentschieden, was "Enterprise" betrifft und die US-Quoten sind entsprechend auch sehr instabil. Daher kann sich "Enterprise" nicht mehr soviele Durchhänger leisten wie in der ersten Staffel, wo sie einen gewissen Freiraum noch hatte, der hier nicht mehr gegeben ist. Wenn die Serie nicht hier und jetzt die Zuschauerschaft mit etwas neuem fesselt und ihr zeigt, warum es sich lohnt, bei ihr weiterhin einzuschalten, dann werden die Einschaltquoten weiter sinken.

Mehr Sex, mehr Action und mehr Humor - klingt nach "Andromeda" und mag für eine "Star Trek"-Serie etwas neues sein, doch der US-TV-Markt ist längst weiter. "Star Trek" und vor allem "Das nächste Jahrhundert" standen einst für Anspruch und Innovationen im Fernsehen, "Enterprise" ist gerade dabei, das ohnehin in Verruf geratene Franchise aufs übelste zu verraten. Mehr Sex, mehr Action und mehr Humor - Worte von "Star Trek"-Chef Rick Berman - mögen innovativ für "Star Trek" sein, doch für den Rest des US-TV-Marktes sind sie es längst nicht mehr. Um im derzeitigen TV-Markt bestehen zu können, muss man etwas bieten, was andere Serien nicht haben - und was ist das bei "Enterprise"? Die Antwort: Fans, die abwandern.

Sex kann man ein wenig intelligenter unterbringen als dies in "A Night in Sickbay" der Fall war, Sex in "Enterprise" (sprich Dekontaminierungsszenen und dummes Gelabere über so und soviele Freundinnen) sind peinlich und mögen höchstens noch prä-pubertäre Jugendliche, die schon bei jeder Kussszene in Entzückung geraten, zu beeindrucken, doch niveauvollere Fans, die in "Star Trek" das Anspruchsvolle und Intelligente geschätzt haben, wandern ab. Damit ist "Enterprise" eine geborene Durchschnitts-Serie, die die Quoten nicht aus Innovation und Anspruch holt, sondern aus Unterhaltung niedrigerer Art. Um etwas neues zu zeigen, muss man nicht unbedingt alles alte auf den Kopf stellen.

Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, zeigt ein bestes Beispiel: "Andromeda", ironischerweise "Star Trek"-verwandt und leider "Enterprise" sehr ähnlich, wenn auch die "Star Trek"-Serie um ein tausendfaches anspruchsvoller ist, was keine große Kunst ist.

Geklaut von voyager-center.de
Dazu dann noch Kaffs Antwort und das ganze ist doch ein nettes Thema