Das ist ein recht ambivalentes Thema.
Insofern, da wir einerseits eindeutig gerontokratische Tendenzen haben in unserer Arbeitsgesellschaft (Bevorzugung älterer Arbeitnehmer), andererseits in vielen Fällen das Gegenteil der Fall ist. Da gilt dann ein regelrechter Jugendkult.

So ist es nicht zu rechtfertigen, dass Menschen die mit 50 arbeitslos werden, keinen Job mehr kriegen. Die Personalchefs rechtfertigen dass dann mit der Begründung, dass sie zu alt wären, und somit nicht mehr so belastbar wie ihre jüngeren Konkurrenten.
Studien haben nur bewiesen dass dies überhaupt nicht der Fall ist, und sie zudem durch die größere Erfahrung sogar Vorteile haben können - was aber die Einsteller der Republik nicht zu tangieren scheint.
50 ist noch harmlos, in vielen Jobs bist Du ja schon mit 40 zu alt.

Ich persönlich arbeite ja am liebsten in einer Ich-Ag, jeder ist sich selbst der nächste. Man kann sich zwar keinen Sündenbock suchen wenn man mal so richtig Scheisse gebaut hat aber dafür gibt es individuelle Arbeitszeiteinteilung, exklusive weibliche Kundenbetreuung und man weiß zu jeder Zeit welcher Depp nichts für sein Geld tut.
Der Begriff "Ich-Ag" ist für mich schon ein Witz, da die Ich-Ag nur ein illusionäres Konstrukt ist, welches Herrn Clement dazu dient, die reale Arbeitslosigkeit massiv zu drücken, indem er hunderttausende Bürger in solche AG's transferiert. Man halte sich vor Augen, dass die reale Arbeitslosenzahl in unserem Land ohne Papier Ich-AG's, ABM's etc. bei über 6 Millionen Menschen liegt. Das muss man den Politikern lassen, 1,5 Millionen Menschen einfach aus den Statistiken verschwinden zu lassen ist eine Leistung, die selbst Winston "Ich glaube keiner Statistik die ich nicht selber gefälscht habe" Churchill vor Neid erblassen lassen würde.

Nennen wir es lieber Selbstständigkeit. Und da macht unser Staat seinen Bürgern es ja auch alles andere als leicht. Die Eröffnung eines Unternehmens dauert mit den Formalismen in Deutschland 30 Tage. In Dänemark, unserem schnuckeligen kleinen nördlichen Nachbarn, geht man in die nächste Arbeitsagentur (und die heißen anders als hier nicht nur vom Namen so), stellt die nötigen Unterlagen mit einem Kundenbetreuer (Kunden, nicht Bittsteller) zusammen, und verlässt das Gebäude drei Stunden später als frischgebackener Unternehmer.
Nicht ohne Grund ist die Existenzgründungsquote ein Witz, und der Mittelstand bricht immer mehr ein, weil die massiven mittelständischen Insolvenzen (dieses Jahr 40000) nicht mehr kompensiert werden. Und da verpulvert Gerd keine werbewirksamen (letztendlich effektlose) 100 Mio Steuergelder wie bei Holzmann.