Musterbeispiel für die Cash Cow ist wohl Herr der Ringe.
Der dritte Teil hat gerade mal 94 Millionen Dollar gekostet. Insgesamt kosteten alle drei Teile ca. 330 Millionen Dollar.
Nun mag man sagen das ist Viel. Aber wenn man die Vergleichszahlen in Betracht zieht ist es verdammt billig für so eine epische, extrem effektreiche Riesenproduktion, mit jeder Menge CGI, teuren Setbauten, Kostümen, aufwendiger Logistik etc.
Aber diese Filme wurden praktisch komplett in Neuseeland gedreht und nachbearbeitet. Die Computereffekte und die gesamte Ausstattung kam ebenfalls aus Neuseeland vom hauseigenen Team des Regisseurs.
Hätte man diese Filme in gleicher Qualität versucht in Hollywood zu drehen, vielleicht mit ILM als Effektstudio, hätte die Trilogie ohne Probleme doppelt soviel kosten können.
Auch waren die Marketingkosten nicht alzu hoch. Ich habe zum Beispiel anders als bei Van Helsing nur relativ wenig Werbung für den letzten LOTR-Teil gesehen. Der war einfach ein Selbstläufer, alle wichtigen Medien haben darüber berichtet. Da war Werbung praktisch überflüssig.
Und wenn man sich die Haben-Seite anschaut...den Produktionskosten von 330 Millionen Dollar stehen alleine Kinoeinnahmen von 2900 Millionen Dollar entgegen - dazu DVD-Einnahmen ebenfalls im Milliardenbereich...und von dem ganzen Merchandisingkram will ich gar nicht einmal reden.
Ich muss auch zugeben, um auf das Topic zurückzukommen, dass ich die Strategie der Hollywoodbosse nicht so recht verstehe. Jeweils im Abstand von einer Woche laufen jetzt die drei einzigen Blockbuster des ersten Halbjahres 04 an, nämlich Van Helsing, Troja und Day after Tomorrow. Unverständlich, weil sich die Filme so gegenseitig die Zuschauer wegnehmen in der wichtigen zweiten Woche.
Warum die Studios ihre Filme da nicht im größeren Abstand zueinander an den Start haben gehen lassen.
So ein Erfolg ist allerdings auch nicht planbar (und die Filmbosse planen nun einmal gerne nach dem Motto "Steck ich viel Geld vorne rein kommt auch hinten viel raus"), und passiert nur höchst selten. So einen "Überraschungshit" gibt es vielleicht einen unter hunderten Filmen im Jahr. Beispielsweise Big Fat Greek Wedding letztes Jahr, oder den Billigfilm Blair Witch Project vor ein paar Jahren.Wie lange dieser Wahnsinn noch anhalten wird, ist sehr die Frage, zumal "Billig"-Produktionen wie "Passion of the Christ" beweisen, wie man mit wenig Aufwand Unmengen Kohle schaufeln kann.
Und wenn Du Dir mal die Box Office Alltime Liste anschaust, so ist der einzige Film der unter diese Kategorie (billige Produktionskosten - großer Gewinn) fällt erst auf Platz 17 zu finden. Alle Streifen darüber sind Blockbusterproduktionen.
Mel Gibson muss man natürlich gratulieren. 600 Millionen Dollar hat sein Film eingespielt - und das Beste daran ist ja, dass er alleine den Gewinn einsackt, der sich alleine nur für die Kinoausstrahlung bei 300 Millionen belaufen dürfte. Dagegen sind seine sonstigen Saläre als unterbezahlter Schauspieler (20-30 Mio $ pro Film) ja nun Makulatur.




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