Na ja, jetzt wo Reagan tot ist da ist das Thema wohl durch. Fast so wie hier und das mit den folternden Schülern. Aus den Augen aus dem Sinn. Witzig ist ja das sowohl Soldaten als auch die Kids ein paar Monate Haft bekommen und unehrenhaft aus dem Dienst entlassen werden.

Zum Schluss noch was passendes vom allmorgendlichen Frühstückstisch:

der lange text

Folter und Frühstücksbrötchen

[…]

Leute (und zwar ganz gleich welcher Herkunft, Klasse, Schicht oder welchen Bildungsgrads) sind absolut zufrieden damit, in regelmäßigen Abständen von der Existenz so genannter sadistischer Schweine, perverser Folterknechte oder einfach menschlichen Abschaums unterrichtet zu werden, die Bilder "entsetzt" aufzusaugen, um dann ebenso regelmäßig festzustellen, wie unbegreiflich das alles sei. Um ausrufen zu können: "Wie können zivilisierte Menschen so etwas tun!" Das ist wohl der Sinn der ritualisierten Veranstaltung. Und: "Wenn das nicht bald aufhört, schmeckt mir das Frühstücksbrötchen nicht mehr."

Es hört dann auch bald auf (in der Zeitung zu stehen), und das Frühstücksbrötchen schmeckt wieder. Oder es schmeckt auch nicht, wegen des Benzinpreises, der Steuer oder einer anderen Regierungstortur. Langsam neige ich zur Ansicht, dass das Weltengebräu an monströser Gräuelscheiße entscheidend mit dazugehört, dass das Geschäft mit den Frühstücksbrötchen weiterläuft.

Die Menschen hier sind Weißmehlkannibalen, sie wollen nicht aufgeklärt sein, sie wollen ein Blatt zwischen sich und der Welt, das sicherstellt, dass die in einem Bagdader oder texanischen oder argentinischen, chilenischen, kambodschanischen, chinesischen oder iranischen Knast abgehauenen Körperteile oder die entblößten Körperhaufen fremdländischer Nacktmenschen in irgendeiner Weise gerade auf ihrem Teller landen. Dafür haben wir schließlich einen Staat, dafür zahlen wir Steuern, dafür füttern wir eine Polizei durch.

Dafür finanzieren wir unsere Lieblingsjournalisten, dass sie uns nur alle fünf Jahre mit den Folterdetails vor die Augen kommen. Christina von Braun fühlte sich in einer Radiodiskussion über Abu Ghraib an archaische Opferrituale erinnert. Mit dem überraschten Aufschrei über die Gequälten reinigt man alle fünf Jahre seine gepeinigte Seele und trägt, anstelle der Beute und der Teilnahme am Opfermahl, die Fotosouvenirs davon.

Ebendeshalb gibt es in der Schule nicht die Unterrichtseinheit "Das Gelächter des Folterers. Alles über das ,Hi Mom, this is fun'-Lächeln der Lynndie England". Und kein Human Rights Watcher sieht durch die Einwegscheibe im Kosovo.

auszug