Da gilt wohl das Prinzip des "2 Dumme ein Gedanke", denn dank unseres freundlichen progressiven Papstes bzw. seines Leib- und Magen-Kardinal Ratzinger und ihrem Postulat zum Feminismus wollte ich selbst auch diesen Thread mal wieder aus der Versenkung holen.

Simara, Du schuldest mir übrigens noch eine Antwort auf meine letzte Mail, wie ich gerade gesehen habe.

Meiner Meinung nach macht sich mit solchen Kinkerlitzchen die Frauenbewegung lächerlich.
Richtig. Feminismus ist in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland leider der von BH-verbrennenden, Schwarzer-Bücher verschlingenden Radikalemanzen. Und das schadet der Glaubwürdigkeit.

Ich hab mich mal erkundigt. Hier in Deutschland sind die Frauenhäuser privat bwz. durch Vereinigungung gegründet worden.
Nix Hilfe vom Staat. Die Frauenhäuser erhalten zwar von den Landkreisen (zumindest hier bei uns) Zuschüsse, diese sind aber auf freiwilliger Basis und können jederzeit eingestellt werden.
In Hamburg ist ja gerade ein Streit im Gange weil hier die Zuschüsse gestrichen werden (latenter Geldmangel).
Auch wenn ich der Meinung bin, dass hier ganz sicher an der falschen Ecke gespart wird - allerdings muss das Geld auch irgendwo herkommen. Bei uns in Bayern wollte die Regierung den Blinden sogar ihr Blindengeld zusammenstreichen.

In Österreich läuft das glaub ich anders, da sind pro soundsoviel Einwohner Frauenhausplätze vorgeschrieben..... aber da bin ich mir eben nicht sicher. Kann das ein Österreicher (männlich oder weiblich) bestätigen?
In anderen Ländern gibt's auch Anti-Diskriminierungsgesetze, auf die das Land der Teutoten aber trotz deutlicher Forderungen der EU bisher verzichten darf. Daher macht Diskriminierung hier auch noch mehr Spaß als anderswo, weil man eher selten dafür vor dem Kadi landet.

Also, liebe geschlagene Männer, wenn ihr Männerhäuser wollt, dann macht sie euch auf. Jammert nicht rum, sondern engagiert euch. Das haben die Frauen auch getan.
In Punkto geschlechtsspezifischen Themen existiert bei Männern eben anders als bei Frauen kein Problembewusstsein, und daraus folgernd gibt es natürlich auch keine Organisationen die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Schließlich ist dafür gerade im ehrenamtlichen Bereich eine gewisse Solidarität und Zusammenhalt gefragt.

Dieses ganze Gejammere geht mir nämlich allmählich ziemlich auf den Keks und vermittelt den Eindruck, dass die Männer sehr gerne stänkern und jammern, aber den Hintern nicht hochkriegen.
Könnte das Neid sein?
Frau, hol mir was zu trinken.
Frau, mach mir was zum Essen.
Frau, eröffne Männerhäuse (wenn du dich schon erdreistest uns zu schlagen).
Frau, organisiere Männeraktionswochen.

Aber aufs Klo könnt ihr noch alleine gehen, oder?
Ich mag dieses "Wir sind auf dieser Seite und ihr auf der anderen"-Denken nicht.
Wir sind alle auf derselben Seite.
Ich habe, die Notwendigkeit von Frauenhäusern betreffend, schon mehr Dinge gesehen als mir lieb ist, und bin von deren Wichtigkeit absolut überzeugt. Frauenhäuser nehmen keinem Mann etwas weg, so wie es im Gegenzug auch Männerhäuser den Frauen nicht würden. Menschen die in Not wegen häuslicher Gewalt sind brauchen Hilfe, egal um wen es sich dabei handelt.

Ich bin gegen Diskriminierung in jeder Form, und somit sowohl gegen die Diskriminierung von Frauen in einigen Bereichen als auch gegen die Diskriminierung von Männern in anderen Bereichen. Beides schließt sich nämlich nicht aus.
Ich finde eigentlich Menschen unglaubwürdig die nur für eine dieser Seiten eintreten. Ich kann nicht gegen die Diskriminierung von Gruppe A protestieren und mehr Rechte verlangen, die Diskriminierung von Gruppe B aber ignorieren.

Von Jammern halte ich ebenso nichts. Mit Jammern hat noch nie eine gesellschaftliche Gruppe mehr Rechte erreicht, das geht nur durch Aktivität.

Allerdings habe ich mitunter das Gefühl, dass einige Männer Angst vor selbständigen Frauen haben.
Je nach charakterlicher Veranlagung wird sich ein Mensch eben in der Mentalitätsschiene
Dominant ------ Ebenbürtig ------- Devot
ein Gegenüber suchen dass ihm entspricht. Manche Männer mögen vielleicht lieber devote Frauen und devote Frauen lieber dominante Männer.
Wer eher auf Devote steht wird wohl vor Dominanten durchaus etwas Angst haben.
Auch dies würde ich also nicht am Geschlecht festmachen.

Ich finde das Zitat nicht mehr, aber einer meinte, warum wir Frauen nicht aus den Fehlern der Männern lernen.
Möglicherweise weil es menschliche Fehler sind und keine männliche.
Errare humanum est - nicht errare maskulinum est.

Ich halte ganz allgemein die menschliche Fähigkeit aus Fehlern zu lernen für eher begrenzt. Auf den einzelnen Menschen und seine relativ begrenzte Lebensspanne kann das durchaus zutreffen, Gesellschaften über längeren Zeitraum aber begehen immer dieselben Fehlern. Deshalb läuft Geschichte ja auch in periodischen Zeitspannen ab.

Nun mittlerweile bin ich zu der Meinung gekommen, dass es den Männer (en Gros) gar nicht schaden würde, mal die andere Seite der Medaille kennen zu lernen.
Klar, wenn Frauen sich dafür in Zukunft freudig im Krieg verheizen lassen, Zivildienst leisten und die 242 der 250 gefährlichsten Berufe welche derzeit von Männern ausgeübt werden übernehmen, warum nicht? Mal sehen wie lange es dauert bis die Lebenserwartung der Männer dann 7 Jahre höher statt niedriger liegt. Nein, bitte keine Antwort auf diesen Absatz, er ist als Sarkasmus zu verstehen.

Ich stelle in Abrede dass es der Entwicklung der Menschheit dienlich ist, wenn man an 5000 Jahre Patriarchat nochmal 5000 Jahre Matriarchat dranhängt. Wäre auch nur wieder verschwendete Zeit.
Diesen Geschmack am "Heimzahlen" und Ab- bzw. Aufrechnen hast Du offensichtlich immer noch nicht verloren.

Martin Luther King sagte dazu einmal etwas sehr passendes:
"Darkness cannot drive out darkness, only light can do that.
Hate cannot drive out hate, only love can do that."

Vielleicht verstehst Du das Prinzip.
Hass mit Hass zu bekämpfen führt nur zu noch mehr Hass. Diskriminierung mit Diskriminierung zu bekämpfen führt nur zu noch mehr Diskriminierung.

Auch wenn Du das vielleicht anders siehst gibt es hier keine Kollektivschuld, und für dass was der Großinquisitor im Mittelalter oder der freundliche Taliban heute seinen Frauen antut kann ich rein gar nichts.
Ich habe noch nie eine Frau respektlos behandelt aus dem Grund weil sie eine Frau ist. Wer mich mir mit Achtung begegnet dem begegne ich mit Achtung - unabhängig davon ob ich mit diesen Menschen nun Chromosom No. 23 teile oder nicht.

Wäre ungefähr so wie wenn mich ein Jude für den Holocaust verantwortlich macht, nur weil ich zufällig Deutscher bin (hab' mir aber nicht ausgesucht in welches Land ich geboren wurde). Nicht zu vergessen dass ich damals noch nicht geboren war, und die Verantwortlichen schon lange unter der Erde liegen.

Ich bin ja nicht der Einzige der Dir das hier schon öfter gesagt hat, aber Menschen in Schubladen wie "Mann" oder "Frau" zu stecken beschränkt auch nur den eigenen Horizont und führt zu Vorurteilen - ich bemühe mich Andere nur in eine Schublade zu stecken:

"Mensch - und alles Weitere wird man sehen"

Und ich bleibe bei der Meinung, dass Männer nicht sooo stark diskriminiert werden, wie es das Buch allem Anschein nach vorgibt.
Und ich glaube nicht dass man alles aufrechnen kann.
Wer hat mehr gelitten? Die Männer die an der Ostfront in Stalingrad und Co. von russischen Panzern niedergewalzt wurden, oder die Frauen zuhause, die in den Großstädten plattbombardiert wurden. Macht ein Leben das andere wett?
Kann man Leid aufrechnen? Kann man Diskriminierung aufrechnen? Kann man das in Zahlen, Statistiken und in Studien ausdrücken?

@Bademeister, hast du das Buch jetzt durch?
Nein. Es gehört allerdings zu den 3700 Seiten angesammeltem Bücherwust welchen ich nach Möglichkeit und Zeit noch bis zum Beginn des Wintersemesters an meiner geliebten Uni abarbeiten werde.

So, das Schlachtfeld ist eröffnet.....
Ich sehe hier kein Schlachtfeld.
Nur eine Mitdiskutantin die immer noch nicht eingesehen hat dass es hier nichts zu bekämpfen gibt außer dem eigenen Schubladendenken.