Strafen bringen, im Gegensatz zu Entschädigungen, den Angehörigen der Opfer auch nichts. So weit war ich in dem Thread schonmal, das bleibt auch meine Meinung.

Aber mal angenommen, man wolle tatsächlich alle Verantwortlichen für Morde an Zivilisten im Vietnamkrieg zur Rechenschaft ziehen. Das würde nicht bei den Mitgliedern der im Spiegel genannten Eliteeinheiten enden.

Die vietnamesischen Revolutionäre bewegten sich unter ihren Landsleuten, den Worten des großen Vorsitzenden Maos folgend, "wie der Fisch im Wasser" und gebrauchten die Zivilbevölkerung sowohl zur Versorgung, als auch als Schutzschild. Die amerikanischen Soldaten folgten der offiziell festgelegten Strategie, den "Fisch vom Wasser zu trennen", und radierten zu Lande und insbesondere aus der Luft vietnamesische Dörfer aus, um die Bauern in die im Spiegel-Artikel erwähnten "Wehrdörfer" oder großstädtische Slums zu treiben.
Also müssten sämtliche Kämpfer des Vietnamkriegs, inklusive der militärischen und politischen Führungen beider Seiten jener Zeit, vor Gericht.

Vielleicht ist das im Sinne der politischen Hygiene positiv. Blos ob so eine radikale Säuberung positive Effekte für Zukunft hat, halte ich zumindest für zweifelhaft.

Ich glaube auch nicht, dass sich das durchsetzen lässt. Und halbe Sachen, z.B. exemplarisch ein paar zufällig dokumentierte Schlächter abzuurteilen, fände ich ungerecht.