Deswegen habe ich ihn auch als Gegenmodell zum Aufstieg Roms gesehen. Die Römer waren nämlich extrem klug, und ihre wahre Leistung war nicht das Erobern neuer Länder mittels einer Armee die im Vgl. zu den Barbarenstaaten technisch genauso überlegen war wie heute die Amis einer afrikanischen Buschmiliz, sondern das Verwalten eines Imperiums was von der Osttürkei bis nach Portugal, und von Südägypten bis nach Schottland reichte. Die Römer hatten z.B. ein geniales Nachrichtensystem was wichtige Nachrichten für die damalige Ära (keine Fernsprecheinrichtungen) in Rekordzeit übermitteln konnte. Zum Beispiel alle paar Stunden Pferdestationen (sowas wie heute Autobahntankstellen) wo Pferde und Kuriere immer bereit standen und so wie in einem Staffellauf immer die Nachrichten weiterleiteten.
Und die Römer haben sich in ihrer Blütezeit nie übernommen. Nachdem die Germanen in einem Vietnamartigen Guerillakrieg seinerzeit 50.000 römische Soldaten abgemetzelt hatten (berühmt wurde die Varusschlacht im Teutoburger Wald), zog der Kaiser klugerweise seine Truppen aus diesem Land zurück und ließ Grenzbefestigungen bauen, statt weiter in Gefilden Abenteuern nachzujagen, wie es gewisse andere GRÖFAZe in anderen Teilen der Welt taten (Adolf, Napoleon in Russland usw.).
Der Vorteil der Römer war auch, dass das zwar ein sehr zentralistisches und nach dem Ende der Republik monarchisches System war, anders als bei Alexander aber nicht alleine auf einem einzigen Mann basierte.
Wenn man die Macht von Imperien und den Einfluss ihrer Kultur auf die Menschheitsgeschichte irgendwie ranken würde, würde für mich Alexander erst in den hinteren Rängen kommen. Das antike Rom (für die westliche Kultur) und das antike China (für die östliche Kultur) würden sich den ersten Platz teilen. Die kulturellen Leistungen letzterer sind leider auch eher weniger bekannt, dabei bauten die schon 150 Meter lange Holzschiffe und fuhren um die halbe Welt, als unsere Vorfahren noch mit der Wildschweinjagd beschäftigt waren.
Universalgenies gibt es natürlich auch nur höchst selten. Man denke mal an unseren laut RTL (ich brauch kein RTL um darauf zu kommen) größten Deutschen, Goethe. Der schrieb brilliante Werke von Klassik bis Romantik, entwickelte die Farbenlehre, und betätigte sich nebenbei als fähiger Politiker in Weimar. Von dem Italiener der uns die Giaconda, Fluggeräte und die Anatomie hinterlassen hat, fang' ich lieber gar nicht an.
Ist sowieso ein bischen Off Topic.




Zitieren
Als Lesezeichen weiterleiten