Danke, für jeden einzelnen Beitrag in diesem Thema. Wann immer das Thema 2001 zur Sprache kommt, gibt es für mich immer genügend Gründe zur Freude (und ich bin mir sicher auch Stanley Kubrick würde sich über einige Beiträge hier freuen).
Lars:
Die Handlung hast du gut zusammengefasst. Wo ist dein Problem?
Ich meine da rauszulesen, dass du der Episodenhaften Erzählweise zu viel Aufmerksamkeit geschenkt hast und daher die verbindenden Elemente nicht genug wahrnehmen konntest.Die einzelnen Handlungsteile sind (böse ausgedrückt) "aneinandergeklatscht", m.E. ist der Handlungsbogen reines Stückwerk ("episodenhafte Erzählweise" nennt das vielleicht der Fachmann). Keiner der Teile hat mich besonders fesseln können.
Und da hast du auch die Antwort auf deine Eingangsfrage. Bei Filmen, die dich auf audiovisueller Ebene so sehr beeindrucken wie 2001, kann es sich doch nur um Klassiker handeln.Und der Flug der Raumfähre von der Discovery zum Jupiter/Monolithen ist auch spektakulär, geradezu hypnotisch.
Ich war selten vom Zusammenspiel von Bildern und Klängen so beeindruckt wie hier.
Das Buch braucht man weder vorher noch nachher zu lesen um den Film zu verstehen.Hätte man vielleicht das Buch vorher lesen sollen? Was soll dieser ganze Hokuspokus um diesen Monolith?
Der Monolith (die Monolithen wäre besser) ist grob gesagt das Werkzeug einer hochentwickelten ausserirdischen Rasse zur Beeinflussung der Evolution von weniger hochentwickelten Rassen.
In erster Linie werden sie von Affen zu Menschen. Das sie dabei blutrünstig werden, ist nur ein Teil der Entwicklung.Da taucht ein schwarzer Felsklotz auf, die Menschenaffen werden auf einmal blutrünstig.
Sendet der Monolith nicht auch Elektromagentische Signale aus? Sagt nicht einer der Beteiligten, dass es aussieht, als ob er bewusst versteckt wurde und gefunden werden sollte (oder war das im Buch)?der zweite Monolith wird irgendwo verbuddelt auf dem Mond gefunden, als er gefunden wird, macht er "PIEEEEEEPPPP"
Spannende Story, oder?die Menschen gucken nach, wo er denn "hinpiept", allerdings schlägt die Mission fehl, da auf einmal ein Supercomputer meint, sein Leben (dessen er sich offenbar bewußt wird) und seine Mission seien in Gefahr, weshalb er zum Morden übergeht, kann allerdings vom letzten Überlebenden doch noch überlistet werden
Wieso verschwindet er auf Nimmerwiedersehen?und der [Überlebende] verschwindet auf Nimmerwiedersehen, nachdem er sich während des Fluges anscheinend einen LSD-Trip eingeworfen hat.
Als erstes sieht er Dinge, die die menschliche Aufnahmefähigkeit überfordern.
Als zweites sieht er sich selbst wie er älter wird und stirbt.
Als drittes sieht der Zuschauer ein Baby im Weltraum.
Vielleicht sollte man nach Verbindungen suchen?
Ist doch wunderbar, wenn Filme auf den Betrachter wirken.So hat der Film auf mich gewirkt.
Ich habe Armageddon gesehen und der Film hatte keinerlei Wirkung auf mich.
Ich wüsste nicht wer dich kreuzigen sollte, wenn nicht ich. Wie schon oben erwähnt, ist es eine Freude so etwas zu lesen und ich freue mich über jeden neuen Blickwinkel, der meine nächste Space Odyssee eventuell bereichert.Wahrscheinlich werde ich gleich von den wütenden SF-Anhängern gekreuzigt, daß ich eines ihrer Kultobjekte nicht verstanden habe und in Frage stelle. Na, dann 'mal auf zur fröhlichen Ketzerverbrennung, Leute.
2001 ist vielleicht einer der Filme, bei denen es etwas bringt, darüber nachzudenken.Aber vielleicht ist es ja doch noch nicht zu spät für die Rettung meiner Seele - während ich den Beitrag verfasse, scheint mir einiges etwas klarer zu werden ... GNADE!
In diesem Fall macht das die Sache für mich teilweise noch interessanter. Beispielweise wie du die Handlung beschreibst, ohne einen gesamten Sinn im Hinterkopf zu haben, ist sehr auflussreich und interessant für mich.Außerdem möchte ich für meine holprige, unausgegorene Schreibweise um Entschuldigung bitten - ich bin halt kein Filmkritiker, und Aufsätze waren noch nie meine Stärke.
Da hast du jetzt aber den Salat. Nach 24 Stunden ist die erste Seite des Themas fast voll. Und dabei habe ich noch gar nicht angefangen über 2001 zu reden.
Dune:
Ich habe mich ja über viele ketzerische Formulierungen von Lars gefreut, aber dieser Satz ist auch nicht schlecht.Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie einige Stellen kürzer gestaltet hätten.
Was hättest du dir denn in komprimierter Form gewünscht?
- Das Intro ohne die ersten Sekunden von Also Sprach Zaharustra
- The Dawn of Men mit weniger Szenen allgemein und der Ligeti-Szene (Monolith) verkürzt
- Schöne Blaue Donau nach 90 Sekunden abbrechen, weil es sich sowieso nur noch wiederholt?
...
Der Film besteht doch lediglich aus überlangen Szenen.
Ich möchte mal in Frage stellen, ob es bei 2001 darum geht, ob man den Film [i]mag[i] oder nicht.Vielleicht versteh ich ihn ja auch falsch, aber den Film mag ich trotzdem und darum gehts ja auch eigentlich.
Charnode:
Ich glaube Lars weiß inzwischen, was 2001 zu einem Klassiker macht.Ich muss mich hier zu Lars gesellen. Ich verstehe nicht ganz, was 2001 zu einem Klassiker macht.
Wieder ein Satz, der mich schlichtweg glücklich macht. Und ich wette, Kubrick hätte auch seine Freude daran gehabt. Wirklich.Für mich beweist 2001 vor allem eines: Raumfahrt ist käselangweilig, und das wird sie auch noch eine ganze Weile bleiben, ehe der Mensch die Technologien besitzt, um wirklich interessante Missionen ins All zu starten.
Daran hätte Kubrick allerdings wahrscheinlich nicht seine Freude gehabt. Und ich auch nicht.Noch etwas kommt dazu: Wenn ich mir einen Film ansehe, will ich auch unterhalten werden. Mal ernsthaft, mal oberflächlich, aber unterhalten. Wenn ich mir so einen Film ansehe, will ich eines nicht - eine trockene Dokumentation. Und genau diesen Charakter hat für mich 2001. Das kann man als Kompliment nehmen, andererseits aber auch als Kritik.
Auch wenn es schier unglaublich klingt: Nicht für jeden Zuschauer ist 2001 eine trockene Dokumentation. Und es gibt Zuschauer, die werden tatsächlich unterhalten von 2001. Beim ersten Gucken. Beim zweiten. Beim dritten. Beim vierten. Und auch beim fünften. Ja eigentlich bei jedem Durchlauf. Und sogar in der Zeit zwischen den Durchläufen unterhält er sie.
Haplo:
Das ist doch schön.Persönlich finde ich, dass Buch und Film etwas für sich haben.
Nager:
War das wirklich Star Trek?Vorallem Star Trek hat leider einige "Untugenden" eingeführt, an denen sich seitdem unzählige SF-Filme und Serien orientiert haben.
Wieder ein Grund zur Freude.Ich bin leider kein großer Film-Kenner, aber bisher hat es für mich kein Film seit 2001 geschafft, den Weltraum so überwältigend groß, leer, kalt und beklemmend realistisch darzustellen.
Wieder das episodenorientierte Denken. Für die Reise der Discovery trifft das zu, was ist aber mit der Zeit vorher?Das Gefühl der Isolation und Verlorenheit der Protagonisten, die nur ein unheimlich winziger Punkt in einem unvorstellbar riesigen Universum sind, der sich scheinbar fast gar nicht in Relation zu irgendwelchen Bezugspunkten fortbewegt, kommt gut rüber.
Ich behaupte mal, dass 2001 bei den TV-Tipps im Off Topic stand, aber recht früh angekündigt wurde.Zum Film selbst kann ich sonst gar nichts sagen, weil ich ihn einfach furchtbar lange nicht gesehen habe. Wäre mal wieder Zeit. Warum sagt mir niemand Bescheid, wenn er im TV läuft? Jedes Mal verpasse ich ihn wieder.
Bademeister:
Ich mag die Erklärung im Lars-Teil meines Posts lieber.Zu einem Klassiker hat ihn der simple Umstand gemacht, dass 2001 der erste "erwachsene" Science Fiction-Film war.
Wieso nicht auch den Vergleich zu späteren Genrefilmen wagen?2001 hat einen ganz anderen Stil (wenig Action, surreale Bilder, lange Kamerafahrten) mit einer im Vergleich zu den früheren Genrefilmen um Meilen anspruchsvolleren Handlung.
Da 2001 in vielen Belangen derjenige von Kubricks Filmen ist, der am besten Kubricks Stil beinhaltet, scheint die Aussage sehr richtig zu sein.Ich persönlich mag 2001 nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass mir Kubrick als Regisseur allgemein nicht liegt.
Immerhin etwas. Strangelove kannst du ruhig einmal antesten, da könntest du an einigen Dingen durchaus gefallen finden.Bis auf die erste Hälfte von Full Metal Jacket gefällt mir kein einziger seiner bekannten Filme (Dr. Strangelove ausgenommen, weil ich den immer noch nicht gesehen habe).






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