Das aleasche Pantheon
Wie die götter auf die Erde kamen, was sie hier wollen und warum sie nicht endlich wieder gehen.
"Am Anfang war nur die Schwärze. Dann fingsie an, sich zu langweilen, so ganz allein in ihrer eigenen völligen Nichtexistnz, und begann, sich selbst eine Geschichte zu erzählen. Aus dieser Geschichte wurde dramaturgis geboren, der Göttervater des Rollenspiels. Der schwafelte und schwafelte, bis ihm selbst die Ohren explodierten, und aus Frust erschuf er Licht und Dunkelheit, griff in beides kräftig hinein und erschuf so die Zwillinge Sadismos und Moraleier. Sadismos wollte gleich anfangen jemanden fertig zumachen, erfand zu diesem Zweck die Menschheitu und schuf anschließend aus seienm Zeigefinger Pädagogis, das dreiköpfige Ungeheuer. Moraleier hingegen fand es politisch korrekt, einen alten Schwachkopf zu lieben, schlief mit ihrem Vater und brachte den Greis und ihren zukünftigen Gottgemahl Hervergesstos zur Welt, der immer verpennt, was er eigentlich vorher sagen hätte müssen. Und so lebten und stritten diegötter und spielten mit der Welt, und immer häufiger bekamen sie sich kräftig in die Haare ob der Frage, wie Rollenspiel nun eigentlich wirklich sein sollte.
Um den Streit zu beenden, riss sich jeder eine Gehirnzelle aus, Moraleier kochte daraus eine Suppe, und dem grünen Schaum entstieg Lexicania, die Besserwisserin.
Schnell begriffen die Götter ihren Fehler und erschlugen den kleinen Kotzbrocken. Doch leider ist sie, wie alle Götter, unsterblich, und wir müssen mit ihr leben, wie auch mit ihren fünf unsäglichen Kollegen. Mögen uns die Würfel gnädig sein."
Der ehrwürdige Leiter einer Spielrunde nun ist nicht im direkten Sinne einer dieser Götter, sondern er wird von einem solchen beseelt. Aufmerksame Beobachter können direkt erkennen, wenn der Gott in den Spielleiter hineinfährt - ein kaum merkliches Erschauern ist eines der Zeichen, ein kurzes Innehalten und dann ein Glanz in den Auen, der mit unseren beschränkten menschlichen Maßstäben fast schon als irrsinnig empfunden wird, sicher jedoch als ein wenig beängstigend. Das ist der Augenblick, in dem aus einem Menschen, einem Spielleiter, ein Meister wird.
Nahezu jeder Meister folgt genau einer der sechs Gottheiten. Es soll einige Fälle von meisterlichem Polytheismus gegeben haben, da gleich mehrere Götter in nur einen Körper gefahren sind und in der Spielrunde heillose Verwirrung, Chaos und Panik auslösten, aber im Normalfall läßt sich doch recht schnell feststellen, mit welcher Art göttlicher Bessenheit man es zu tun hat, und die charakteristischen Züge der Gottheit, die einen bestimmten Körper zum Tempel gewählt hat, treten recht eindeutig zutage.






Zitieren
Als Lesezeichen weiterleiten