Seitdem cosmonusa mir den Sinn und Zweck dieser Doppelfolge erklärt - nämlich "Altlastenbeseitigung", sprich: weg mit dem Temporal Cold War - ist diese Episode für mich trotz der oben erwähnten Lücken und Unzulänglichkeiten recht erträglich gewesen.
Die schießunsicheren Deutschen (oder die offenbar kugelsicheren Widerstandskämpfer), die nahezu immer treffsichere Phasenpistole, photonische Torpedos (seit wann sind die denn an Bord? Ich fand diese alten "Schnecken" wesentlich lustiger), die Lobhudelei und pathetische Abschiedsrede von Silik - "egal, ab nächster Woche wird alles besser", so habe ich während der Episode mir immer gedacht.
Was mich dann allerdings doch erstaunt hat (und vielleicht doch ein kleines bißchen geärgert), waren zwei Deja-Vu-Erlebnisse:
- in der Szene, als Alicia Travers in der Kabine des toten Besatzungsmitgliedes mit Archer diskutiert (und anschließendem Blick auf die Erde), musste ich beinah sofort an "First Contact" denken (Diskussion Picard/Assistentin von Cochrane, "Sie wollen zurück zur Erde?"/Luftschleusenszene), hier hat man offenbar beide Szenen miteinander vermengt; hätte man da einen etwas schnelleren Schwenk/Schnitt vom Satz "Ich habe Höhenangst" zum Fenster mit Blick auf die Erde gemacht, wäre der Witz m.E. sogar gelungen
- die Abschlußszene mit der die Enterprise empfangenden Flotte war eine 1:1-Konzeptkopie von VOYs "Endgame" - und genauso öde
Eines noch - als Alicia nach der Funktionsweise des Transporters fragte, musste ich unweigerlich stöhnen, weil ich wieder irgendwelches, möglicherweise auch noch a-kanonisches Technogebabbel befürchtete, und dann schmunzeln über ihre eigene Antwort ("Ach, wissen Sie, vergessen Sie's, ich will es garnicht wissen."): sehr schön, einfach, aber doch intelligent aus der Affäre gezogen.
EDIT: Wenn ich schon 'mal "Eines noch" sage ...
Mir sind nach dem Lesen zweier anderer Reviews noch ein paar Dinge wieder eingefallen:
Erst einmal die Wochenschau zu Anfang - nur wenige veränderte Szenen, etwas neuer Text, ein neuer Zusammenschnitt, und schon entsteht ein verblüffend authentisch wirkendes Zeitdokument. Gut gemacht, und eine schöne Einleitung zur zweiten Folge.
Dieser Alien-Boss Vosk gewinnt ein wenig an Profil, vor allem seine Meinung, Zeitreisen als gerechtfertigtes Mittel zur Verbesserung der eigenen Zivilisation, aber auch die Rede vor seinen Mitarbeitern zeigen, daß er der Fanatiker ist und nicht die temporalen Agenten - man denke an seine Sicht der Dinge, die er Archer während des Gesprächs im Wald "vorstellt".





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