RTL bestätigt: Chartshow "Top of the Pops" wird eingestellt

Mitte Februar hatte DWDL bereits über das bevorstehende Aus von "Top of the Pops“ berichtet. Heute hat RTL das Ende des Formats offiziell bestätigt. Der Sender sieht im Internet einen der Gründe für die Quoten-Probleme, die letztlich zum Aus führten.

Am 8. April strahlt RTL mit der 355. Folge zum letzten Mal die deutsche Version der internationalen Musikshow “Top of the Pops” aus, wie RTL-Sprecher Jovan Evermann auf Anfrage mitteilt. Damit bestätigt der Kölner Sender Informationen des Medienmagazin DWDL von vor drei Wochen, wonach die Show nach der derzeit laufenden Staffel endet.

Evermann sieht die Schwierigkeiten der Chartshows im deutschen Fernsehen - das ZDF und ProSieben gaben sich schon vor längerem geschlagen - in einem veränderten Konsumverhalten der Zielgruppe: „Die Jugendlichen informieren sich immer häufiger gezielt im Internet“. Dies sei aus Fernsehsicht ein „fataler Trend“, dem man bei „Top of the Pops“ mit inhaltlichen Veränderungen entgegen wirken wollte. Noch im Januar hatte man die Sendung inhaltlich verändert. „Leider nicht erfolgreich“, stellt Evermann fest.

Bei RTL werde Musik aber weiterhin eine feste Größe bleiben. Am kommenden Sonntag überträgt RTL zum wiederholten Mal die Echo-Verleihung; setzt mit der „Ultimativen Chartshow“ in der Primetime und Musik-bezogenen Beiträgen in Magazinformaten in der Daytime weiter auf Musik im Programm.

Ole Tillmann, seit Anfang 2000 Moderator des Musikformats, hatte sich schon vor einigen Wochen teilweise von „Top of the Pops“ zurückgezogen. Wegen Dreharbeiten für die RTL-Sitcom "Mein Leben und ich", in der er eine Rolle übernimmt, vertritt ihn seit dem 21. Januar alle zwei Wochen "GZSZ"-Schauspielerin Susan Sideropoulos. Ab 18. April sind Tillmanns Schauspielkünste an der Seite von Wolke Hegenbarth bei „Mein Leben und ich“ zu sehen (DWDL berichtete). Vor Tillmann und Sideropoulos moderierten bereits Jenny Elvers-Elbertzhagen, Holger Speckhahn und Oliver Geißen "Top of the Pops".

RTL startete das Format im September 1998. Anfangs aus Berlin, wurde die Sendung in Hürth und seit vergangenem Jahr im Coloneum in Köln-Ossendorf produziert. Die Sendung war von Anfang an kein Quotenhit. In den letzten Monaten erreichte die Musikshow in der Zielgruppe in der Regel Marktanteile um die zehn Prozent und lag damit deutlich unter RTL-Durchschnitt. Marktanteile über 15 Prozent erzielte das Format zuletzt im Frühjahr 2003.

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«Deal or No Deal» wird doch fortgesetzt

Im vergangenen Sommer ging Sat.1 am Donnerstagabend mit der Gameshow «Deal or No Deal» auf Quotenfang. Moderator Gudio Cantz spielte mit seinen Kandidaten das weltweit beliebte Spiel, in dem sich die Kandidaten für den Koffer mit dem großen Hauptgewinn entscheiden müssen. Hierzu muss der Spieler zunächst Koffer aus dem Spiel nehmen. Bleibt der Hauptgewinn im Spiel, bietet ihm die Bank immer mehr Geld, falls der Kandidat sich entschließt auszusteigen.

Die Quoten blieben allerdings unter den Erwartungen von Sat.1. Sie taumelten in der Zielgruppe zwischen neun und vierzehn Prozent, im Schnitt zu wenig für Sat.1. Deswegen verkündeten die Berliner, die Reihe nicht fortzusetzen. Sag niemals nie - so lautet eine Weisheit, die wohl auch auf die Reihe «Deal or No Deal« anzuwenden ist. Denn entgegen den bisherigen Ankündigungen folgen in diesem Sommer nun doch weitere 14 Folgen. «Deal or no Deal» wurde bislang schon zwei Mal offiziell abgesetzt und dann wieder fortgeführt. "Ich habe in der Zusammenarbeit mit den Produzenten gesehen, dass das Format noch ein unglaubliches Potential hat", erklärte Matthias Alberti das Umdenken im Quotenmeter.de Interview. Auch mit dem Partner der Sendung, der Glücksspirale, sei Sat.1 sehr zufrieden gewesen.

Auf den Donnerstagabend legt Sat.1 die Show aber nicht mehr - dort werden im Sommer durchgängig neue Folgen der «Schillerstraße» gesendet. Stattdessen versucht der Bällchensender mit der Gameshow am Sonntagvorabend, um 19:15 Uhr, gute Reichweiten einzufahren.

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