In diesem Fall würde ich sagen, ist es wirklich andersrum. Der Film - und das gilt vermutlich für jede Verfilmung eines Buches von Philip K. Dick - raubt dem Lesen des Buches den größten Teil des Reizes. Das ist bei anderen Autoren anders, weil die meisten anderen Autoren die Realität in ihren Büchern weniger wie diese russischen Puppen konstruieren, wo in jeder Puppe eine weitere Puppe steckt. Man könnte diese ineinander verschachtelten Realitäten vielleicht den 'Dick-Effekt' nennen. Bei den meisten Autoren sind Verwirrung und Überraschung einfach wesentlich weniger zentral als bei Philip K. Dick, und man kann sie daher auch nach Lüftung der Geheimnisse noch ganz gut genießen, weil es z.B. sprachliche Feinheiten oder Details der Beschreibung zu entdecken gibt, die der Film nicht hat. Ein Film hat zusätzlich zu dem oben beschriebenen 'Dick-Effekt' noch visuelle Reize, man hat also vom Film auch ohne den spezifischen 'Dick-Effekt' noch etwas, während ich mir nicht so sicher bin, daß man vom Buch ohne den 'Dick-Effekt' noch viel hat. Dick ist weder ein großer Sprachkünstler - was nicht heißen soll, daß er schlecht schreibt, sondern nur, daß das eben nicht den besonderen Reiz seiner Bücher darstellt - und auch detaillierte Beschreibungen oder so gehören nicht unbedingt zu seinen Hauptstärken. Der 'Dick-Effekt' *ist* genaugenommen das Buch; ich bin mir nicht sicher, was übrig bleibt, wenn er wegfällt, weil man die Auflösung schon kennt.Zitat von cornholio1980





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