Ich denke auch, für Anakin/Vader war die Dunkle Seite eher ein Fluchtpunkt. Er war nicht wirklich böse.
Anakin ist ein zorniger junger Mann mit dem Herz am rechten Fleck. Er war mächtig, ihm fehlte aber die moralische Indoktrination, die man erhält, wenn man vom Jedi-Orden quasi aufgezogen wurde. Daher war ihm auch keiner seiner Lehrer gewachsen. Sie selbst sind Kinder des Ordens, leben in einem Elfenbeinturm in dem ihre Werte funktionieren. Was Anakin mühsam lernen mußte, war für sie selbstverständlich. Allerdings fehlten ihnen somit auch die Erfahrung, mit den Zweifeln eines Jungen umzugehen, der in der realen Welt aufgewachsen ist. Anakin mußte sich also unverstanden fühlen.
Dazu kommt noch seine Macht. Ihm fiel vieles einfach so zu für das andere Schüler ewig trainieren mußten. Dass er so keine rechte Arbeitsmoral entwickeln konnte, ist also logisch. Und dadurch fehlte ihm der Verständnis dafür, etwas nicht zu tun, weil es falsch ist obwohl man es kann. Auch in dieser Sache mußte er sich unverstanden fühlen. Vor allem, wenn man ihm verbot, seiner Mutter zu helfen und seiner Liebe zu Armidala ausdruck zu verleihen.
Fassen wir zusammen: Anakin hatte keine Vorbilder, die er echt respektieren konnte, weil sie ihm keine Antworten auf seine Fragen bieten konnten. Durch seine Macht war er es gewohnt, dass alles einfach funktionierte, wie er es wollte. Ist es da ein Wunder, dass er sich bei der Dunklen Seite der Macht wohler fühlte? Sie biete ihm einen leichten Zugang zur Macht und schränkt ihn nicht durch Vorschriften ein, die er nicht verstehen kann.
Und dass er sich irgendwann gegen die Jedis wenden würde, war auch vorherzusehen. Sie waren es immerhin, die ihm im andauernd Weg standen. Zusammen mit der sanften Führung durch Palpatine war es nur eine Frage der Zeit, bis er sich auflehen würde.
Er ist also nicht böse sondern nur fehlgeleitet, was vor allem den engen Strukturen des Jedi-Ordens zuzuschreiben ist. Ich denke, tief im inneren hat er versucht, das Richtige zu tun, wußte aber nicht wie und erst als es um das Leben seines Sohnes ging, fand er die Kraft, den richtigen Weg zu gehen.
Whyme






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