hier. ich weiß, mal wieder was schreiben könnte nicht schaden. aber bei der diskussion und der art, wie hier über sogenannte werte diskutiert wird, würde es mir schwer fallen, nicht beleidigend bzw. persönlich zu werden. wenn ich schon allein das gefasel über die westliche welt und ihre errungenschaften lese, rollen sich mir die zehennägel hoch.Zitat von Estefan
bademeister wüsste dazu sicher noch viel mehr gebildetes zu sagen, aber er meldete sich vor einigen monaten ab, will sich aus der internetwelt zurückziehen. eine idee, die ich ihm nicht verübeln kann.
nächste woche schreib ich mehr zu dem thema. bis dahin möchte ich darum bitten, beim zellebrieren unseres westlichen wertekanons nicht allzu weit vom eigentlichen thema abzudriften. bisher ist das noch nicht passiert. denn es ist schon angemessen, im zusammenhang mit der papstwahl über werte zu diskutieren. das ist immer noch besser als hohle phrasen (erzkonservativ, blablablabla....) über benedikt 16 auszutauschen. der durchschnittliche bürger scheint über diesen menschen wirklich nicht mehr zu wissen als das. jeder wurstsuppenschlürfer schreits um die ecke: boah, der is ja sowas von erzkonservativ. dabei kennen genau diese leute ratze wahrscheinlich nur aus dicken bild-schlagzeilen oder pseudo-polit-talkshows.
bei all dem gerede über konservativ sollte man sich sowieso zunächst mal die frage stellen, was wir mit unserer modernen lebensweise eigentlich besser machen. dabei lasse ich mal themen wie verhütung und aids außen vor. ich denke, da herrscht ein breiter konsens. auch ich bin gegen die ablehnung dieser mittel zum umgang mit einer übersexualisierten welt. wir kriegen unsere weichteile eben einfach nicht besser in den griff (diese aussage lässt sich allerdings nicht auf die aids-probleme in der 3. welt beziehen -nur um missverständnisse zu vermeiden).
davon mal abgesehen, stellt der sogenannte konservative glaube, der ratze nachgesagt wird, aber grundlegende wertefragen dar. zu werten, die schnell unserer angeblich sexuell aufgeklärten und freien welt entgegengestellt und somit als altbacken und gefährlich bezeichnet werden. nur ist für mich genau da der konflikt: was bedeutet sexuelle aufklärung / freiheit?
bedeutet es das, was wir heute haben?
bedeutet es die beinahe schon aggressive übersexualisierung fast aller lebenswelten, die uns umgeben?
bedeutet es, seine möppse ständig in die kamera zu halten?
bedeutet es, so viel nackte haut wie möglich zu zeigen?
bedeutet es, komplexe wegen seiner penislänge /brustgröße zu bekommen?
bedeutet es, sich auf den schönheits-op-tisch zu legen?
bedeutet es, sich männern als sexspielmaus anzubieten?
bedeutet es, sich frauen als dauerpotenter luxusmacker zu präsentieren?
ich glaube, so zwanghaft wie viele dieser aufgezählten punkte, mittlerweile in unserer westlichen welt platz eingenommen haben, ist es schwierig für mich, das noch mit freiheit zu verbinden. es hat für mich mehr mit druck, zwang und fremdsteuerung zu tun. all diese werte sind nichts als hinfälliger müll, der nicht mal eine einigermaßen funktionierende basis für ein gutes leben bietet sondern nur durch schein und heuchelei existiert. genau das, was der kirche immer vorgeworfen wird. nur bemerken die leute, die das tun nicht, dass sie selbst eine religion zellebrieren, die nur andere namen und andere götter und andere glaubenstexte hat, jedoch im vergleich zum christentum, islam usw. nicht minder extrem ist:
die relgion des schönheits- und sexwahns, die religion von nikeadidasreebockversacepumakookaimercedes...usw., die religion des pop, die religion der dauerberauschung usw. usw.
und was ist daran besser?
in gewisser weise ist diese art religion auch sehr konervativ, denn sie hat uralte mittel als grundlage: profit und verschwendung.
oh, nun hab ich doch mehr geschrieben. naja, gibt immer noch genug dazu zu sagen. endlich mal wieder eine spannende diskussion.






Zitieren


Als Lesezeichen weiterleiten