Im Großen und Ganzen kann ich cornholio eigentlich nur zustimmen. Ridley Scott versteht es optisch imposante Filme zu machen, handwerklich gibt's an dem Film nicht viel zu meckern. Der Soundtrack ist mir jetzt nicht negativ aufgefallen, er ist mir eigentlich überhaupt nicht aufgefallen, was aber eben auch nicht gerade für ihn spricht. Auch bei den Schauspielern gibt's keine Ausfälle, alle machen einen guten Job, auch Bloom war durchaus okay, wenn er auch sicherlich hinter (z.B.) Irons zurücksteht.
So weit so gut, hört sich ja alles ganz gut an, aber auch mir ging es so, dass der Film mich nicht wirklich mitreißen konnte. Es war zwar alles schön anzusehen, aber wirklich mitgefiebert hat man nicht. Sie hat recht, die Rede von Balian gegen Ende bei der Schlacht um Jerusalem ist ein gutes Beispiel dafür. Diese hat einen nun wirklich gar nicht vom Hocker gehauen.
Bin ja mal gespannt, ob das alles in der längeren Fassung besser wird, wobei ich im Kino jetzt nicht unbedingt das Gefühl hatte, dass da eine Stunde fehlt (was aber nicht viel heißen muss). Wenn in der Langfassung mehr auf die Charaktere eingegangen wird und man so emotional evtl. stärker eingebunden wird, würde das dem Film sicherlich helfen. Es besteht natürlich auch die Gefahr, dass der Film einfach nur länger wird, zu lang womöglich, wenn die Schwachpunkte der Kinofassung nicht ausgemerzt werden.
Fazit: ein guter und durchaus sehenswerter Film, dem er aber leider nicht gelingt, einen richtig mitzureißen
Abschließend mal noch eine inhaltliche "Frage" zum Film: irgendwie will mir nicht einleuchten, warum Balian Jerusalem am Schluss überhaupt unbedingt verteidigen will. Er fühlt sich doch hauptsächlich den Einwohnern verpflichtet. Da Saladin in dem Film recht positiv dargestellt wird und nicht den Eindruck macht, als wäre er auf ein Massaker an Zivilisten aus, wäre es doch auch Balians Sichtweise das beste gewesen, die Stadt einfach kampflos zu übergeben und abzuziehen. Letztenendes machen sie ja auch genau das und ziehen ab und alle scheinen sogar glücklich damit zu sein (von einigen Geistlichen mal abgesehen). Insofern leuchtet mir nicht ein, warum Balian kämpft. Wäre er konsequent der Linie gefolgt, dass es nur um das Volk geht, wäre dies in meinen Augen die beste und vor allem auch logische Variante gewesen. An der Verteidigung von christlichen Heiligtümern war ihm ja wohl nicht gelegen.
Dies war ein Punkt, der mich auch noch gestört, aber vielleicht liegt das ja auch nur an mir und ich habe irgendetwas wichtiges übersehen. Wenn nicht, vielleicht wird ja auch das in der Langfassung deutlicher.
CU Falcon





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