Review nach Themengebieten diesmal
Humor
Wen der Droidenhumor schon in Episode II genervt hat, der sollte die ersten 20 Minuten besser Augen und Ohren geschlossen halten – Episode III treibt das nämlich auf die Spitze. Sämtliche Szenen im Schiff während der Raumschlacht sind eigentlich eine Aneinanderreihung mehr oder weniger witziger Aufnahmen von Droiden, die dumme Sprüche ablassen oder einander in den Blechhintern treten. Beinahe schon schmerzhaft war das übertrieben menschliche Verhalten der beiden Droiden, vor denen R2 sich versteckt. Beste Droidenhumor-Szene: Anakin hängt im Aufzugsschacht und der Kampfdroide sagt "Hände hoch!". Klasse. Typisches Roboterverhalten, 1a Situationskomik.
Der Humoranteil wurde im Lauf des Films glücklicherweise stark zurückgefahren, zum Schluss gab es nur noch dann und wann eine C3PO-Bemerkung oder eine Yoda-Aktion wie das an-die-Wand-klatschen der beiden Imperial Guards (gab übrigens spontanen Applaus im Kino)
General Grievous
Von dem Kollegen hätte ich nach Clone Wars halsbrecherischere und vor allem weniger lächerliche Action erwartet. Der Kampf mit den 4 Lichtschwertern… schon seeeehr naja, zumal die Nase mit den Dingern nicht wirklich umgehen kann. Dann lieber wie in CW auf einem Bein mit 3 Schwertern. Gipfel der Peinlichkeit: Grievous' Motorrad, das einfach nur beschränkt aussah.
Der Abgang hingegen war wieder okay.
Anspielungen auf frühere Episoden
Okay, vielleicht habe ich ein bisschen viel in die Szenen reininterpretiert, aber ich habe in Epsiode III unzählige Anspielungen auf alle bisherigen Episoden gefunden. Sehr amüsant, werde beim zweiten Kinobesuch, der mit Sicherheit folgen wird, noch mehr drauf achten. Zum Grinsen auch die Aussage "Wer nicht für mich ist, ist mein Feind". Soll sogar im RL vorkommen, sowas...
Special Effects
Perfekt. Muss man nicht viel zu sagen, da passte einfach alles, sogar der Ritt auf dem komischen Vieh.
Story und Logik
Okay bis gut. Storytechnisch wurde das Rad nicht neu erfunden, es gab aber auch keine großen Lücken, alles folgte konsequent aufeinander. Allenfalls etwas verwunderlich, dass der Senat auf Anhieb so freudig auf die Ankündigung der Diktatur reagierte. Logikfehler finden sich vor allem auf Mustafar – die Lufttemperatur muss auf diesem Planeten weit oberhalb der menschlichen Toleranzgrenze liegen, und wieso hat ein Lavaplanet überhaupt eine Sauerstoffatmosphäre? Chronicles of Riddick lässt grüßen.
Es stellt sich noch die Frage, inwiefern Palpatine Einfluss auf Anakins Träume bzw. Padmés Gesundheit genommen hat.
Dialoge und Synchro
Dialoge: besser als in Episode I und II zusammen, wie Lightshade schon sagte. Stimme dir zu, die Szene zwischen Anakin und Padmé war ziemlich peinlich, aber wenigstens verspürte ich diesmal nicht den Drang, den Dialogverbrecher auf der Stelle an die Wand zu nageln. Ich werde evtl. noch mal auf Englisch reingehen (an alle Stuttgarter: im Ambo läuft er im Originalton!) und dann mal auf Synchroversäumnisse etc. achten.
Schauspieler und Charaktere
Dieselben Schauspieler, dieselben Schwächen. Hayden Christiansen zieht seine altbekannten 2 1/2 verschiedenen Gesichter, alle anderen sind OK. Danke, danke, danke für Bail Organa sowie die Kurzauftritte von Captain Antilles und Tarkin!
Emotionen aller Art
Ich stimme Lightshade auch hier zu, vor allem den Schluss fand ich schön, schon sehr melancholisch. Gut, dass GL sich hier Zeit gelassen hat, die Stimmung ihre Wirkung tun zu lassen, nachdem der restliche Film reichlich hektisch war.
Die Szene, als Anakin verbrennt fand ich schon sehr explizit für eine FSK 12 – IMO sogar weitaus derber als das, was man in den meisten FSK-16-Filmen vorgesetzt bekommt. Auch die Sterbeszenen der Jedi hatten es in sich. Besonders in Erinnerung ist mir die Szene mit dem Jedi-Meister geblieben, der seinen Klontruppen "Folgt mir" (o.ä.) zuruft, diese jedoch gerade die Order 66 erhalten haben und nicht reagieren. Der Meister dreht sich um und begreift... der Gesichtsausdruck... *schauder*
Sehr hart auch die Szene, als Anakin zu den Kindern in den Raum kommt und das Lichtschwert aktiviert. Meisterhaft inszeniert.
Kämpfe
Das A und O eines jeden Star-Wars-Films ist natürlich auch hier wieder gut gelungen, egal, ob es sich um Weltraumschlachten handelt oder um Lichtschwertduelle. Anakin vs. Obi-Wan ist das Highlight, aber auch Anakin vs. Dooku oder Anakin vs. Neimoidians braucht sich dahinter nicht zu verstecken.
Yoda als Kampfgnom ist wie schon in Episode II Geschmacksache. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass dieses Mal weniger irres Rumgehüpfe gezeigt wurde.
Abschluss der neuen und Anschluss an die alte Trilogie
Der wohl wichtigste Punkt überhaupt.
Abschluss der alten Trilogie: mittelprächtig. Die Trauerprozession war ein angemessenes Ende für die Naboo/Gungan-Storyline. Offen aber blieb die Frage nach dem Geheimnis, weshalb sich manche Jedi nach dem Tod "in Luft auflösen" und andere nicht. Yodas Andeutung wirkte künstlich aufgepappt und war keine wirkliche Antwort. Also wieder Diskussionsstoff für uns
Anschluss an die alte Trilogie: wie ich bereits beschrieben hatte, fand ich das Ende sehr gut (Darth Vaders "Neeeeeeeiiiiiiiiiin" ausgenommen... ich fühlte mich unwillkürlich an Scary Movie erinnert), besonders die Szenen, als Luke und Leia ihren Adoptiveltern übergeben werden. Doch, sehr gelungen.
FAZIT
Episode III hat meine Erwartungen (die nach Episode I und II auch nicht mehr sehr hoch gesteckt waren) klar übertroffen. Ich werde mit Sicherheit noch einmal in den Film gehen (müssen), weil's beim ersten Mal doch sehr viel auf einmal war. Das Buch wäre in diesem Zusammenhang wohl auch eine Überlegung wert.
Tolle Atmosphäre übrigens im Kino, sehr viele "Freaks" – da fand ich es schon fast schade, dass ich mich selbst nicht auch in Jedi-Robe und mit Lichtknüppel bewaffnet ins Kino getraut habeIch glaube, ich muss demnächst öfter in Premierenvorstellungen gehen. Schade, dass es wohl keine von SW mehr geben wird
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Und zum Schluss noch die obligatorische Wertung in Zahlen:
4,5 von 5






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Genial war auch direkt danach sein "Überrascht?" 

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