Der Jackson-Prozeß. Bisher habe ich mich da ja rausgehalten, aber da das Urteil nun da ist, will ich halt auch mal meine Meinung dazu abgeben.

Zuerst zur Frage, ob ICH ihn denn nun für schuldig oder unschuldig halte: Ganz ehrlich - ich weiß es nicht genau. Ich bin unschlüssig und kann es nicht 100%ig sagen. Dass er auf jeden Fall ein Rad ab hat, ist klar. Dass er in vielen Dingen unheimlich naiv ist, auch. Aber ob er sich an Kinder vergreift? Irgendwie scheint mir das nicht zu ihm zu passen, jedoch, wie gesagt - er hat'n Rad ab, also wie soll man so jemanden schon einschätzen?

Dann die Ankläger: WIr haben es in den letzten Jahren oft genug erlebt, dass irgendwelche Leute zu irgendwelchen Promis mit irgendwelchen (erfundenen) Anschuldigungen gekommen sind, in der Hoffnung auf Schmerzens- oder eher Schweigegeld (wie es Jackson ja vor ca. 10 Jahren auch schon mal bezahlt hat). Angesichts einiger Widersprüche bei den Aussagen halte ich es zumindest für MÖGLICH, dass dies ein ähnlicher Fall war.

Was das Thema "mit Kindern im Bett schlafen" betrifft: Ich denke, dass dies in der heutigen (von unzähligen Missbrauchsfällen geprägten) Zeit etwas überdramatisiert wird. Wir haben als Kinder (nach einem Alptraum) etc. auch immer wieder mal bei den Eltern geschlafen, haben vielleicht wenn wir mal bei Großeltern übernachtet haben auch in deren Bett geschlafen. Natürlich, das sind VERWANDTE, das ist das anderes, das stimmt schon... es geht mir nur darum, dem grundsätzlichen Gedanken etwas von seinem fahlen und scheinbar unmoralischen Beigeschmack zu nehmen.

Fazit zur Frage "War er's oder war er's nicht": Ich WEISS es nicht...

Womit wir schon beim Urteil wären - denn ich denke, den Geschworenen ging's genau so. Ich kann verstehen, dass einige die von Jacksons Schuld überzeugt sind von diesem Urteil erschüttert sind, aber Leute... ich hab den Prozess genau verfolgt, mir alle Berichte über Zeugenaussagen etc. durchgelesen, und... für eine Verurteilung (zumindest in den wesentlcihen Punkten) waren einfach nicht genug Beweise da. Was heißt nicht genug, es waren überhaupt keine handfesten Beweise. Es stand Aussage gegen Aussage. In so einem Fall müssen sich die Geschworenen nicht nur die Frage stellen "Wem traue ich mehr", sondern auch, ob sie den Zeugen der Anklage (denn die muss schließlich beweisen, dass Jackson schuldig ist, und nicht umgekehrt) GENUG trauen, um allein aufgrund ihrer Aussage, ohne sonstige Beweise und/oder Indizien, Jackson schuldig zu sprechen. Und dies war wohl nicht zuletzt aufgrund einiger widersprüchlicher Aussagen nicht der Fall.

Und damit geht der Freispruch meines Erachtens auch völlig in Ordnung...