Umfrageergebnis anzeigen: Wer wird Publikumsliebling?

Teilnehmer
23. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • SPD

    7 30,43%
  • Die Gruenen

    4 17,39%
  • CDU / CSU

    4 17,39%
  • FDP

    3 13,04%
  • Linkspartei

    1 4,35%
  • DVU / REP / NPD usw.

    1 4,35%
  • Eine kleinere Partei wie "Die Frauen", "Rentner-Partei" usw. (bitte angeben)

    1 4,35%
  • Ich gehe nicht zur Wahl-Show!

    2 8,70%
Ergebnis 1 bis 20 von 40

Thema: Best of "Wahl 2005"

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  1. #1
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    auf zum endspurt. noch 2 stunden bis zur schließung der wahllokale.
    ich habe meine bürgerpflicht per brief erledigt. und ihr? wie bzw. wann wart ihr wählen?

    bevor es zuende geht, nochmal was zum lesen und zum standpunkte vergleichen:

    16.9.2005 - 17:28

    Warum ich Schröder/Merkel wähle

    Zwei stern-Autoren begründen, warum sie bei der Bundestagswahl Ihre Stimme Gerhard Schröder beziehungsweise Angela Merkel geben.


    Warum ich Schröder wähle


    stern-Autor Andreas Hoidn-Borchers über seine Gründe, der SPD seine Stimme zu geben.

    Ich wähle SPD. Ich will weiterhin von Gerhard Schröder regiert werden. Am liebsten mit einer rot-grünen Koalition. Nicht, dass ich Joschka Fischer im Außenamt für so unentbehrlich hielte wie der sich selbst. Aber zur Energiewende, die der Kanzler gerade als seine große Leistung entdeckt hat, haben ihn erst die Grünen getrieben. Zu manch anderem auch, gelegentliche Weißglut inklusive.

    Rot-Grün hat das Land kulturell entstaubt. Es gibt mehr Rechte für Ausländer, Alleinerziehende oder Homosexuelle. Gerade bewerben sich eine Frau und ein Schwuler darum, uns zu regieren. Ein schöner Beweis für die gewachsene innere Liberalität und nicht zuletzt Rot-Grün zu verdanken. Auf den schwarz-gelben Praxistest verzichte ich gerne, er würde ziemlich verheerend ausfallen. Soll bitte keiner glauben, Unionspolitiker seien bessere Handwerker. Wer gärende Kompromisse aushandelt wie Angela Merkel mit der CSU in Sachen Gesundheitspolitik, der mag eine Flickschusterei leiten können, aber keine Bundesregierung. Und einfach "durchregieren"? Kochwulffstoiber warten doch nur darauf, einer Kanzlerin Merkel fix die Grenzen aufzuzeigen.

    Als Journalist hätte ich meine helle Freude an diesem schwarz-gelben Hauen und Sticheln. Als Wähler aber hat mir schon das rot-grüne Chaos gereicht. Schröder und die SPD haben nach vielen Jahren ihre Kraftproben hinter sich. So nah beieinander wie jetzt waren der Kanzler und seine Partei nie. Das wird so bleiben. Gewinnt Schröder diese Wahl, wird er in den Rang des (fast) Unantastbaren gehoben. Die nächsten vier Jahre würde er eher unspektakulär, aber solide regieren.

    Mir reicht das. Ich glaube nicht daran, dass Politik Arbeitsplätze schaffen kann. Ich glaube auch nicht an die ganz großen Würfe. An Kopfpauschale und Kirchhofpolitik. Obwohl ich nur noch 109 Euro monatlich an die Krankenkasse überweisen und 25 Prozent Steuern zahlen müsste. Supi! Geiz ist geil! Angela im Wunderland. Aber so wird es nicht mal kommen, wenn die Union die absolute Mehrheit holen sollte. Oder nur um den Preis eines handlungsunfähigen Staates. Ich möchte meine Kinder jedoch nicht auf eine Privatschule schicken müssen (und auch nicht, dass ihnen bereits im Kindergarten die Vorfahrtsregeln für Arbeit eingetrichtert werden). Ich möchte in einem Land leben mit Straßen ohne Schlaglöcher, Schulen, deren Klos funktionieren, erstklassigen Krankenhäusern und Universitäten, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das kostet mehr, als "flat taxes" einbringen. Das Gegenbild darf man in Großbritannien besichtigen.

    Der beliebteste Reformer in Deutschland heißt Sankt Florian. Solange es andere trifft, ist jeder gerne zu Opfern bereit. Schröder hat das stets bedacht. Er hat gelegentlich die eigene Klientel überfordert, nie die gesamte Gesellschaft. Er kennt die Grenzen des Sozialstaates - von beiden Seiten. Er weiß, was die Solidargemeinschaft (nicht mehr) leisten kann und was sie leisten muss. Und er hat ein sicheres Gespür für Gerechtigkeit. Bei Merkel bin ich mir da nicht so sicher. Und nicht zuletzt: Ich würde gern Oskar Lafontaines Gesicht sehen, wenn am Wahlabend feststeht, dass Schröder im Amt bleibt (und einige andere Gesichter auch). Jede Wette, dass er dann nicht die gesamten vier Jahre im Bundestag absitzt und sich knöchern ärgert.

    Es gibt einen wunderbaren Ruhrpott-Witz. Westfalenstadion. In der Pause gibt es ein Cabrio zu gewinnen. Kandidatin ist eine bildhübsche Frau. Sie müssen nur eine Frage beantworten, sagt der Moderator: Wie viel macht drei mal drei? Die Frau sagt zögernd: Acht? Leider daneben, sagt der Moderator. Da tobt es von den Rängen: Gib sie noch 'ne Schangse, gib sie noch 'ne Schangse. Okay, sagt der Moderator: Wie viel macht drei mal drei? Die Frau überlegt: Zehn? Schaaade, sagt der Moderator, aber wieder ertönt der Chor: Gib sie noch 'ne Schangse. Gut, letztes Mal: Drei mal drei? Die Frau denkt und denkt und sagt: Neun. Da brüllt das Publikum: Gib sie noch 'ne Schangse...

    Mit Schröder ist es ähnlich. Wir irrten oft, wir hofften viel und taten wenig; wir wagten lieber, als wir uns besannen, heißt es in Hölderlins "Hyperion". Das hätte lange als Motto über der rot-grünen Wirtschaftspolitik stehen können. Schröder hat zunächst vieles falsch gemacht, aber er hat immer die Kraft zur Korrektur besessen. Mittlerweile hat er das richtige Kanzlerformat, nicht nur als Außenpolitiker. Er ist auf einem guten Weg. Den sollte er weiter gehen dürfen. Meinetwegen darf er auch einer Vizekanzlerin Merkel in einer großen Koalition das Regieren beibringen. Dann merkt sie vielleicht, dass es Deutschland bei weitem nicht so dreckig geht, wie sie gerne glauben macht, dass das Ausland uns weit besser beurteilt als wir uns selbst.

    In diesem Sinne: Gib sie noch 'ne Schangse!



    Warum ich Merkel wähle

    stern-Autor Hans Peter Schütz über seine Gründe, der CDU seine Stimme zu geben.

    Ich wähle CDU. Zum ersten Mal. Obwohl ich eine dicke Kröte schlucken muss, um Angela Merkel als Kanzlerin zu bekommen: diese FDP, die den aufrechten liberalen Gang verlernt, ihren thematischen Bankrott erklärt und ihre Identität als Partei der Bürgerrechte verloren hat. Diesen Vorsitzenden, der mal Klamauk als Inhalt verkauft, mal die FDP zur Steuersenkungspartei verengt oder sie auf die Funktion der Apothekerschutzpartei reduziert. Diesen Guido, der es bereits für Freisinn hält, wenn er sich in Noppensocken ablichten lässt. Wie verkommen ist unter ihm der Liberalismus, die älteste Grundströmung der deutschen Demokratie. Doch sei es drum, runter mit diesem Guido und schnell den Mund fest geschlossen. Ich bin strategischer Wähler. Krötenschlucker eben.

    Ohne die Funktionspartei FDP gibt es keine schwarz-gelbe Koalition, gibt es keinen Wechsel, findet der Aufbruch nicht statt, den die Republik dringend braucht. Und nähmen die Liberalen überdies das eigene Programm ernst, in dem vernünftige Dinge stehen, so könnten sie sogar den Fortschrittlichen in der Union im Kampf gegen die konservativen Bremser nützlich sein. Ein schwarz-rotes Elefantenbündnis dagegen wäre lediglich die Brutstätte oberfauler Kompromisse, die Einigung auf den allerkleinsten gemeinsamen Nenner wäre systemimmanent. Lieber Paul Kirchhof als noch einmal Hans Eichel. Der hat mit seiner Schuldenpolitik die Zukunft unserer Kinder längst verpulvert.

    Rot-Grün habe ich einst gewählt in der Hoffnung auf eine politische Kultur, die nach der Ära Kohl den ehrlichen Diskurs in die Republik zurückbringt. Der angebliche Pazifist Joschka Fischer hat die Bundeswehr mit der Wendigkeit eines Brummkreisels in einen völkerrechtswidrigen Krieg auf dem Balkan geschickt. Gerhard Schröder gab sein Wort, er werde sich an der Zahl der Arbeitslosen messen lassen. Es sind fünf Millionen, mindestens. Also abtreten, Herr Bundeskanzler!

    Ob Angela Merkel besser hält, was sie verspricht, werden wir sehen. Jedenfalls hat sie vor zwei Jahren in Berlin den besten Politikentwurf seit Ludwig Erhard präsentiert. Sie bot damals schwer verdauliche Kost: Systemwechsel bei der Krankenversicherung, Sanierung von Renten- und Pflegeversicherung, Neuordnung der Arbeitswelt, Radikalkur des Steuersystems. Das sind die Themen der Zukunft. Schluss mit den Tändeleien der rot-grünen Showmaster.

    Die deutsche Maggie kommt zwar in ihrem Wahlprogramm bei weitem nicht mehr so eisern daher. Aber wenigstens die Richtungsentscheidung in der Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik ist markiert, ohne die es keine Zukunft für die deutsche Sozialpartnerschaft gibt. Sie will den Flächentarifvertrag durch betriebliche Bündnisse lockern und das Tarifrecht näher an die Bedürfnisse der Betriebe heranführen. Natürlich ist das ein Systemwechsel. Aber ein sinnvoller. Sinnvoll ist es, andere Arbeitszeiten zu schlucken, wenn so der Job gerettet werden kann. Sinnvoll ist es, mit weniger Kündigungsschutz einen Job zu finden, als auf Dauer arbeitslos zu sein.

    Merkel kann, so sie will, durchregieren, sie hat im Bundesrat mindestens zwei Jahre freie Bahn. Zwei Jahre ein offenes Reformfenster - die Republik braucht Zugluft. Möge sie die Verteidiger des Status quo hinwegpusten, die es sich im Reformstau gemütlich eingerichtet haben. Die hochmodischen Parvenüs der Politik à la Bütikofer trügen den Vierteiler, so es ihn gäbe, selbst noch im Bett. Nur neue Ideen lassen sie ungern an sich heran.

    Was soll das Lamento, es drohe eine Gesellschaft des kalten Herzens? Weil mit dem Bürokratieabbau, dem größten deutschen Standorthindernis, endlich ernst gemacht werden kann? Weil mit dem Streichen von Subventionen endlich begonnen wird? Weil dieses Land vielleicht endlich eine vernünftige Unternehmensteuerreform bekommt? Weil wir endlich einkaufen könnten ohne starren Ladenschluss? Weil mit der teuren Frühverrentung endlich Schluss gemacht wird? Weil endlich nachgedacht wird über die Reform des Gesundheitssystems?

    Ich bin für Schwarz-Gelb, weil ich die rot-grünen Politikverweigerer nicht mehr sehen mag. Das ist, zugegeben, eine emotionale Kategorie. Aber ich bin auch für Schwarz-Gelb, weil das Land eine handlungsfähige Regierung braucht. Weil die selbst ernannten Gutmenschler so tun, als trügen sie nicht die politische Verantwortung für Nullwachstum und fünf Millionen Arbeitslose. Ich wähle Merkel, weil es stimmt, was sie sagt: dass sie der eingeschlafenen Republik fehlen würde, wenn es sie nicht gäbe.

    Und ich wähle in Berlin-Pankow auch Werner Schulz. Mit der Erststimme. Damit künftig wenigstens ein Grüner mit Rückgrat bis zum Hosenboden im Bundestag sitzt.



    stern-Artikel aus Heft 38/2005

    © stern.de 1995-2005

    >>quelle<<

    und noch der aktuellste stand zum thema "nachwahl in dresden":


    Verfassungsgericht:
    Wahlergebnis darf Sonntag veröffentlicht werden


    Trotz der Nachwahl in Dresden darf das Ergebnis der Bundestagswahl am Sonntag veröffentlicht werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden und damit die Klagen von Bürgern gegen die Veröffentlichung abgewiesen.

    Das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl an diesem Sonntag kann wie geplant noch in der Wahlnacht veröffentlicht werden. Das entschied das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch in Karlsruhe. In dem Ergebnis wird das Resultat des Wahlkreises Dresden I fehlen. Dort wird erst am 2. Oktober nachträglich gewählt. Die Karlsruher Richter wiesen die Eilanträge mehrerer Bürger gegen eine Veröffentlichung unmittelbar nach der Auszählung als unzulässig ab und verwies sie auf Klagemöglichkeiten nach der Wahl.

    Die Kläger hatten wegen der Nachwahl in Dresden gefordert, die Bekanntgabe des Ergebnisses zu verschieben, weil sonst die dortigen Wähler beeinflusst würden. Sie sahen den Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit verletzt, weil die Dresdner ihre Stimmen taktisch einsetzen könnten.

    Die Karlsruher Richter fällten keine inhaltliche Entscheidung über die Argumente der Kläger, sondern verwiesen sie lediglich auf die "Wahlprüfungsbeschwerde". Rechtsschutz gegen "Entscheidungen und Maßnahmen, die sich unmittelbar auf das Wahlverfahren beziehen", sei nach dem Grundgesetz und dem Bundeswahlgesetz erst nach der Wahl möglich. Nach Artikel 41 Grundgesetz ist für eine entsprechende Prüfung zunächst der Bundestag zuständig; gegen seine Entscheidung ist eine Beschwerde an das Bundesverfassungsgericht zulässig.

    Der Nachwahltermin für den Wahlkreis Dresden I war nach dem Tod der dortigen NPD-Direktkandidatin am 7. September notwendig geworden. Verfassungsrechtler befürchten, daraus könnten Nachteile beispielsweise für kleine Parteien entstehen, die nach der Wahl am 18. September aussichtslos unter der Fünf-Prozent-Hürde liegen. Die Dresdner Wähler könnten - damit ihre Stimmen nicht "verloren" seien - für besser positionierte Parteien votieren, monierte der Osnabrücker Rechtsprofessor Jörn Ipsen. Weil die Dresdner damit ihre Stimmen wirkungsvoller einsetzen könnten als andere Wähler, sei das "Prinzip der gleichen Erfolgschance" verletzt. "Eine Wahl muss immer blind erfolgen und nicht in Kenntnis des Wahlergebnisses", sagte Ipsen der Nachrichtenagentur.

    Die rechtsextreme NPD wollte noch am Mittwoch einen Ersatz für ihre vor einer Woche gestorbene Kandidatin Kerstin Lorenz bestimmen. Nominiert ist der frühere Parteichef der rechtsextremen Republikaner, Franz Schönhuber.

    DPA

    >>quelle<<
    Geändert von Dr.BrainFister (19.09.2005 um 08:54 Uhr)
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  2. #2
    Dauerschreiber Avatar von Whyme
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    Ich hab heute relativ zeitgleich mit Fr. Merkel gewählt... allerdings nicht in Berlin Mitte sondern in meinem Kaff in der Südheide.
    I used to think it was awfull that life was so unfair. Then I thought wouldn't it be much worse if life were fair and all the terrible things that happen to us came because we deserve them? So now I take great comfort in the general hostility and unfairness of the universe.

  3. #3
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    die dritte hochrechnung von heute abend:

    SPD erreicht: 33.7%

    Union erreicht: 35.7%

    Grüne erreicht: 8.3%

    FDP erreicht: 10.3%

    Linke erreicht: 8.1%

    Sonst. erreichen: 3.9%



    Stand: 18.09.2005 · 18:40 Uhr
    Hochrechnung | infratest/dimap


    Details zu den Wahlergebnissen

    quelle: www.ard.de

    weder schwarz-gelb noch rot-grün haben klare mehrheiten. damit sind mehrere koalitionsoptionen möglich.
    in seiner rede kurz nach der bekanntgabe der ersten hochrechnungen machte müntefering der linkspartei wiederholt eine klare absage. rot-rot-grün wird es also nicht geben.

    was übrig bleibt sind rot-gelb-grün, schwarz-rot oder sogar schwarz-gel-grün. letztere ist laut aussage von frau merkel durchaus möglich. diese zieht koalitionen mit allen demoktischen parteien, außer der linkspartei in betracht.

    was haltet ihr von den ergebnissen? welche koalitionen würdet ihr befürworten?
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  4. #4
    Moderator Avatar von Khaanara
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    Ein großer Vorsprung für die CDU ist dies aber nicht im Moment !

    Meine Bibliothek (im Aufbau): http://www.lovelybooks.de/bibliothek/Khaanara/

  5. #5
    Dauerschreiber Avatar von Whyme
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    Im Moment ist echt noch alles offen.

    Eine Ampelkoalition scheidet aus, weil die FDP nicht mit der SPD koalieren will.

    Eine große Koalition wurde von beiden Seiten im Vorfeld der Wahl abgelehnt.

    Einzig die Linkspartei wird wohl nicht an der Regierung beteiligt werden, denn sowohl die SPD als auch die CDU/CSU haben ihr eine klare Absage erteilt.

    Mal schauen, was von diesen Aussagen übrig bleibt, wenn es darum geht, eine Regierung zu bilden oder einen zweiten Wahlgang durchzuführen.

    Ich persönlich könnte mit der sogenannten "Schwarzen Ampel", also einer Koalition Schwarz-Gelb-Grün relativ gut leben. Und ich hoffe, dass es bei einer Absage an die Linkspartei bleibt.

    Den Wahlsieg der CDU begrüße auch auf jeden Fall schon mal, jetzt hoffe ich nur noch, das Frau Merkel eine regierungsfähig Mehrheit zustande bekommt. Sonst haben wir bald das gleiche Spiel nochmal wenn wir zum zweiten Wahlgang antreten.

    Lustig finde ich das Verhalten der SPD. Die feiern sich, als hätten sie allein die notwendige Mehrheit erreicht und verkünden in jedem Interview, dass das Volk Frau Merkel eine klare Absage erteilt habe. Wasimmer die Rauchen, ich will das auch!

    Whyme
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  6. #6
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    Zitat Zitat von Whyme

    Eine Ampelkoalition scheidet aus, weil die FDP nicht mit der SPD koalieren will.
    in den aussagen der politiker nach den ersten hochrechnungen sah das für mich aber anders aus. da schienen die "liberalen" nach allen seiten offen.

    du willst also lieber merkel?
    warum das denn?
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  7. #7
    Dauerschreiber Avatar von Whyme
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    Es wurde mehrfach ein Parteitags-Beschluss erwähnt, bei dem die FDP entschieden hat, nicht mit der SPD koalieren zu wollen.

    Mit persönlich ist Frau Merkel einfach persönlich sympathischer als Herr Schröder. Um es deutlich zu sagen: Ich finde Herrn Schröder zum Kotzen. Er ist ein Showkanzler, der viel redet und nichts sagt. Frau Merkel wirkt zumindest kompetenter, gehaltvoller und auch in ihren Aussagen, gerade jetzt nach der Wahl glaubwürdiger als Herr Schröder. Ich glaube nicht, dass Frau Merkel es besser machen kann als Herr Schröder. Ich glaube, das könnte im Moment niemand. Aber ich habe genug von einem Kanzler, unter dem für den Bürger alles schlechter wird und der uns mit einem Lächeln verkündet, wie toll doch alles ist.

    Whyme
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  8. #8
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    die wahlschlacht um dresden:

    Spätes Dresdner Schlachtengetümmel
    Im Nachwahlkampf bieten die Parteien ihre Elefanten auf. Die vermeintlichen Schicksalswähler sind genervt

    DRESDEN taz
    Schröder, Müntefering, Thierse, Stolpe, Merkel, Wulff, von Beust, Milbradt, Biedenkopf, Westerwelle, Gerhardt, Pieper, Gysi, Lafontaine, Künast, Voigt, Schönhuber. Kaum einer der Polit-Elefanten fehlte im Dresdner-Nachwahlkampf. Allein Edmund Stoiber erschien der Union aus nahe liegenden Gründen verzichtbar. Altkanzler Kohl wurde nur vom Arzt an einem Auftritt gehindert und schaltete dafür großformatige Zeitungsanzeigen für den CDU-Kandidaten Andreas Lämmel. Im Gefolge all dessen ein Medienaufgebot bis hin zu türkischen und japanischen Fernsehteams. So, als entschieden 219.000 Dresdner im Wahlkreis 160 am Sonntag über Aufstieg oder Niedergang der Nation.

    Doch die vermeintlichen Schicksalswähler ahnen, dass es eigentlich gar nicht mehr um sie geht. Angesprochene winken meist ab oder lassen ironische Bemerkungen fallen. Ein Viertel von ihnen hat sich per Briefwahl schon dem verspäteten Schlachtgetümmel entzogen. Denn die Prominenzen kamen nicht, das Volk für sich zu begeistern. Auch die SPD glaubt nicht an die theoretische Möglichkeit, mit einem gigantischen Ergebnis in Dresden noch die Union einzuholen (siehe oben links). Die Berliner politische Schaubühne gab vielmehr ein Gastspiel in der Dresdner Provinz. Gespielt wurde nicht "Was ihr wollt", sondern "Was ich will". Es ging um Punkte für Verhandlungen, um Prestige, um Positionskämpfe. Die von den Parteien am häufigsten gebrauchten Begriffe lauteten "Zeichen", "Signal" und "Symbol".

    Die Darsteller aus Berlin rezitierten bei ihren Dresdner Auftritten im Wesentlichen die Textbausteine ihrer Wahlprogramme. Weiterführende Aussagen waren rar. Am weitesten ging noch die neue grüne Fraktionschefin Renate Künast. In einer Rede vor etwa 100 Anhängern im sechsten Stock des Dresdner Gewerkschaftshauses sprach sie von einem Parteiengefüge, das in Zukunft wahrscheinlich nur noch große Koalitionen oder Dreierbündnisse zulasse. Die Grünen sollten sich deshalb sowohl in Richtung Union als auch zur Linkspartei hin öffnen.

    Die CDU plakatierte zwar für ihren Direktkandidaten Lämmel. Der selbst und auch Gäste wie der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust aber warben unverdrossen auch für die Zweitstimme, obschon zu viele davon ihrem Unionsfreund Caesar aus NRW das Bundestagsmandat kosten könnten. Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer bestritt jede Zurückhaltung gegenüber dem potenziellen Koalitionspartner SPD. Beim Kanzlerauftritt gestern in einem Biergarten an der Elbe demonstrierte die Junge Union vom Wasser aus gegen Gerhard Schröder.

    Die FDP-Kandidatin Peggy Bellmann forderte Erststimmen für den CDU-Konkurrenten. Das eigene Ziel der FDP richtet sich auf mehr als 24.000 Zweitstimmen, die ihr noch ein Listenmandat im Bundestag bringen würden.

    Gregor Gysi schlachtete diese "blöde Idee" der FDP aus, die als künftige Oppositionspartei für die CDU Werbung mache. Die Linkspartei brachte in Dresden am Mittwoch mehr als 2.000 Anhänger auf die Straße. Gysi stellte dabei klar, dass Gerhard Schröder bei einem theoretischen dritten Kanzlerwahlgang keine Stimmen der Linkspartei bekommen werde.
    MICHAEL BARTSCH

    taz Nr. 7783 vom 1.10.2005, Seite 2, 119 Zeilen (TAZ-Bericht), MICHAEL BARTSCH

    quelle: www.taz.de
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  9. #9
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    wer seine position zum umgang mit frau merkel in den medien kund tun möchte, hat durch die aktion "apell der 33" der von mir sehr geschätzten zeitschrift emma unter folgendem link die möglichkeit dazu:

    http://www.emma.de/632635883929121.html
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  10. #10
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    die entscheidung der wahlschlacht um dresden:

    Bundestagsnachwahl
    CDU gewinnt Direktmandat in Dresden


    Die CDU hat bei der Bundestags-Nachwahl in Dresden das Direktmandat erobert. Nach dem vorläufigen Ergebnis gewann der CDU-Bewerber Andreas Lämmel den Wahlkreis mit 37,0 Prozent. Damit erhält die CDU im neuen Bundestag voraussichtlich ein weiteres Überhangmandat und kann ihren Vorsprung vor der SPD von drei auf vier Mandate ausbauen.

    Dem am Abend in Dresden verkündeten Wahlkreisergebnis zufolge verwies CDU-Kandidat Lämmel die SPD-Bewerberin Marlies Volkmer (32,1 Prozent) sowie Katja Kipping von der Linkspartei/PDS (19,2 Prozent) auf die Plätze.
    CDU-Wähler wählten offenbar taktisch

    Bei den für die Landeslisten der Parteien abgegebenen Zweitstimmen war dagegen die SPD mit 27,9 Prozent vorn. Offenbar gaben viele Anhänger von Union und Liberalen ihre Stimmen taktisch ab: Die CDU kam bei den Zweitstimmen nur auf 24,4 Prozent, die FDP dagegen auf weit überdurchschnittliche 16,6 Prozent. Die Linkspartei kam hierbei auf 19,7 Prozent, die Grünen holten 7,1 Prozent, auf die rechtsextremistische NPD entfielen 2,5 Prozent.

    Schon im Wahlkampf hatte die CDU vor allem um die Erststimme geworben, während die FDP-Direktkandidatin die Wahl ihres CDU-Konkurrenten empfohlen und lediglich um die Zweitstimme für die FDP gebeten hatte. Denn hätte die CDU zu viele Zweitstimmen bekommen, dann hätte sie - Paradoxon des deutschen Wahlsystems - ein Überhangmandat verloren.

    So aber kommt die Unionsfraktion jetzt voraussichtlich auf 226 statt 225 Sitze im neuen Bundestag, die SPD bliebe bei 222 Sitzen, die FDP bei 61, die Linkspartei bei 54 und die Grünen bei 51 Mandaten.


    >>>ard.de<<<
    mich überraschts nicht. sachsen wählt sowieso tendenziell konservativ. mit signalwirkung hat das in meinen augen nicht viel zu tun. selbst wenn es wieder gerne dazu aufgebauscht wird

    die frage nach dem "wie gehts nun weiter?" bleibt bestehen.
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  11. #11
    Furie Avatar von Simara
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    Standard AW: Best of "Wahl 2005"

    interessant übrigens, dass du, obwohl du selbst eine frau bist (die angeblich nicht aufs sogenannte patriarchat abfährt), schon von vornherein eine ersatz-kanzlerkandidatIN ausschließt. denn laut deiner aussage "Man könnte ja sagen, dann wird eben ein anderer Kanzler." gibt es zwar einen anderen kandidaten, aber keine andere kandidatin.
    So unzufrieden bin ich mit dem "politischen Patriarchat" gar nicht. Ich hab nur was gegen die Paschas im Privatleben.

    Grundsätlich wäre ich auch mal für eine Kanzlerin, aber das muss dann schon eine "außerordentliche" Frau sein, denn die Latte ist ziemlich hoch.
    Und seien wir mal ehrlich: Weizsäcker ist heute noch ein Begriff, aber kennt noch jemand Frau Süßmuth? Das waren zwar Bundespräsidenten, aber ich denke, das kann man vergleichen.

    Ich habe lange nachgedacht, aber mir fällt in den Reihen der CDU/CSU keine Frau ein. Nicht eine einzige.
    Unter den Roten/Grünen gibt es da schon mehr Frauen, aber der Kanzler bzw. die Kanzlerin wird ja von der stärksten Fraktion gestellt, auch wenn die nur 0,9 % stärker ist.

    so wenig vertrauen in die macht der frauen?
    Nunja, es wäre was Neues. ....
    Ich will keine "deutsche eiserne Lady" und den Eindruck macht mir Frau Merkel. Um sich in der Männerpartei durchsetzen zu können, muss sie doppelt so hart sein - um respektiert zu werden.
    Und ich halte sie nach wie vor für eine Marionette.

    Und sollte sie versagen könnte es gleich so ausgelegt werden, dass Frauen für diesen "Job" nicht geeignet sind. Nach dem Motto, die Merkel hats damals auch versemmelt.

    andererseits: beispielhaft für die stellung der frau in deutschland, wie wenig auswahl es in den mächtigen reihen nahezu aller parteien gibt, um überhaupt eine ersatzkandidatin anbieten zu können...
    Da kann ich dir nur zustimmen. Leider.


    Staffel II (2) dienstags im Nachtprogramm auf Pro7MAXX (Doppelfolgen)

    Staffel XII (12) montags 21:05 Uhr auf Pro7MAXX


    Staffel XIII (13) montags 20:15 Uhr auf Pro7MAXX

    Staffel XV (15) donnerstags auf CW

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