Die Leute die diesen Film mit 10/10 Punkten und ähnliches bewerten, sind einfach die typischen Fanboys. Denen könntest Du auch "Der Untergang" vorsetzen mit Hitler im Spiderman-Kostüm, und es gäbe 10/10 für den Oberlippenkrächzer. Der gemeine Fanboy leidet am sog. "Voyager-Delirium" - das trat erstmals Ende der 90er Jahre im Star-Trek-Forum.de auf (mittlerweile http://www.scifi-forum.de/), wo jede, aber auch wirklich jede lausig-langweilige Voyager-Folge mit enthusiastischen Spitzennoten vergoldet wurde.
Du siehst also, es ist eine Krankheit - und was kranke Menschen sagen, soll man nicht Ernst nehmen.
Was nun Deine Bewertungspraxis angeht, so finde ich diese ziemlich intransparent und problematisch. Viele Filme lassen sich in verschiedenen Genres platzieren statt nur in einem Einzigen, und auch der Vergleich des Anspruchs bzw. der Wertigkeit der Genre untereinander (ist ein Horrorfilm mit 8/10 besser als ein Actionfilm mit 8/10?) lässt sich so kaum ausdifferenzieren. Im Grunde sollte jedem halbwegs intelligenten Filmfan klar sein, dass 8/10 für eine Komödie ein verdammt guter Wert sind - bei imdb gibt es kaum Komödien in den Top 250 (die etwa ab 8/10 beginnt), aber jede Menge Dramen. Und das ist auch vollkommen in Ordnung so, eine gute Komödie bietet kurzweilige Unterhaltung, ist aber kaum von Anspruch und Wirkung mit einem epochal dramatischen Meisterwerk wie z.B. "The Godfather" vergleichbar - also mit Filmen, über die noch Jahrzehnte später gesprochen wird.
Ich kenne eigentlich keinen seriösen und guten Filmkritiker, der genrespezifische Bewertungen anbringt, und das eben aus den von mir aufgezählten Gründen. So ein System ist einfach zu undurchsichtig um eine gute Orientierungshilfe zu bieten, denn letztlich sollen Kritiken ja immer Orientierungshilfen für Andere sein. Und hierbei muss man sich als Leser immer auch am Querschnitt der anderen Bewertungen eines Kritikers orientieren (bei jemandem der Alles verreißt hat eine 8/10 z.B. einen anderen Stellenwert als bei einem Fanboy der jedem Mist Top-Noten aufdrückt). Natürlich sind Bewertungen immer subjektiv, aber wenn Du z.B. bei Spidey von nervigen Kids berichtest die Dir den Kinobesuch verleidet haben, so wird hier doch deutlich dass dies in Deine Bewertung einfließt - ein Kritiker sollte sich aber m.E. immer zumindest bemühen, objektiv zu sein, und solche Dinge nicht in seine Bewertung einfließen zu lassen.
Ich z.B. mag fast keinen der Filme von Stanley Kubrick (liegt mir aus irgendeinem Grund einfach nicht) - trotzdem ist er für mich zweifellos ein genialer Regisseur. Nur eben nicht mein Geschmack, doch dessen ungeachtet muss ich seine Leistungen anerkennen.





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