Dieser Kopierschutz stellt in Sachen Dreistigkeit und selbstverständlicher Bevormundung von zahlenden Kunden (Raubkopierer jucken sich nicht daran, wie CharNode schon sagt) alles in den Schatten.
Der "Treiber" verhält sich tatsächlich wie ein Trojaner / Wurm. Huckepack mit einer eigentlich vertrauenswürdigen Applikation ins System kommen, sich automatisch und ungefragt installieren, sich in einem versteckten "Temp"(&#33-Verzeichnis verkriechen und als Systemservice tarnen. Fehlt nur noch, dass der Wurm einen Rip-Versuch automatisch an eine Label-Seite übermittelt, die daraufhin automatisch eine Strafanzeige stellt. *g*
In der nächsten Generation könnte der Wurm dann versuchen, sich über eine eigene Verbreitungsroutine auf möglichst vielen Rechnern festzusetzen, damit die böse Ripperei endlich ganz aufhört. Dann kann man endgültig von einem VIRUS reden. Visionär betrachtet könnte die nächste Generation von Microsofts Windows Media Codec Mediadateien nur noch abspielen, wenn der "Treiber" im System vorhanden ist. (...)

Abgründe tun sich auf.

Das schärfste ist, dass der Wurm das CD-Auslesen nicht komplett unmöglich macht, sondern lediglich so behindert, dass es keinen Spaß macht (Aussetzer, Sprünge), um den Verdacht auf andere Dinge zu lenken. Der User denkt dann, es gebe ein Problem mit dem Laufwerk oder der verwendeten Rip-Software oder dem CD-Treiber und wird eventuell bis zur völligen Frustration versuchen, diese Probleme zu beheben. Als letztes dürfte er von selbst darauf kommen, dass eine eingelegte Kauf-CD ihm ungefragt einen Trojaner installiert, weil soviel Dreistigkeit bisher jenseits dessen war, was man selbst der Musikindustrie zugetraut hat. Am Ende wird er es merken, wenn er versucht, eine andere CD auszulesen...

Ist ein solcher Kunde in Zukunft geläutert, der Musikindustrie für die Aufklärung dankbar und wird nie wieder versuchen, CDs im Computer auszulesen? Ich wage es zu bezweiflen. Eher vorstellbar ist, dass ein solcher Kunde sich künftig von CDs dieses Labels fernhält, die CD - wenn ihn die Musik noch interessiert aus einer "illegalen Quelle" besorgt und je nach Frustlevel möglichst vielen Bekannten von seinen Erfahrungen berichtet.

Was erreicht die Musikindustrie also mit solchen "Maßnahmen"? Wie kann das Label ernsthaft annehmen, dass eine solche Rip-Behinderung der Raubkopie-Verbreitung Einhalt gebieten könnte?
Die Labelbosse scheinen langsam völlig der Realität zu entrücken.

Nur am Rande: Welches Label hat diese CD denn produziert? Damit man weiß, was man künftig zu meiden hat..