Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
Stimmt, bei all dem pseudo-modernen Vampirkuschelquatsch ist ein Klassiker wie "Dracula" wahrscheinlich eine echte Erholung. Eigentlich eine gute Idee, sich die alten Schwarten mal reinzuziehen, die man durch all die Verfilmungen bereits zu kennen glaubt. Auch "Frankenstein" soll sehr lesenswert sein.


Ich hoffe, die Bücher sind besser als die Filme.
Brian W. Aldiss sieht ja in Frankenenstein den ersten SF-Roman. Ähnlich wie bei Dracula spiegelt nur eine Verfilmung unter den unzähligen den eigentlich Roman wider: Mary Shelley's Frankenstein von Kenneth Branagh. Der Film ist keine gute Literaturverfilmung, aber Robert de Niro als Kreatur ist auf jeden Fall sehenswert. Shelley's Roman selbst ist auch zweihundert Jahre nach seiner Entstehung auf jeden Fall lesenswert.

Was Narnia betrifft... Lewis hat ja die Bücher als Kinder- bzw. Jugendbücher angelegt. Der Erzählstil ist recht einfach strukturiert, aber die Fantasie mit der er seine Roman bestückt hat was. Lewis war ja bekanntlich mit Tolkien eng befreundet und beide haben teilweise parallel an ihren Werken gearbeitet. Es wird gemunkelt, dass die Erscheinung von Gandalf eine Beschreibung von Lewis sein soll.

Die Romane sind interessant, wobei man sie natürlich in der Reihenfolge lesen sollte, was dann auch zwei Prequels mit einschließt. Auffallend sind natürlich auch der auffallend christlich orientierte Symbolismus, der an den Tag gelegt wird. Nicht umsonst wird die His Dark Materials-Trilogie als Gegengewicht zu Narnia gesehen.

Bei den Narnia-Filmen wurde, um die Zeit zu füllen, einiges von den Drehbuchautoren hinzuerfunden, um alles etwas "runder" erscheinen zu lassen. Vor allem bei Prince Caspian fällt das stark auf. Die Romane haben einen Umfang zwischen ca. 160 und 200 Seiten, sind also nicht solche Wälzer. Meiner Meinung nach ist aber die alte BBC-Serie von der Umsetzung her wesentlich gelungener, auch wenn sie nicht den Aufwand der Kinofilme hat.

Ganz klar ist allerdings, dass sich viele spätere englischsprachige Autoren am Stil von Lewis orientiert haben, nicht zuletzt auch J. K. Rowling.

Übrigens, wem Narnia zu kindlich ist, der sollte es mal mit der Perelandra-Trilogie versuchen. Die geht mehr in die SF-Richtung, ist aber auch stark philosophisch angehaucht.