Gute Frage: Warum fasziniert Firefly so sehr die Zuschauer, dass sie schon nach einigen wenigen Folgen auf die Barrikaden gingen.
Ich vermute es hat im Wesentlichen zwei Gründe: Einmal Joss Whedon. Klingt jetzt natürlich profan und platt, aber vergessen wir nicht, dass Joss Whedon zwei erfolgreiche Serien hatte, die zwar nicht unmittelbar im SF-Bereich spielten, aber zumindest Buffy hatte einige klassische SF-Themen: Zumindest kann ich mich an diverse Roboter-Folgen erinnern, dann gabs da diese Riley-Staffel, seufz, mit Adam als Hauptgegner - Cyborg-Thematik, sehr klassische SF - und jede Menge technischer Gadgets bei den drei Geeks. Ihr wißt schon...
"Angel" und "Buffy" haben eine sehr große Fangemeinde. Natürlich hat diese dann einen Blick auf "Firefly" geworfen und wenn auch nicht alle die Serie gemocht haben werden ist ein großer Teil anscheinend bei der Serie gelandet.
Zweitens: Die Serie lief auf FOX. Ich weiß jetzt nicht inwieweit FOX generell in allen Haushalten der USA zu sehen ist, aber vermutlich ist das Network dann doch etwas breiter gestreut als der SCIFI-Channel. Zudem hat FOX immer noch den Ruf des Serientod-Senders - "The Inside" hats ja wieder mal bewiesen, seufz - da waren die Fans wohl schon mal generell eher auf ein "Seriensterben" vorbereitet als beim SCIFI-Channel.
"Farscape" geht ja auch erst jetzt in den USA in die Syndication...
Was eventuell noch als Drittes eine Rolle spielt ist das Western/Bürgerkriegs-Thema in "Firefly". Ich denke, dass das naturgemäß eher den Amerikanern näher dran ist. Ist ja schließlich deren Geschichte und man vergesse nicht, was z.B. "Fackeln im Sturm" damals für ein Quotenzieher war - übrigens auch hier. Das ist halt ein geschichtliches Thema, das drüben offenbar viel präsenter ist als hier.
Na schön, dann hier nochmal die Gründe, warum mich Firefly persönlich fasziniert:
Gute Charaktere. Wie bei Farscape auch - es gibt nicht "den Guten" oder "den Bösen" sondern halt "irgendwie dazwischen". Daneben finde ich die Entwicklung der Beziehung Mal - Enora recht interessant, fast so kompliziert wie bei John und Aeryn. Na gut, fast, weil die Serie ja bekanntermaßen - aber da steckt auch im Film noch Potential drin.
Der Humor. Es gibt wirklich göttlich komische Momente in dieser Serie, allein Wash mit den Dinosauriern. Oder "Jaynes Town". Es ist ein etwas anderer Humor als bei "Farscape", aber nicht weniger gut.
Die Tim-Minear-Folgen - "Out of Gas" oder die Folge mit dem Sarg - das ist einfach wunderbar in Szene gesetzt, da passt die Musik, da passen die Dialoge, da passt einfach alles zu einem guten Ganzen zusammen. Und hey, drei Zeitebenen so clever montiert mit dem netten Gag zum Schluss, das hat schon was.
Das Universum - gut. Man muss sich dran gewöhnen. Nach "Our Mrs. Reynolds" allerdings war ich zumindest sehr gut dran gewöhnt, an diesen Western-Style, das mit den Pistolen, Gewehren, Kühen gemixt mit Raumschiffen.
Musik - Endlich hats mal einer verstanden: Es gibt keine Geräusche im Vakuum. Stattdessen sehr schön und gut gemachte Country-Musik, okay, die muss man halt irgendwie mögen, zugegeben, die über die Szenen gelegt wurden. Und keinen störts, dass da nicht das Gezischen, Gekrache und Gewummer da ist. Allein für diesen Geniestreich habe ich Joss auf Knieen gedankt. (Na ja. Nicht wörtlich.)
Und noch eins: Trotz all der vielen Hauptpersonen verliert man nicht die Übersicht. Das ist ein Kunststück, dass nicht jedem gelingt. Spielt nicht die Hauptrolle, aber ist doch bemerkenswert.
Es gibt für mich etliches, was bei "Farscape" und "Firefly" gleich ist, aber natürlich gibts auch Unterschiede. Und ich persönlich kann halt z.B. mit "Battlestar Galactica" überhaupt nichts anfangen. So ist das halt mit Vor- und Ablieben...
Ad Astra





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