irgendwie passt das hier recht gut rein:

Im Gespräch: Jeanne Moreau

Achtung! Dieses Interview wird Ihr Leben ändern.

Alexander Gorkow, unser Mann für die besten Interviews der Republik, hat mal wieder eins geführt. Doch diesmal hat es sogar ihm die Sprache verschlagen. Was Jeanne Moreau, die Grande Dame des Films, über Leben und Sterben zu sagen hatte, war Ehrfurcht gebietend.

Von Alexander Gorkow



Täusche ich mich, oder sind Sie eine starke Frau, Madame Moreau?

Unsinn! Wie kommen Sie dazu, so etwas zu behaupten? Pardon!


. . . nun, wie Sie . . .

. . . hören Sie: Wir haben 45 Minuten, wir beide, das ist nicht viel Zeit. Doch reden wir über ein großes Thema, nicht wahr?


. . . es ist das Thema des Films . . .

. . . ich mache Ihnen keinen Vorwurf. Aber jetzt sagen Sie, ich sei eine starke Frau! Das sagen Sie, weil wir jetzt gerade hier sitzen und ich Ihnen in der Kürze der Zeit klargemacht habe, wie ich über den Tod denke. Aber es ist nur eine Momentaufnahme. Wir haben 2006 - nicht 1960! Sie sitzen einer Frau gegenüber, die zu dem erst werden musste, was sie ist. Bin ich immer stark? War ich immer stark? Immer fröhlich? Nein. Als leidenschaftlicher Mensch ist das so eine Sache mit der Fröhlichkeit. Wenn wir fröhlich sind, sind wir es mit großem Elan - wenn wir traurig sind, sind wir es auch mit großem Elan. So bin ich. Gott sei Dank. Kann man gar nichts machen.

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