Wow, ein seltsames Gefühl. Irgendwie war Lem immer so einer, bei dem ich, obwohl ich wußte, daß er alt war, nie erwartet hätte, daß er überhaupt irgendwann mal stirbt.

Um auf Thandors Frage zu antworten: Ja, ich habe einiges von Lem gelesen, wenn auch nicht Solaris. Da ich aus einem, sagen wir mal, 'science-fiction-fernen' ;-) Elternhaus komme, waren zwei, da bei Suhrkamp erschienene und somit mit dem Prädikat 'literarisch wertvoll' versehene Bücher von Lem so ziemlich das einzige, was es bei uns zuhause an SF gab. Und da meine Faszination für SF schon früh begann, habe ich sie mir natürlich irgendwann zu Gemüte geführt. Es handelte sich um einen Band mit Kurzgeschichten (Ausschnitte aus verschiedenen bekannteren Kurzgeschichtensammlungen) sowie um den Roman 'Der Unbesiegbare' (jener übrigens, wie mir jetzt auffällt, gar nicht bei Suhrkamp, sondern bei Fischer erschienen). Als ich einige Jahre später begann, erste SF-Bücher selbst zu kaufen, waren darunter zwei von Lem, nämlich die beiden Bände mit den Kurzgeschichten um den Piloten Pirx ('Terminus' und 'Die Jagd'). Später ergänzte ich diese um den Roman 'Friede auf Erden' und die 'Sterntagebücher'.

Lem zu lesen ist eine recht seltsame Erfahrung, und ganz bestimmt nicht jedermanns Sache. Es fliegt einen beim Lesen bisweilen ein etwas 'realsozialistisches' Gefühl an - irgendwie staubig grau und leicht vergilbt, und manchmal ein bißchen hausbacken. Dies hat jedoch seinen ganz eigenen Reiz, und ich denke, es ist genau dieses Gefühl, das mich dazu brachte, mir die Pirx-Geschichten zuzulegen: endlich mal ein Raumfahrer, der einfach nur seinen Job macht! *g*