sehr interessant, was crystal da schreibt. mir kamen beim lesen von reiner uns morts faktenwettbewerb ähnliche gedanken.
nur mal kurz zu den von reiner formilierten wissenschafts-psalmen:
es ist doch so: all dieses drängen auf faktenfaktenfakten, um gegen religionen zu argumentieren ist nur möglich, weil die denkweise vieler wissenschafts-anhänger auch auf einem glaubensgrundsatz beruht: "der mensch ist die krone der schöpfung und hat somit die möglichkeit alles wissen, das ihn umgibt und ausmacht zu erschließen." diese aussage, die basis für teils fanatischen faktenglauben ist (der immer brüchiger wird, sobald man sieht wie oft sich wissenschaft jahrelanger irrtümer ertappt, die teils sehr ungern zugegeben wurden, um der eigenen lobby nicht zu schaden), gehört für mich nicht nur unter die definitionsgruppe "fundamentalismus", sondern ist auch schlichtweg arrogant sowie ignorant.Zitat von Reiner
ich sehe es so: wissenschaft ist größtenteils spekulativ. es ist damit möglich, einen sehr begrenzten teil unserer lebenswelt zu analysieren und besser zu verstehen. wissenschaft hat auf grund ihrer meist üblichen "trial & error"-vorgehensweise mittlerweile sicher schon annähernd so viele oder sogar mehr opfer gefordert wie die religion. immer wieder wurde an menschen etwas ausprobiert, nur um am ende herauszufinden, dass es schädlich oder tödlich ist. und dieses ausprobieren passiert nicht immer nur aus versehen.
es gibt einen bereich der wissenschaft, der für mich am eindeutigsten belegbar ist: die wissenschaft, die vom menschen gemachtes erforscht.
also z.b. die art und weise, wie du an channings beitrag herangehst. hier ist es möglich, all das, was menschen rund um den 11.9. verursacht haben, schritt für schritt nachzuvollziehen und zusammenzufassen (oder zu verdrehen).
zum glück gibt es auf der erde aber vieles, was nicht vom menschen geschaffen wurde. gemessen am in einigen bereichen der wissenschaft um sich greifenden größenwahn könnte man zwar fast meinen, das ganze universum sei menschenwerk, doch das ist es eben nicht und genau deshalb hat die ergründung dessen für den menschen auch ganz klare grenzen.
denn, um nochmal auf euer glaubensbekenntnis, der mensch wäre fähig alles faktisch zu ergründen, zurückzukommen: nein, ich bin überzeugt davon, dass der mensch das nur im sehr sehr eingeschränkten rahmen machen kann. es gibt sicherlich entdeckungen, die, selbst wenn sie von menschen gemacht würden, für unser verständnis und unsere ausdrucksmöglichkeiten überhaupt nicht erklärbar wären.
in dem naiven glauben, dass der mensch doch das potenzial hat, irgendwann alles zu ergründen, wenn er nur den weg der wissenschaft konsequent weiter geht ("jesu geh voran... lalalala..."), glauben manche der weißbekittelten laborratten ja sogar an eine hohe stufe der menschlichen art, die natürlich frei sein wird von religion und auf grund ihrer intelligenz alles faktisch erfasst. allein da zeigt schon, dass hier ein bereich existiert, der genauso wie religionen idealbildern nachhängt und denkmuster aufbaut, die den glauben daran bestärken.
wir haben mit der wissenschaft viel erreicht, aber es wurde auch jede menge schrott auf kosten der natur und der darin lebenden wesen verzapft. all das, um eine bestimmte glaubenskultur des grenzenlos machbaren / erreichbaren aufrecht zu erhalten. die wissenschaft verlor schon lange ihre objektivität, dem menschen zum nutzen zu dienen. es gibt viele unnützliche bereiche, die hauptsächlich aus einer "größer, höher, weiter"-mentalität heraus existieren. beispielsweise kann man doch mal ernsthaft hinterfragen (so faszinierend und interessant es auch sein mag), wozu wir die raumfahrt wirklich benötigen? was es wert war, all die ressourcen aufzuwenden, die man auch für die lösung wirklich elementarer probleme hier auf der erde hätte verwenden können.
aber, so war es auch bei den weltreligionen, fanatischer fundamentalistischer glaube macht blind, verliert den bezug zum wesentlichen udn will sich in pomp und trara präsentieren. was eignet sich da besser als spektakuläre wissenschaftliche projekte?
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