Na ja... nehmen wir mal an, Du hättest ein Projekt, daß Dir sehr am Herzen liegt und an dem Du Jahre gearbeitet hast... und dieses Projekt hat jahrelang Deinen Geschäftspartnern Anerkennung und Geld gebracht, ja, war sogar ihr Flaggschiff... würdest Du dann sofort Zugeständnisse machen, die Deine künstlerische Vision beeinträchtigen würden, vielleicht sogar viele Dinge, die Du vorhattest, unmöglich machen würden? Oder würdest Du nicht vielleicht auch erstmal versuchen, Deine Vision durchzudrücken? Ich denke, die Hensons wußten einfach nicht, wie wenig Interesse bei Sci-Fi wirklich an Farscape bestand, und haben die Stärke ihre Verhandlungsposition überschätzt. Traurig, aber nicht verwerflich.
Natürlich ist das nur eine Theorie; was wirklich vorgefallen ist, erfahren wir vielleicht in ein paar Jahrzehnten, wenn Brian Henson oder andere Beteiligte aus dem Nähkästchen des lang Vergangenen plaudern. ;-) Im Moment ist das alles sicherlich noch zu frisch, um da Informationen an die Öffentlichkeit zu lassen. Was ich mir jedenfalls nicht vorstellen kann ist, daß von Seiten von Brian Henson und co. zu wenig Interesse an Farscape bestanden habe. Henson hat viele Jahre um die Verwirklichung der Serie gekämpft - es hat irgendwas zwischen sechs und acht Jahren gedauert, bis sie überhaupt erst das Konzept erfolgreich an einen Sender verkaufen konnten. Farscape ist nicht nur *das* Prestigeprojekt der Hensons im Bereich der Erwachsenenunterhaltung, es ist auch ein Projekt, das Brian Henson schon lange besonders am Herzen lag. Wenn er sich irgendwo verkalkuliert hat, ist das traurig, ja tragisch - aber ihm einen Vorwurf machen kann ich beim derzeitigen Informationsstand nicht.





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