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Thema: Männer! Heiratet dümmere Frauen!

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  1. #1

    Standard AW: Männer! Heiratet dümmere Frauen!

    Noch ein paar Gedanken zum Thema, nach dem Lesen der Kommentare, die meist von sehr aufgebrachten Männern stammen:

    Ich finde es interessant, wie die meisten dieser Männer dem Feminismus unterstellen, er sei nur daran interessiert, Frauen mit dem Pochen auf die 'Opferrolle' in eine den Männern gegenüber privilegierte Position zu bringen. Die kommentierenden Männer verweisen dabei vorwiegend auf:

    - Frauenquoten, die angeblich zur Privilegierung unbegabterer Frauen gegenüber begabteren Männern und damit zur Verbreitung von Unfähigkeit in Führungspositionen führten. (Habe selbst schon an der Uni gesehen, daß das definitiv *nicht* der Fall ist. Im Gegenteil: auch eine sehr qualifizierte Frau hat es oft schwer, sich gegen den Männerklüngel durchzusetzen. Betreffende Dozentin ist dann übrigens eben einfach ins Ausland gegangen...)

    - Die Benachteiligung des Mannes im Scheidungsrecht. (Da kenn ich mich nicht genug aus, um beurteilen zu können, ob das der Fall ist, bin aber gerne bereit, den sich beklagenden zu Männern zu glauben, daß es da Paragraphen gibt, die tatsächlich die Frau/Mutter bevorteilen - eben aufgrund des deutschen Glaubens an die Überlegenheit der Mutterliebe gegenüber allen anderen Beziehungen des Kindes zu anderen Bezugspersonen. Das würde schon irgendwie ins Gesamtbild passen.)

    - Die einseitige Wehrpflicht.

    - Berufliche Nachteile für Männer, wenn diese mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen wollen.

    Das Witzige dabei ist, daß nicht nur die Frauenquote, sondern auch die drei genannten *tatsächlichen* oder zumindest *etwas* unzweifelhafteren Benachteiligungen von Männern zumindest implizit den Frauen angelastet werden. Ja wie - haben *wir* jetzt etwa auch die Wehrpflicht erfunden? Und finden wir es etwa toll, daß unsere Partner, wenn sie sich, um uns zu entlasten und selbst mehr vom Aufwachsen der Kinder mitzubekommen, in der Familie engagieren wollen, auch gleich ihre Karriere an den Nagel hängen können?

    Die kommentierenden Männern scheinen den Feminismus per se als einen Angriff auf ihr Geschlecht zu verstehen. Die Idee, daß es Frauen nicht um einseitige Vorteile, sondern vielmehr um ein *wirklich* gleichberechtigtes Zusammenleben gehen könnte, kommt ihnen anscheinend gar nicht in den Sinn. Bestehende Ungerechtigkeiten des Systems wie die oben genannten werden dementsprechend als 'Erfolge' der Frauenbewegung oder zumindest als von der Frauenbewegung stillschweigend gebilligt angesehen, und somit als 'Beweis' für deren 'gefährliche' Absichten. Tatsächlich gilt es jedoch natürlich, die gesamte Gesellschaft in allen Bereichen so zu verändern, daß Frauen und Männern gleiche Rechte und Pflichten haben. Daß nicht viele Frauen sich für eine allgemeine, geschlechtsunabhängige Wehrpflicht aussprechen, liegt vermutlich eher daran, daß sie die Wehrpflicht allgemein ablehnen, als daß sie denken, daß dafür ausschließlich Männer geeignet seien. Trotzdem muß aber natürlich bei Beibehaltung der Wehrpflicht diese in einer ideal-gleichberechtigten Gesellschaft auch für Frauen gelten. Und die Familienarbeit und ebenso Rechte und Pflichten im Scheidungsfall müssen selbstverständlich gleichmäßig auf Mann und Frau verteilt werden und beiden Partnern müssen die gleichen Möglichkeiten gegeben sein, Beruf und Familie zu vereinbaren. Das alles ist eigentlich so selbstverständlich, daß man es nicht immer und immer wieder sagen müssen sollte. Aber anscheinend muß man es doch immer und immer wieder sagen, denn bei den kommentierenden Männern ist es offensichtlich noch nicht angekommen...

  2. #2
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    07.10.2004
    Beiträge
    12.073

    Standard AW: Männer! Heiratet dümmere Frauen!

    hier ein weiterer zeit-artikel zu dem thema -diesmal im interview mit anke engelke:

    http://www.zeit.de/2006/35/Feminismus-Engelke

    edit:
    ups, der wird ja schon in dem ersten von dir angegebenen artikel verlinkt. dann soll anke angelke mal als prominentes beispiel gelten

    .
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  3. #3

    Standard AW: Männer! Heiratet dümmere Frauen!

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister
    hier ein weiterer zeit-artikel zu dem thema -diesmal im interview mit anke engelke:

    http://www.zeit.de/2006/35/Feminismus-Engelke

    edit:
    ups, der wird ja schon in dem ersten von dir angegebenen artikel verlinkt. dann soll anke angelke mal als prominentes beispiel gelten

    .
    Hey, hast Du Dir mal die Kommentare unter dem Editorial zu Gemüte geführt? Einige machen mich echt sprachlos. Laut einem der Poster dort bist Du z.B. als Mann, der sich für dieses Thema interessiert, ein 'lila Pudel', dessen Motivation - ganz klar! - natürlich nur darin liegen kann, daß er sich durch unterwürfiges Verhalten von den bösen, diktatorischen Frauen, die die Gesellschaft ja bekannterweise völlig unterjocht haben, eine Chance auf Fortpflanzung erhofft.

    *kopfschüttel*

    Der Witz an der ganzen Sache ist, daß ich eigentlich normalerweise das Problem gar nicht so sehr bei den Männern sehe, und mir das unsägliche 'Weibchen'-Verhalten von vielen - um nicht zu sagen: der Mehrzahl! - der Frauen wesentlich mehr auf die Nerven geht als das Machogebahren von Männern. Ich sehe das Verhältnis der Geschlechter als ein gesamtgesellschaftliches Problem, bei dem im Moment für *keine* der beteiligten Parteien wirklich gute Umstände herrschen, und ich denke, daß wir sowohl bei Männern wie bei Frauen ansetzen müssen, wenn wir auf Dauer etwas bewegen wollen. Ich bin ungefähr so weit entfernt vom beliebten, weil polarisierenden Zerrbild der männerhassenden 'Kampfemanze' (ich hasse es übrigens, daß der Begriff 'Emanzipation' in Deutschland so zum Schimpfwort geworden ist, daher benutze ich das furchtbare Wort 'Emanze' hier auch nur in Anführungszeichen), wie man nur sein kann - doch die auf zeit.de postenden Männer machen es mir *wirklich* schwer, meinen bisher eigentlich recht ausgewogenen und auf Kooperation bedachten Standpunkt aufrechtzuerhalten. Wenn es *so* in den Köpfen aussieht, und so viele Männer in Frauen, die es wagen, sich heute noch über Geschlechterfragen Gedanken zu machen, nur rücksichtslose, eigensüchtige und verbohrte Monster sehen können, wie soll man dann jemals gemeinsam etwas erreichen können?

    (Siehst Du, Dr. Brainfister, deshalb habe ich mich im letzten 'Frauen'-Thread aus der Diskussion rausgehalten. Das ist nämlich ein echtes 'hot button topic' für mich, und wenn ich einmal angefangen habe, mich aufzuregen, kann ich nicht so schnell wieder aufhören. *g*)

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