Ich bin da zwiegespaltener Meinung.

Einerseits begrüße ich die Bestrebungen der FSK zwecks Jugendschutz (schöner Beitrag übrigens, FloVi), andererseits betrachte ich einen Film als ein Kunstwerk, das nicht verändert und gekürzt werden sollte. Einem van Gogh schneidet man ja auch nicht eben mal eine Ecke ab (ok, der Vergleich hinkt mal wieder gewaltig).
Manchmal fände ich es sogar besser, wenn ein Film z.B. im TV gar nicht gezeigt würde anstatt so verstümmelt. Auch fühle ich mich immer arg bevormundet, wenn man auf diesem Wege auch für mich nicht mehr ganz so Jugendliche mitentscheidet. Ich sehe das da ähnlich wie Kaff.
Außerdem ist es fast schon lächerlich, wenn z.B. RTL2 "God's Army" (muß mal wieder sein) 23:15 Uhr total geschnitten und ohne "Herzrausreißen" aber mit jeder Menge anderer Gewaltszenen sendet um gleich danach in der Wiederholung die Szenen drinzulassen. Es gibt ja Videorekorder, die auch aufzeichnen können, wenn man schon schläft.
Wie wir wissen, schafft es jeder 12jährige, der unbedingt einen Hardcore-Porno oder eine Gewaltorgie sehen möchte, sich das Zeug irgendwie zu besorgen. Allerdings ist dann der Beschaffungsaufwand höher.

Ja, Jugendschutz ist notwendig, auch wenn ich stark bezweifle, daß z.B. das Erfurter Massaker allein auf das Konto von Computerspielen oder Filmen zurückzuführen ist. Da spielten IMO noch ganz andere Faktoren wie der wachsender Erfolgsdruck und Vereinsamung eine Rolle. Außerdem vermute ich, daß bei einem solchen Amoklauf in der Psyche schon einiges im argen sein muß, und das hätte dann eh früher oder später zur Explosion geführt.
Aber zurück zum Thema. Ich habe eine gute Freundin, die in ihrer Kindheit mal ganz unvorbereitet mit einem Horrorfilm konfrontiert wurde und davon über Jahre hinweg heftige Albträume und Angstzustände bekommen hat. Die richtig harten Sachen sieht sie sich heute noch nicht an. Rückblickend hätte sie sich über ein Verbot oder eine Kürzung der schlimmsten Szenen gefreut.
Was mich auf die Umsetzung bringt. Was soll der ganze FSK-Dren, wenn Eltern oder ältere Geschwister nicht drauf achten und kleinere Kinder mitgucken lassen? Oder wenn im Kino keine Alterskontrolle durchgeführt wird? Oder wenn ein 12jähriger im Laden ganz problemlos FSK 16- Filme kaufen kann?

Ach noch was: Solange eine Jury aus Menschen, die auch noch einen gewissen Ermessensspielraum haben, darüber entscheided, was der Psyche unserer Jugendlichen zuträglich ist und was nicht, ist die Bewertung sehr subjektiv. Ihr habt Euch doch bestimmt auch schon mal darüber gewundert, daß aus einem FSK 16- Streifen recht harmlose Sachen entfernt wurden, während ein FSK 12- Streifen mit etlichen richtig harten Szenen aufwartet.