Persönlich glaube ich, dass der Gesetzgeber das Problem von der falschen Seite anpackt. Jugendschutz fängt natürlich zu Hause an. Die FSK ist auch für mich als Vater nicht das Maß aller Dinge, ich entscheide immer noch selbst, was mein Kind allein schauen darf, nur mit mir oder meiner Frau oder halt gar nicht, die Freigabe hat für mich nur Empfehlungscharakter. Im Kino sieht das natürlich anders aus, da darf der Betreiber eben keine 8 jährigen in einen FSK 12-Film reinlassen, selbst wenn die ganze Familie dabei ist.
Natürlich ist die Entscheidung der FSK subjektiv, ebenso wie die Kriterien nach denen sie entscheiden. Bereits die Gesetzgebung ist subjektiv, es gibt keine völlige Objektivität, wenn Menschen beteiligt sind, egal in welchem Bereich.
Aber zurück zum Thema.
Kunst hin oder her, es gibt Prioritäten und für den Gesetzgeber ist der Jugendschutz da ganz oben angesiedelt, vor der Meinungsfreiheit und allem anderen. Grundsätzlich ist das okay, aber wie immer kommt es auch darauf an, von wem, wie und mit welcher Intention solche Instrumente wie die FSK dann eingesetzt werden.
Für meine Begriffe ist die Bedeutung der FSK und der FSF (Fernsehen) in eine falsche Richtung gegangen. Die Eltern verstehen die Freigaben offenbar als Freibrief, dass sie sich jetzt nicht mehr darum kümmern müssen was das Kind oder der Jugendliche sieht, solange es für seine Altersgruppe freigegeben wurde. Diese vermeintliche Abnahme von Verantwortlichkeit halte ich für bedenklich.
Deshalb wäre ich auch dafür, bei jugendlichen Straftätern nach entsprechender Einzelfallprüfung die Eltern ggf. viel stärker mitverantwortlich zu machen, bis hin zu Gefängnisstrafen die so bemessen sind, als hätten sie die Straftat ihres Kindes selbst begangen. Klar, das wäre die Wiedereinführung der Sippenhaft, aber in einigen Fällen hielte ich das für durchaus angebracht.
Jugendschutz, wie ihn die FSK heute betreibt ist ein großer Teil Erziehung, wie sie eigentlich Eltern wahrnehmen sollten. Der Gesetzgeber ist aber nicht für die Kindeserziehung zuständig. Er sollte es den Eltern ermöglichen, ihre Kinder selbst zu erziehen.
Aber das zu fordern...da müsste ich diesen Beitrag wohl ins SF/Fantasy-Brett verschieben <g>







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