Mittwoch, 18. Oktober 2006
um 22:40
arte
VPS : 22.40
Stalker
Spielfilm, Sowjetunion 1978, ZDF
Regie: Andrej Tarkowskij, Drehbuch: Arkadi Strugazki, Boris Strugazki, Kamera: Aleksandr Knyazhinsky, Georgi Rerberg, Leonid Kalashnikov, Musik: Eduard Artemyev, Komponist: Eduard Artemjew; Schnitt: Lyudmila Feiginova, Produktion: Gambaroff-Chemier Interallianz, Produzent: Progress Film, Aleksandra Demidova
Alissa Frejndlich (Frau des Stalker), Aleksander Kajdanowski (Stalker), Anatolij Solonizyn (Schriftsteller), Nikolai Grinko (Wissenschaftler), Natasha Abramova (Martha, Tochter des Stalker), Olegar Fedoro (Stalkers Double)
Ein "Stalker" ist jemand, der die Grenze zur "Zone" überschreitet. Und die "Zone" ist ein rätselhafter, gefährlicher Ort, an dem angeblich die innersten menschlichen Wünsche in Erfüllung gehen. Unter der Führung eines Stalkers machen sich ein neugieriger Schriftsteller und ein Professor auf, um dem Mysterium auf den Grund gehen.
Unter der Führung eines "Stalkers" - ein Pfadfinder und Ortskundiger, der am Rande der Welt in einer vom Verfall gezeichneten Industrielandschaft lebt - begeben sich ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller in die so genannte Zone: ein geheimnisvoller, verbotener Ort, an dem angeblich die tiefsten Wünsche der Menschen in Erfüllung gehen. Zu dritt betreten sie eine menschenleere Welt, in deren Mitte ein verfallenes Gebäude steht. Hier gehen Realität und Traumwelt nahtlos ineinander über, was unter den Männern Angst und Faszination auslöst - und die unterschiedlichen Motive des abenteuerlichen Ausflugs der drei Reisenden in die Geheimnis umwobene Zone zutage bringt. Die Expedition wird zum Trip in die Innenwelt der Protagonisten und zum Panorama einer gottverlassenen europäischen Zivilisation.
Das kleine Extra
Tarkowskij war mit der ersten Fassung von "Stalker" so unzufrieden, dass er das gesamte belichtete Material vernichten ließ und alles noch einmal drehte. Dass die Verantwortlichen des sowjetischen Filmstudios Mosfilm sich diesen Exzess des Künstlers gefallen ließen, macht deutlich, welchen Status Andrej Tarkowskij innerhalb des staatlichen Filmwesens genoss. Freilich war diese außergewöhnliche Position nicht in erster Linie der Ehrfurcht der Parteigewaltigen vor dessen künstlerischer Bedeutung zu verdanken, sondern wohl eher der Tatsache, dass Tarkowskijs große internationale Reputation westliche Devisen in die leeren Kassen brachte. Ähnlich wie in "Solaris" benutzt Tarkowskij auch bei seinem enigmatisch-rätselhaften Meisterwerk "Stalker" eine Science-Fiction-Vorlage als Hintergrund für mystisch-philosophische Reflexionen und überwältigende Bildvisionen, mit denen er die Grenzen des herkömmlichen Erzählkinos sprengt. Mit der Ausstrahlung von "Stalker" und "Solaris" ehrt ARTE den großen russischen Regisseur, dessen Tod sich 2006 zum 20. Mal jährt.
>>von arte.tv<<
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